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Buschhüttenerin Kathi Heide
In Afrika zweites Zuhause gefunden

Katharina Heide und Felix Dörr fühlen sich nicht nur in Buschhütten, sondern auch in Chabalisa/Tansania zu Hause. Dort unterstützen sie  ein Zentrum für Kinder mit Behinderungen. Die ersten Jungen und Mädchen sind derweil eingezogen.
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  • Katharina Heide und Felix Dörr fühlen sich nicht nur in Buschhütten, sondern auch in Chabalisa/Tansania zu Hause. Dort unterstützen sie ein Zentrum für Kinder mit Behinderungen. Die ersten Jungen und Mädchen sind derweil eingezogen.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

bjö Buschhütten. „Es fühlt sich immer an, wie nach Hause zu kommen.“ Das sagt die Buschhüttenerin Katharina Heide über ihre jüngste Reise nach Chabalisa in Tansania – den Ort, an dem ein Zentrum für Kinder mit Behinderungen entsteht. Dieses umfasst neben einem Wohnhaus nun auch eine Schule, die voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres ihren Betrieb aufnehmen wird. Das Zentrum haben Kathi und ihr Freund Felix Dörr maßgeblich mit aufgebaut – die SZ berichtete mehrfach. Als die beiden Bauingenieure in diesem Sommer erneut in Tansania...

bjö Buschhütten. „Es fühlt sich immer an, wie nach Hause zu kommen.“ Das sagt die Buschhüttenerin Katharina Heide über ihre jüngste Reise nach Chabalisa in Tansania – den Ort, an dem ein Zentrum für Kinder mit Behinderungen entsteht. Dieses umfasst neben einem Wohnhaus nun auch eine Schule, die voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres ihren Betrieb aufnehmen wird. Das Zentrum haben Kathi und ihr Freund Felix Dörr maßgeblich mit aufgebaut – die SZ berichtete mehrfach. Als die beiden Bauingenieure in diesem Sommer erneut in Tansania aufschlugen, um den Fortschritt des Bauprojektes zu begutachten, trafen sie auf die ersten sieben Bewohner – drei Mädchen und vier Jungen –, die fortan in dem der Schule angegliederten Wohnhaus für Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen ein Zuhause gefunden haben. Ihre lokalen Partner, die katholischen Ordensschwestern, kümmern sich rührend um die ersten Kinder, derer es in der neuen Unterkunft noch deutlich mehr werden sollen – das Domizil und dessen Mitarbeiter befinden sich in einer Art Eingewöhnungsphase, bevor das Haus komplett bewohnt und der Schulbetrieb angelaufen ist.

Zentrum für Kinder mit Behinderung

Die vier baulich miteinander verbundenen Klassenräume, an deren Errichtung Kathi und Felix federführend beteiligt waren, stehen „lernbereit“ und warten nur noch auf ihre Möblierung mit Schulbänken und sonstigen Utensilien für den Unterrichtsbetrieb. Seit Anfang Juni verfügt die komplette Einrichtung durch ein funktionierendes Regenwasseraufbereitungssystem über fließendes und sauberes Wasser – Kathi und Felix sei Dank.  „Das innovative Konzept ist optimal auf die widrigen Bedingungen vor Ort ausgelegt“, erklärt Felix Dörr; in jedem Fall sei die Anlage „nicht sehr fehleranfällig und verlangt keine komplizierte Wartung; zudem haben wir Schulungen mit unseren lokalen Partnern durchgeführt.“ Doch die beiden sind mit ihren Plänen für Chabalisa noch längst nicht am Ende: Nun möchten sie zum einen die Anlage mit einer einfachen, aber effizient arbeitenden Kläranlage für Toiletten- und Duschwasser ausstatten, deren geklärtes Wasser schließlich für die Gartenbewässerung zur Verfügung stehen soll. Eine Dreikammer-Klärgrube mit nachgeschalteter Pflanzenkläranlage soll es werden.

