Hier sollen sich viele Wege kreuzen

Kreuztals ev. Kirchengemeinden etablieren mit »Café Cross« Treffpunkt für die Jugend

sz Kreuztal. Auf dem Schulhof sind Tische aufgebaut. Es duftet nach heißen Snacks. Ein großes Transparent mit dem Aufdruck »CrossPoint« hängt an der Schulwand. Plakatwände informieren über ein neues Projekt der ev. Kirchengemeinden in Kreuztal. Junge Leute in gelben T-Shirts, ebenfalls mit dem Aufdruck »CrossPoint«, sind in Pausengespräche mit Schülern der Gesamtschule und des Gymnasiums vertieft. »Hast du Interesse an einer Jugendkirche im Kreuztaler Raum?«, lautet eine Frage, die an die neugierigen Jugendlichen gestellt wird. Die Antworten fallen unterschiedlich aus.

Es ist eine Station von vielen, um Werbung für die geplante Jugendkirche zu machen. Das Mitarbeiterteam, darunter Jugendreferentin Ursula Giebeler, klappert die Schulen im Raum Kreuztal ab. Der ehemalige Superintendent Friedemann Hillnhütter ist auch mit am Stand. Eine Benefiz-Rocknacht wurde bereits durchgeführt, um Jugendliche auf die geplante Jugendkirche aufmerksam zu machen und um Einnahmen zur Finanzierung zu erhalten. Auf einer Mitarbeiterfreizeit in Kroatien im Herbst bereiteten sich Jugendliche intensiv auf das Projekt »Jugendkirche Kreuztal« vor. Nach den Weihnachtsferien im Januar 2007 soll es losgehen, spätestens jedoch im Februar. Das Konzept steht. »Café Cross« soll der Treffpunkt für Schüler werden. Mitten in Kreuztal und nur drei Minuten vom Schulzentrum entfernt. Kaffee trinken, Quatschen, Pause machen ist hier angesagt. Offen sein soll das Café als Treffpunkt montags bis freitags über Mittag und an zwei Wochenabenden sowie vor und nach den Gottesdiensten. Hier finden wechselnde Events wie LAN-Partys für Computerfreaks, DVD-Filmvorführungen, Konzerte und vieles mehr statt. Eben multifunktional genutzt. Bei den Mitarbeitern finden die Jugendlichen vor allem offene Ohren.

Ein wesentliches Element sind die Gottesdienste. Als »leicht und cross« werden sie in der Planung von den Mitarbeitenden beschrieben. Verständlich sollen sie sein. Von jungen Christen für junge Christen. Mit ihrer Musik und in ihrer Sprache wollen sie vom Glauben und vom Leben reden – Diskussion inbegriffen. Kleingruppen, in denen über den Glauben gesprochen wird und Gemeinschaft gelebt wird, gehören ebenso zum Konzept wie Workshops, in denen man Hobbys pflegen kann. Nicht zu vergessen: ein schalldichter Bandraum zum Proben.

Bis der erste Gottesdienst gefeiert wird, in Workshops Hobbys gepflegt werden können und das erste Gespräch im Bistro geführt werden kann, ist noch viel zu tun, wissen Jugendreferentin Ursula Giebeler und Jan Holle, die ehrenamtlich in die Planung und Vorbereitung eingebunden sind. Eine Leitung der Jugendkirche, vielleicht ein Pfarrer oder eine Pfarrerin im Entsendungsdienst, ist noch nicht in Sicht. Auch die Rechtsform, in der das Projekt verlässlich und verantwortungsvoll betrieben werden kann, ist noch nicht gefunden. »Es ist ein Projekt auf Hoffnung«, heißt es in einem Presseschreiben. »Vieles ist noch ungeklärt.«

Ein Domizil haben die Jugendlichen aber schon. Die Räume der ehemaligen Diakoniestation an der Kreuzkirche sollen in einen multifunktionalen Gottesdienstraum mit Bistrobereich umgebaut werden. Über 10000 e sind erforderlich. Das Geld für den Umbau und die Einrichtung ist noch nicht zusammen. Aber die Kirchengemeinden Ferndorf, Kreuztal, Buschhütten und Krombach stehen hinter dem Projekt und auch CVJM-Gruppen sind mit im Boot. Die Kirchengemeinden haben beschlossen, die laufenden Kosten zu tragen. Weitere Finanzgeber werden gesucht.

Benötigt werden auch über 40 ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich ausbilden und schulen lassen. Streetworker für missionarische Beziehungsarbeit, Workshopleiter, Projektmitarbeiter, Küchenpersonal und nicht zuletzt ein Gottesdienstteam. Fast die Hälfte des Teams hat sich schon gefunden.

Jugendreferentin Ursula Giebeler fand die Idee der Jugendkirche vor vielen Jahren in England: »Ich war Mitte der 90er Jahre in London und lernte die Churchplanting-Bewegung kennen. In einem faszinierenden Vortrag erzählten junge Leute, wie sie in ihrer Jugendkirche Jugendliche in ihren jeweiligen Kulturen erreichten.« Das Konzept überzeugte die Kreuztalerin. Das Presbyterium der eigenen Kirchengemeinde in Kreuztal ließ sich ebenfalls von der Idee begeistern, und nach einiger Zeit waren auch die umliegenden Gemeinden und CVJM-Gruppen von dem angetan, was jetzt Wirklichkeit werden soll.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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