Intensiv mit dem Pferd diskutiert

Heinz Welz weihte in die Geheimnisse des »Pferdeflüsterns« ein

anne Kreuztal. Wer hat nicht schon einmal von den Menschen gehört, die einen ganz besonderen Draht zu Tieren haben. »Flüstern« nennen einige diese Art des Umgangs mit Tieren, besonders nach dem populären Roman und dem Film »Der Pferdeflüsterer«. Was aber wirklich dahinter steckt, wie man richtig mit Tieren kommuniziert, das bleibt oft im Dunklen. Nicht aber bei den Seminaren von Heinz Welz und seinem Team. Zu Gast beim Reitverein Kindelsberg weihte der erfahrene Pferdemensch auch die Siegerländer in die Kunst der Kommunikation mit dem Pferd ein.

Heinz Welz selbst interessierte sich schon immer für Pferde und nahm auch selbst an Turnieren teil. Nach dem Lehramtsstudium arbeitete er dann als Journalist, bevor der Pferdeliebhaber Psychologie studierte. Im Anschluss daran zog es ihn nach Amerika, wo er bei einigen der so genannten »Horsewhisperer« lernte und später sogar zusammen mit dem bekannten Monty Roberts arbeitete. Seitdem lehrt er auch Pferdefreunde aus Deutschland und dem benachbarten Ausland, wie sie mit ihren tierischen Freunden besser umgehen können.

Basis für den Umgang mit Pferden, das machte Heinz Welz auch den Zuschauern in Kreuztal als erstes klar, sind dabei Vertrauen, Konsequenz, das Setzen von Grenzen und Gefühl. Und nicht nur bei seinen eigenen Pferden kann der Seminarleiter zeigen, welche Erfolge die »richtige« Kommunikation mit sich bringt, gerade auch bei fremden Pferden mit einem speziellen Problem veranschaulicht er gerne seine Arbeitsweise.

In der Kreuztaler Reithalle wartete Schulpferd »Angelo« am Wochenende darauf, vom »Pferdeflüsterer« ein wenig Hilfe zu bekommen, denn Angelo geht nicht freiwillig in einen Pferdeanhänger. Dass hinter Welz’ Arbeitsweise keine Zauberei steckt, wurde schnell klar. Mit der Arbeit im »Round Pen«, einem abgesteckten, großen Zirkel, erforschte der Pferdekenner zunächst die »Baustellen« des Schimmels. Nun waren Geduld und Konsequenz bei der Reparatur dieser Fehler gefragt. Um es mit Welz’ Worten zu beschreiben: »Wenn jemand ein Haus baut, möchte er sich am liebsten sofort an die Dachterrasse machen, aber viel wichtiger ist ein gutes Fundament. Ist das Fundament schlecht, braucht man viel Arbeit, um es wieder zu reparieren.«

Gleiches gelte für die Arbeit mit Pferden. Mit konsequenten Befehlen, direktem und indirektem Gefühl, lauter und leiser Körpersprache tastete sich der Windecker Horseman immer mehr an das Schulpferd heran. Dabei fasste Heinz Welz seine und Angelos Körpersprache für die Anwesenden in Worte. Es wurde klar, dass Mensch und Pferd rege Diskussionen führten, anstatt lediglich zu flüstern. Nach einigen Übungen am Halfter und weiterer fleißiger Kommunikation zwischen Heinz Welz und dem Schulpferd Angelo stellten sich bereits die ersten Erfolge ein: Angelo ging freiwillig in den Pferdeanhänger.

Wunder darf man bei der Arbeitsweise von Heinz Welz jedoch nicht erwarten. Immer wieder machte der Pferdeliebhaber klar, dass die Tiere Zeit brauchen, um sich Fehler oder vielmehr Eigenarten wieder abzugewöhnen. Als Heinz Welz dann zwei seiner eigenen Pferde präsentierte, konnten die Zuschauer sehen, zu welchen Ergebnissen die dauerhafte Kommunikation mit Pferden führen kann. Nur auf Blickzeichen hin bewegten sich die Pferde so, wie ihr Besitzer es von ihnen verlangte. Ohne Trense oder Halfter schaffte Heinz Welz vom Boden aus das, was viele noch nicht einmal im Sattel erreichen. Was die Zuschauer an diesem Nachmittag mitnehmen konnten, war auf jeden Fall die Erkenntnis, dass Kommunikation zwischen Mensch und Pferd über Körpersprache möglich ist. Eine Tatsache, die vielen Besitzern von »Problempferden« Hoffnung schenkt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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