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Alfons Trapp ist Deutscher Meister im Tischfußball
Im Handumdrehen zur Weltmeisterschaft

Alfons Trapp aus Fellinghausen hat den Dreh raus: Der 65-jährige Fellinghausener ist deutscher Seniorenmeister im Tischfußball. Dass sein Sport nichts mit dem „Gedriller“ in der Kneipe zu tun hat, liegt auf der Hand: Vorsicht vor Spielern, die Handschuh tragen!
  • Alfons Trapp aus Fellinghausen hat den Dreh raus: Der 65-jährige Fellinghausener ist deutscher Seniorenmeister im Tischfußball. Dass sein Sport nichts mit dem „Gedriller“ in der Kneipe zu tun hat, liegt auf der Hand: Vorsicht vor Spielern, die Handschuh tragen!
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Michael Sauer

nja Fellinghausen. Spannung liegt in der Luft, wenn Alfons Trapp seine Elf in Position bringt. Er hat sie im wahrsten Sinne des Wortes fest im Griff. Der Fellinghausener ist gewissermaßen Spieler-Trainer und damit der zwölfte Mann – nicht auf, aber neben dem Fußballfeld. Und genau dort wird beim Tisch-Kickern das Spiel gewonnen. „Ich bin ehrgeizig“, sagt der 65-Jährige, der den Dreh raus hat. Er ist seit Kurzem Deutscher Meister in der Altersklasse Ü 63 und ließ bei den Titelkämpfen im saarländischen St. Wendel 18 Konkurrenten hinter sich. Damit schoss sich der Rentner nicht nur aufs Siegertreppchen, sondern erspielte sich ein Ticket für die Weltmeisterschaften im kommenden Sommer im französischen Nantes. Chapeau!

Alfons Trapp betreibt das Tischkickern mit großer Leidenschaft als Sport.

nja Fellinghausen. Spannung liegt in der Luft, wenn Alfons Trapp seine Elf in Position bringt. Er hat sie im wahrsten Sinne des Wortes fest im Griff. Der Fellinghausener ist gewissermaßen Spieler-Trainer und damit der zwölfte Mann – nicht auf, aber neben dem Fußballfeld. Und genau dort wird beim Tisch-Kickern das Spiel gewonnen. „Ich bin ehrgeizig“, sagt der 65-Jährige, der den Dreh raus hat. Er ist seit Kurzem Deutscher Meister in der Altersklasse Ü 63 und ließ bei den Titelkämpfen im saarländischen St. Wendel 18 Konkurrenten hinter sich. Damit schoss sich der Rentner nicht nur aufs Siegertreppchen, sondern erspielte sich ein Ticket für die Weltmeisterschaften im kommenden Sommer im französischen Nantes. Chapeau!

Alfons Trapp betreibt das Tischkickern mit großer Leidenschaft als Sport. Als Kind schon brachte er die Püppchen in Bewegung, „auf einem Stuhl kniend, weil ich zu klein für den Tisch war“, erzählt er aus jenen Zeiten, als eine Eltern eine Gaststätte an der Listertalsperre betrieben und dort ein „Kicker“ für Spaß und Spannung sorgte. Als Teenager hatte er sich schon so viel Finesse angeeignet, dass er auf Turnieren gegen Erwachsene antrat. Dann folgte eine lange Trainingspause. „Da habe ich richtig Fußball gespielt, bei der Spielvereinigung Eichen/Krombach.“ Zum 50. Geburtstag aber wurde er „getriggert“: Die Familie schenkte ihm ein handelsübliches Standfußballspiel. Die frühere Leidenschaft wurde wiederentdeckt – und wird seitdem ausgelebt. Mit Freude und Erfolg.

