Insolvenzrecht macht Schuldnerberatung reizvoll

Anlaufstelle in Kreuztal: Zuschuss für Diakonisches Werk?

Kreuztal. Über den Zuschussantrag des Diakonischen Werks Siegen für eine Schuldnerberatung in Kreuztal wird am Dienstag der Sozialausschuss beraten. In einem ersten Meinungsaustausch war die Frage aufgekommen, inwieweit von einer Zuschussgewährung Berufungswirkung auszugehen sei (wir berichteten). Die Verwaltung teilt jetzt mit: Der Caritasverband Siegen-Wittgenstein habe geäußert, „dass ein Beratungsangebot in Kreuztal vorstellbar sei, soweit ein städtisches Interesse dafür bekundet würde”.

Das neuerlich geltende Insolvenzrecht mache die Schuldnerberatung besonders reizvoll, so die Stadt weiter. Dies spiegele sich nach den Umfragen bei den drei Anbietern im Kreisgebiet (Diakonisches Werk, Caritasverband und Stadt Siegen) in der Zunahme der Fallzahlen und Nachfragen deutlich wider.

„Da die Schuldenproblematik im wesentlichen von allgemeinen gesellschaftlichen Prozessen (Arbeitslosigkeit, Ehescheidungen, allgemein zunehmende Realverschuldungen etc.) abhängig ist, ist die kreisweit registrierte Bedarfslage auch für Kreuztal anzunehmen”, heißt es.

Es sei auch davon auszugehen, dass der tatsächliche Beratungs- und Betreuungsbedarf sich noch deutlicher herauskristallisiere, wenn ein ortsnahes Angebot bestehe. Beim Diakonischen Werk würden zurzeit 103 „Fälle” bearbeitet, davon 18 Kreuztaler; die Warteliste umfasse 133 Namen, darunter 16 Kreuztaler. Die Wartezeit betrage zwei Jahre. Beim Caritasverband zeige sich folgende Situation: 65 Fälle werden derzeit bearbeitet, darunter acht Kreuztaler. Auf der Warteliste stehen 106 Namen (21 Kreuztaler). Wartezeit: mehr als ein halbes Jahr.

Das Diakonische Werk und der Caritasverband schätzten die Refinanzierung über die Zuwendungen aus dem Sparkassenfonds, von Land und Kreis auf etwa 50 Prozent. „Der Rest wird aus Eigenmitteln bestritten.” Noch ungünstiger stelle sich das Kostenbild der Stadt Siegen dar, wo nur die erfolgsabhängigen Einzelfallzuschüsse des Kreises und die Fondsanteile vereinnahmt würden. Bei einer Bezuschussung der Schuldnerberatung des Diakonischen Werks in Kreuztal müssten 20000 DM in den Haushalt für 2001 eingestellt werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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