Kassen tragen die Geriatrie mit

Krankenhaus-Geschäftsführer erläuterten Ergebnis der Nachverhandlungen

sob Kredenbach. SZ-Leser wussten es bereits vorab, gestern informierten die Geschäftsführer der heimischen Krankenhäuser nunmehr offiziell über das Ergebnis ihrer Verhandlungen mit der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände. Nachdem zwischenzeitlich »Sand im Getriebe« war, scheint die sprichwörtliche Kuh jetzt endgültig vom »Eis«. Kein Wunder, bei den Temperaturen der vergangenen Tage. Die Geschäftsführer zeigten sich jedenfalls überzeugt, dass unter dem Ergebnisprotokoll zum regionalen Krankenhaus-Planungskonzept auch die Unterschriften der Krankenkassenvertreter stehen werden. Dann tritt das Papier zwecks Genehmigung seine Reise zur Arnsberger Bezirksregierung an. Das gab die Geschäftsführerrunde gestern bei einer Pressekonferenz in der Kredenbacher Bernhard-Weiss-Klinik bekannt.

Sollte die Landesregierung den regionalen Krankenhausplänen zustimmen, wird die Bernhard-Weiss-Klinik das einzige Krankenhaus im Altkreis Siegen sein, dessen Bettenzahl aufgestockt wird. Aber an der Kredenbacher Klinik wird sich noch in einem weiteren Bereich bislang Einmaliges vollziehen. Im Zusammenhang mit dem geplanten Aufbau einer geriatrischen Abteilung haben sich die Siegerländer Krankenhäuser nämlich darauf verständigt, im Falle einer Unterdeckung gemeinsam Finanzhilfe zu leisten. Schule machen soll eine derartige »Bürgschaft« nicht, wie Dieter Korn, Geschäftsführer des Marienkrankenhauses, festhielt. Dennoch: Auch wenn niemand hofft, dass Zuschüsse für die Geriatrie tatsächlich gezahlt werden müssen, zeigt die Zusage, wie weit das Miteinander der heimischen Träger mittlerweile geht. Denn einem uralten Siegerländer Sprichwort zufolge hört die »Freundschaft« ja eigentlich beim Geld auf.

Auch der Aufbau der geriatrischen Abteilung in Kredenbach kostet Geld. 3,5 Mill e sind laut Klinik-Geschäftsführer Peter Ohrndorf derzeit kalkuliert. Gibt das Land sein Jawort zum regionalen Krankenhausplan, erwartet man auch für dieses Projekt Investitionszuschüsse. Dies gilt auch für den größten Kostenblock des Papiers, den geplanten Neubau eines Bettenhauses mit 90 Betten am Kreiskrankenhaus Hüttental. Insgesamt zielt das Papier allerdings darauf ab, die Zahl der Betten im Altkreis Siegen von derzeit 1874 um rund 200 zu reduzieren.

In der jüngsten Verhandlungsrunde mit den Krankenkassen wurde der Gesprächsrunde zufolge auch der Verbleib der Unfallchirurgie und der Gefäßchirurgie (mit 30 Betten) am Jung-Stilling-Krankenhaus vereinbart. Dem Haus Siegen, das zu einem modernen Belegarzt- und Ambulanzzentrum weiterentwickelt werden soll, würde die Handchirurgie (plastische Chirurgie) als Belegabteilung zugewiesen. Zumindest in Teilen noch offen ist, was sich am Freudenberger Bethesda-Krankenhaus ändern wird. Zwar sieht das Konzept vor, die Chirurgie als Teil der Inneren Medizin und die HNO-Abteilung dort zu erhalten. Die ursprünglich für das Bethesda-Krankenhaus vorgesehene Rheumatologie wird aber voraussichtlich einem der großen Krankenhäuser in Siegen zugeschlagen werden (müssen). Über die vorgeschlagene Einrichtung einer psychosomatischen Abteilung in Freudenberg soll, wie von der SZ bereits berichtet, im Rahmen der Psychiatrieplanung des Landes neu nachgedacht werden. Insgesamt, so stellte Pfarrer Horst Klein, Geschäftsführer der Diakonie in Südwestfalen, heraus, soll die qualifizierte Entgiftung von Suchtpatienten am Bethesda forciert werden. Klein: »Dem soll die Psychosomatik angegliedert werden.« Laut Bernd Schäfer, Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Siegen gGmbH, wird sich die Umsetzung des Konzepts auch bei Zustimmung der Landesregierung nicht von heute auf morgen realisieren lassen. Schäfer rechnet mit einem Realisierungszeitraum von sechs bis acht Jahren. Sowohl Schäfer als auch Ohrndorf stellten in diesem Zusammenhang fest, dass die in ihren Häusern bereits im Vorfeld eingeleiteten bzw. geplanten Maßnahmen (unter anderem die Schließung der geburtshilflichen Abteilungen) nicht im Zusammenhang mit dem regionalen Konzept stehen, sondern aus ökonomischen Gründen erforderlich gewesen seien.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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