Deutscher Meister im Tischfußball: Beginn im Verein „Dampfwalze Siegen“

Schnell hatte er „alte“ Tricks wieder drauf. Auf Familienfeiern wollte bald niemand mehr gegen ihn antreten. 2009 dann schlug Trapp erstmals im Verein „Dampfwalze Siegen“ auf, wo das Tischkickern organisiert über die Bühne ging. Schließlich gibt es einen eigenen Verband, den DTFB (Deutscher Tischfußballbund). „Ich dachte, ich sei überdurchschnittlich gut und merkte sehr schnell: Ich war nichts“, erinnert sich der Mann, der mit den Händen Fußball spielt. Diese Erkenntnis führte zum nächsten Ehrgeiz-Schub.

Talent, Begeisterung und die „frühe Schule“ sorgten für rasche Qualitätssteigerungen in seinem Spiel. Ein professioneller Tisch musste herbei, für Bochum spielte der Fellinghausener in der Bundesliga – und auch bei den „Dampfwalzen“ schob er alles andere als eine ruhige Kugel. Die Corona-Pandemie brachte für den Siegener Verein das Aus. Turniereinnahmen fehlten, das Vereinslokal wurde aufgegeben. Im TuS Fellinghausen aber fanden die „Stehfußballer“ eine neue Heimat. Für den Turnverein reiste Trapp nun auch zur nationalen Meisterschaft. Was reizt den „Senior“ – so ist es auf seinem Trikot zu lesen – am Tischkickern? „Es ist ein körperlich und mental herausfordernder Sport“, gerät er ins Schwärmen: „Man steht dem Gegner direkt gegenüber, versucht, in seinen Kopf zu gelangen und selbst dem Druck standzuhalten.“ Die Auge-Hand-Koordination ist ebenso wichtig wie es Reaktionsgeschwindigkeit und Reflexe sind.

Auge-Hand-Koordination, Reaktionsschnelligkeit und mentale Stärke sind wichtig.
Alfons Trapp
erfolgreicher Standfußballer

Es gibt unterschiedliche Tische diverser Hersteller. „Sie alle erfordern ein jeweils anderes Spiel. Auch die Puppen sind unterschiedlich. Einige sind aus Vollmetall, haben den Schwerpunkt weit unten. Darauf muss man sich dann einstellen.“ Von Taktik und Schusstechniken erzählt er – vom Ziel, den Ball aus der „fünften Reihe kontrolliert in die dritte zu bugsieren und von dort ins Tor zu schießen.“ Er greift zur Stange und versenkt –peng! – das weiße Bällchen mit solcher Wucht im Tor, dass das Auge kaum hinterherkommt.

Deutscher Meister im Tischfußball: Freundschaftsspiel gegen Redakteurin

Trapp trainiert an einem Leonhart-Tisch, der einen „offenen Griff“ ermöglicht. Und auch einen „Jet“. Aha. Die durchaus sportaffine Zuhörerin versteht nur Bahnhof, lernt aber gerne dazu: Beim Jetten z. B. wird der Ball mit der Innenseite des Unterarms kontrolliert – und dann an einer geeigneten Position durch eine ganze Umdrehung der Figur geschossen. Abseits gibt es auf diesem Grün nicht. Wohl aber Fouls. Angriffsspieler vor dem Tor z. B. müssen binnen 15 Sekunden zum Abschluss kommen. Ist der Ball im Spiel, darf z. B. nicht „geredet, gestampft oder gezischt“ werden: Derlei Ablenkungen gelten ebenso als unsportlich wie das ruppige Anschlagen des Stangenstoppers am Spielfeldrand. Dadurch könnte der Ball verspringen. Bei offiziellen Turnieren, klärt Trapp auf, gibt es zwei „Schiris“: Einer schaut auf die Uhr, einer ahndet Fouls.

Das Interview endet übrigens mit einem Freundschaftsspiel: Alfons und die Redakteurin gegen Ehefrau Conny und Sohn Daniel. Der deutsche Meister „Ü 63“ schießt sein Duo zum durchaus knappen Sieg. Und auch dies nur, weil kein Schiedsrichter zugegen ist. Mit Zischlauten war es nämlich nicht getan. Kommentieren gehört nun mal zum beruflichen Alltag...

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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