Kirchenbänke auf Wurmkur geschickt

Mit vereinten Kräften räumten gestern freiwillige Helfer aus der Gemeinde die vom Holzwurm befallenen Bänke aus dem schmucken Krombacher Gotteshaus.  Foto: js
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js Krombach. Strömender Regen draußen und vom Holzwurm perforierte Möbel innen: Die Vorzeichen für einen froh gestimmten Einsatz standen nicht sonderlich gut, als sich gestern Vormittag eine Handvoll – zumeist älterer – Krombacher robuste Kleidung und Arbeitshandschuhe überzog und die ev. Kirche ausräumte. Dennoch zeigten die munteren Ehrenamtlichen, dass sie sich gern für „ihr“ Gotteshaus in Zeug legen. Immerhin soll der schweißtreibende Möbeltransport die Rettung für das doppelte Dutzend Kirchenbänke sein, in denen sich – wie berichtet – der Gemeine Holzwurm verbissen hat.

Mit zwei Lastwagen rückte die Fachfirma „Innovative Restaurierungstechnik“ (IRT) aus Lippstadt an, in denen die Sitzgelegenheiten aus dem 18. Jahrhundert verstaut wurden. „Die Kirchengemeinde hat sich dafür entschieden, den Holzwurmbefall mit ökologischen Mitteln zu bekämpfen“, erläuterte Restaurierungstechniker IRT-Chef Christoph Diers der SZ. Es gebe mehrere Möglichkeiten, den als Holzwurm bekannten Larven des Käfers „anobium punctatum“ den Garaus zu machen. Die Krombacher haben sich aber klar gegen eine toxische Maßnahme ausgesprochen, wie Helmut Peter, „Baubeauftragter“ der ev.-ref. Kirchengemeinde, ergänzte. „Dann wäre der zwar Wurm tot, aber die Gemeinde würde womöglich giftige Dämpfe einatmen.“ Daher sei bei der Wahl der Waffen die Wärmebehandlung der Experten aus dem Kreis Soest ins Spiel gekommen.

„Die Bänke werden in einer Wärmekammer bei einer Kerntemperatur von 52 bis 55 Grad und exakt regulierter Feuchtigkeit behandelt“, beschrieb Diers die Vorgehensweise. Bei der damit ausgelösten Eiweiß-Denaturierung hätten weder Ei noch Larve und schon gar kein Käfer eine Chance. Dies hätte auch vor Ort funktioniert. „Das wäre aber sehr viel teurer geworden“, hat sich Helmut Peter erkundigt. Mit rund 30 000 Euro müsste die Gemeinde rechnen, da in diesem Fall die gesamte Kirche erhitzt würde, während die Orgel eingepackt und auf niedrigerer Temperatur gehalten werden müsste. Nun wird sich die Rechnung auf etwa 7000 Euro belaufen.

Spätestens am Samstag, 28. August, sollen die Bänke allesamt wieder in der Kirche verschraubt sein – dann stehen gleich zwei Hochzeiten in der schmucken Kirche aus dem 13. Jahrhundert an. Peter: „Bis dahin wird alles wieder in Ordnung sein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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