Hilfe soll dauerhaft wirken

Heinrich Afflerbach, Elfrun Bernshausen und Jürgen Althaus (v. l.) vom Kuratorium hoffen auf gute Ideen für sinnvolle Einsätze der Kreuztaler Bürgerstiftung. Foto: js
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js Kreuztal. Sie ist jung, voller Tatendrang und hat ein stolzes Sümmchen auf der hohen Kante – nur an Erfahrungen und einem repräsentativen Zeugnis mangelt es ihr noch. Damit dies nicht so bleibt, hat die erst vor einigen Monaten gegründete Bürgerstiftung Kreuztal gestern den Weg in die Öffentlichkeit angetreten. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte das Kuratorium seine Ziele für die kommenden Jahre vor – und warb um weitere Unterstützung.

„Die Stiftung wurde erst im Oktober 2009 gegründet“, erinnerte Kuratoriumsvorsitzender Jürgen Althaus. Damals feierte die Sparkasse ihr 150-jähriges Bestehen in Kreuztal. Als Geburtstagsgeschenk überreichte die Sparkasse Siegen, zu der seit einiger Zeit auch die Filialen der Kindelsbergkommune gehören, eine Startsumme von 150 000 Euro. Unter dem Motto „Von Menschen – für Menschen“ sollen mit den Zinserträgen dieses Stiftungskapitals vor Ort Projekte unterstützt werden. Im Fokus stehen dabei Bildung, Kultur und Soziales.

Einen kleinen Anfang machte die Stiftung bereits vor einigen Wochen, als sie ein pädagogisches Theaterprojekt zum Thema „Mobbing“ am Städtischen Gymnasium ermöglichte (die SZ berichtete). Schritt für Schritt möchte sich das Kuratorium jetzt an weitere Projekte heranwagen und zwei Dinge zugleich erreichen: gemeinnützig handeln und den eigenen Bekanntheitsgrad steigern. „Denn genau hier liegt das Problem, mit dem alle Bürgerstiftungen am Anfang zu kämpfen haben“, erläuterte Birgit Bremer, Stiftungsberaterin der Sparkasse Siegen. Um effektiv arbeiten zu können, sollte der Kapitalsockel möglichst weiter wachsen. Zustifter seien also mehr als willkommen und könnten ihren „Einsatz“ auch an einen bestimmten Zweck binden.

Bevor diese aber ihr Geld einer solchen Stiftung zukommen ließen, müsse deren Arbeit bekannt sein. „Aus der Erfahrung wissen wir, dass Bürgerstiftungen erst langsam ihre Arbeit aufnehmen, dann aber so richtig an Fahrt gewinnen.“ Apropos Erfahrung: Während die erste Stiftung bereits vor über 1000 Jahren gegründet wurde – es handelt sich um die Hospitalstiftung Wemding am Ries (Bayern) – gibt es Bürgerstiftungen erst seit etwas mehr als einem Jahrzehnt. Seither gelten sie jedoch als das am dynamischsten wachsende Stiftungssegment. Inzwischen „arbeiten“ in ganz Deutschland rund 120 Mill. Euro in mehr als 200 Bürgerstiftungen. Im Siegerland gibt es bereits Bürgerstiftungen in Siegen, Wilnsdorf und Netphen.

„Nach dem Weltkrieg war niemals so viel Geld in privaten Händen wie heute, da eine Erbengeneration zu Erblassern wird“, erklärte Birgit Bremer den Boom der Bürgerstiftungen. Gleichzeitig zeige sich, dass der Staat allein nicht alles Wünschenswerte und Notwendige leisten könne. „Bürgerstiftungen sind genau in diese Lücke gestoßen.“Ab sofort möchte das Kuratorium das Wirken der Stiftung offensiv vorantreiben. „Wir sprechen gezielt die Ämter der Stadt Kreuztal an“, sagte Heinrich Afflerbach, der sich von dort wichtige Hinweise auf Unterstützungsbedarf erhofft. „Außerdem setzen wir auf Ideen von den Bürgern“, ergänzte Elfrun Bernshausen. „Wir sind auf Hinweise angewiesen!“ Das Spektrum der unterstützten Projekte ist bewusst offen gehalten – vom neuen Spielgerät für einen Kinderspielplatz bis hin zur gezielten Hilfe nach einem Unglücksfall ist prinzipiell jede Unterstützung denkbar.Um Spenden zu sammeln, vor allem aber um das Stiftungskapital weiter aufzustocken, führen die Mitglieder des Kuratoriums bereits Gespräche mit Unternehmen und Privatpersonen, die sie gerne mit ins gemeinnützige Boot holen möchten. Auch Stifter und Spender von außerhalb, die in Kreuztal „wirken“ möchten. können mitmachen. Darüber hinaus setzt das Kuratorium – dem auch Rudolf Biermann und Karl-Heinz Schleifenbaum angehören – auf den Dialog beim Weinfest in Kreuztal und beim NRW-Tag in Siegen.Wer sich schon jetzt in der Bürgerstiftung Kreuztal engagieren möchte, der kann sich in einem Flyer informieren, der im Rathaus und der Sparkasse ausliegt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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