Nächstes Projekt: Solaranlage

In deren ersten Schritt werden Exkremente, Fette und Seife vom Wasser abgesondert, anschließend erfolgt eine biologische Reinigung innerhalb der Pflanzenkläranlage. Ein weiteres Entwicklungsziel für das Zentrum in Chabalisa: eine zeitgemäße Stromversorgung vor Ort – eine zentrale Einspeisung im Ort gibt es bislang noch nicht. Daher wollen Kathi und Felix eine Solaranlage finanzieren und installieren, um in den Häusern eine elektrische Beleuchtung zu betreiben.

Die Anschlüsse dafür liegen bereits, die Lampen hängen schon; der Strom muss nur noch seinen Weg zum Sicherungskasten finden. Während für die rund 5000 Euro teure Kläranlage bereits viel „Hardware“ vor Ort vorhanden ist, hoffen die beiden jungen Ingenieure für die mindestens genauso teure Solaranlage bereitwillige Spender in der deutschen Heimat zu finden, die bereit sind, mit Geldspenden oder passenden Materialien das Stromversorgungs-Projekt zu fördern.

Im nächsten Frühjahr werden beide wieder dort persönlich vor Ort sein – im Dezember dieses Jahres fliegen sie zuvor nach Äthiopien, um dort an anderen Entwicklungsprojekten mitzuarbeiten und ihre langjährigen Freunde wieder zu treffen. Kathi Heide und Felix Dörr waren gerührt von dem, was sie in Chabalisa während ihres jüngsten dreieinhalbwöchigen Aufenthalts vorfanden: „Es war toll zu sehen, wie die Ordensschwestern dort mit den ersten Kindern arbeiten“, erinnert sich Kathi. Sie erlebte „Kinder, die immer mehr aufblühen“ – das vor allem dank einer liebevollen Förderung. Nach getaner Arbeit haben es sich Kathi und Felix nicht nehmen lassen, mit den Kindern zu spielen, so malte Kathi unter anderem mit den Kindern mit Wasserfarben – „das war ein wahres Highlight“ –, Felix musizierte mit ihnen zu eigenen Gitarrenklängen. Dass die Kinder für einen Schulbesuch überhaupt ein Zuhause direkt am Lernort benötigen, habe praktische Gründe: „Für manche Kinder ist der Weg von ihrem Elternhaus zur Schule einfach von der Entfernung her unüberwindbar“ – nicht zuletzt aufgrund ihrer verschiedenartigen körperlichen Beeinträchtigungen.

20 Betten zurzeit

Gegenwärtig stehen 20 Betten zur Verfügung, weitere könnten auf dem großzügigen Gelände Platz finden. Felix Dörr stellt klar: „Diese Einrichtung wird in den nächsten zehn Jahren immer weiter wachsen.“ Was beide besonders schätzen: Der Bischof der Region steht voll und ganz hinter dem Projekt und denkt nicht in religiösen Grenzen: Mit Fatuma ist bereits ein Mädchen mit muslimischem Glauben bei den Ordensschwestern zu Hause. Alles, was Kathi Heide und Felix Dörr an Spenden für Chabalisa entgegennehmen, ist steuerlich absetzbar: Ihr Verein „Move-ING“ ist als gemeinnützig anerkannt und hat seinen offiziellen Sitz in Buschhütten. Dessen zwei Hauptakteure sind bekanntermaßen „vom Fach“: Kathi studiert derzeit im letzten Mastersemester Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Wasser und Umwelt, Mobilität und Infrastruktur in Karlsruhe. Ihr Freund Felix, Bauingenieur für „Water Science und Engineering“, arbeitet derzeit in Karlsruhe in einem Start-up-Unternehmen mit, das sich u. a. um Aufbauprojekte in Afrika bemüht.

Kathis und Felix‘ Engagement in Tansania und Äthiopien ist ehrenamtliche Arbeit. Derlei Leidenschaft mit beruflicher Existenzsicherung verbinden zu können, ist das Ziel der beiden. Dabei ist ihnen klar: Auf Dauer wollen sie dafür Deutschland verlassen.

Weitere Infos – auch das Spendenkonto – unter https://moveingev.wordpress.com Für jede eingegangene Spende an Move-ING, sind die beiden sehr dankbar:  
IBAN: DE50 4476 1534 2304 3994 00,   BIC: GENODEM1NRD , Volksbank in Südwestfalen eG.

Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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