Private Glyphosat-Nutzung soll bald verboten werden
Hobbygärtner müssen auf Harke setzen

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ap Kreuztal/Burbach.  Um den lästigen Löwenzahn loszuwerden, machen viele Gartenbesitzer einen Rundumschlag und greifen zu Chemiekeulen wie „Roundup“. Doch das enthaltene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat darf bald nicht mehr für den privaten Gebrauch verwendet werden. Von dem Verbot sollen zudem Spiel- und Sportplätze, Parks sowie Wasserschutzgebiete betroffen sein. Und das hat einen ganz bestimmten Grund: Trotz Beteuerungen des Herstellers Monsanto gibt es an der (Un-)Gefährlichkeit des Herbizids erhebliche Zweifel.


„Alles ist besser als Gift spritzen“
Peter Nitzsche
Garten- und Landschaftsbauer

Deshalb verzichtet Garten- und Landschaftsbauer Peter Nitzsche schon lange auf chemische Unkrautvernichter wie Glyphosat. „Alles ist besser als Gift spritzen“, betont der selbstständige Gärtner aus Kreuztal. Bei ihm darf sogar das ein oder andere Blümchen zwischen den Pflastersteinen stehen bleiben. Für alle, die ihre Fugen von jeglichem Grün befreit sehen wollen, hat Nitzsche ein paar nützliche Tipps.

Vermeintliche Hausmittel zur Unkrautbekämpfung verboten

Der einfachste, aber auch körperlich anstrengendste: Im Garten regelmäßig Unkraut hacken oder auf Pflasterflächen die ungeliebten Pflänzchen aus den Ritzen bürsten. Auch thermische Methoden sind erlaubt: Neben Abflammen sei heißes Wasser eine gute Möglichkeit, das unerwünschte Unkraut zu beseitigen, erklärt der Experte. „Wenn eine Pflanze über 80 Grad erhitzt wird, zersetzt sich das Eiweiß und die Pflanze geht kaputt.“ Vermeintliche Hausmittel wie Streusalz oder AdBlue, eine flüssige Harnstofflösung zur Abgasnachbehandlung bei Dieselmotoren, seien hingegen als Mittel zur Unkrautbekämpfung verboten, warnt der Fachmann.

Garten- und Landschaftsbauer Peter Nitzsche verzichtet schon lange auf chemische Unkrautvernichter wie Glyphosat.
  • Garten- und Landschaftsbauer Peter Nitzsche verzichtet schon lange auf chemische Unkrautvernichter wie Glyphosat.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Marc Thomas

Doch nicht nur rein optisch ist die Bekämpfung der vermeintlich ungeliebten (Wild-)Pflanzen oftmals ein Problem. Durch die Verwendung von Glyphosat & Co. werden Mischkulturen und damit auch wichtige Nahrungsquellen für Insekten zerstört – und darunter leidet dann wiederum die Artenvielfalt, wie Imker Christoph Buck erläutert.

Problem mit großflächigen Monokulturen im Siegerland nicht

„Es hat schon Fälle gegeben, bei denen eine sehr intensive Landschwirtschaft betrieben wurde, sodass Honig dann entsorgt werden musste“, weiß der Imker aus Burbach. Das Problem mit großflächigen Monokulturen gebe es im Siegerland und Umgebung aber glücklicherweise nicht – und somit auch keinen großflächigen Einsatz von chemischen Insektiziden und Herbiziden, vermutet Buck. Über den ein oder anderen Hobbygarten könne das (giftige) Mittel aber durchaus über die Biene bis in den Honig gelangen. Und das kann nicht nur dem Menschen, der ihn isst, sondern auch den Tieren, die ihn produzieren, schaden.

So legt eine neue Studie der Universität von Texas in Austin, nahe, dass Glyphosat eine wichtige Ursache für das weltweite Bienensterben sein könnte. Demnach wird durch Glyphosat das Immunsystem von Honigbienen derart geschwächt, dass sie schneller sterben, wenn sie mit Krankheitserregern in Berührung kommen.

Autor:

Alexandra Pfeifer

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