SZ

Oldtimer-Fan mit Sammelleidenschaft
Klein-Wolfsburg im Hasenwäldchen

Was auf den ersten Blick chaotisch wirkt, ist für Roland Knebel klar strukturiert: Er kennt sich in jedem Winkel seines „Oldtimer-Museums“ in Littfeld aus und weiß, wo er nach welchem der rund 10 000 Exponate suchen muss.
17Bilder
  • Was auf den ersten Blick chaotisch wirkt, ist für Roland Knebel klar strukturiert: Er kennt sich in jedem Winkel seines „Oldtimer-Museums“ in Littfeld aus und weiß, wo er nach welchem der rund 10 000 Exponate suchen muss.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja  Littfeld.  Die Adresse klingt putzig, der Name weckt sofort die Neugier – die Kombination aus beidem spiegelt sich prompt im Entree wider und macht spontan gute Laune und Lust auf mehr – selbst für jemanden, der, nach Autos gefragt, sich oft nicht mehr als die Farbe merken kann. Roland Knebel, er ist vielen Siegerländern aus anderen Zusammenhängen gut bekannt (dazu später mehr), hat sich neben seinem Zuhause im Littfelder „Hasenwäldchen“ vor einigen Jahren einen lang gehegten Traum erfüllt: Sein „Oldtimer-Museum“ ist ein auf ungeplantes Wachstum ausgelegtes Sammelsurium rund um in die Jahre gekommene Fahrzeuge. Schwerpunkt: Volkswagen.

nja  Littfeld.  Die Adresse klingt putzig, der Name weckt sofort die Neugier – die Kombination aus beidem spiegelt sich prompt im Entree wider und macht spontan gute Laune und Lust auf mehr – selbst für jemanden, der, nach Autos gefragt, sich oft nicht mehr als die Farbe merken kann. Roland Knebel, er ist vielen Siegerländern aus anderen Zusammenhängen gut bekannt (dazu später mehr), hat sich neben seinem Zuhause im Littfelder „Hasenwäldchen“ vor einigen Jahren einen lang gehegten Traum erfüllt: Sein „Oldtimer-Museum“ ist ein auf ungeplantes Wachstum ausgelegtes Sammelsurium rund um in die Jahre gekommene Fahrzeuge. Schwerpunkt: Volkswagen.

Eigene Facebookgruppe

Die Einladung in die Facebookgruppe „Oldtimer-Museum“, die immerhin knapp 600 Mitglieder zählt, war der Auslöser, sich voller Neugier für einen Besuch anzumelden. Am Anfang der Recherche stand die Frage: Handelt es sich tatsächlich um ein Museum? Oder ist das ein Spaß? Ganz ehrlich? Es ist eine Kombination aus beidem. Mehr als 10 000 „Exponate“ hat Roland Knebel in einem Anbau über der Garage – der Keimzelle gewissermaßen – zusammengetragen und unkonventionell in Szene gesetzt: von noch original verpackten VW-Käfer-Türgriffen über eine Sammlung alter Tachos – „von jedem Käfer-Typ ein Exemplar“ – hin zu Radkappen, Modellautos, Originalwerksanleitungen für die Käfer-Restauration, Bausätzen und Nippes: Selbst die Asche seiner Selbstgedrehten landet in einem gläsernen VW-Cabrio. Draußen, vor der Tür: eine Sitzecke im Garten. Der Windschutz: die Vorderfront eines alten Bulli.

"Wenn Du im Winter Auto fahren willst..."

Als 2003 ein Bausparvertrag fällig wurde und ein Teil des Dachs undicht war, entstand die Idee der baulichen Erweiterung der Doppelgarage – in die Länge und in die Höhe: „Damit konnte auch der VW-Kram, der bisher im Wohnzimmer stand, dorthin übersiedeln – sehr zur Freude meiner Frau“, erzählt Roland Knebel, der vielen Zeitgenossen jenseits der 50 als einer der Köpfe der mobilen Disco „Atlantis“ und Mitorganisator der legendären Kreuztaler „Flick-Disco“ bekannt sein dürfte. Ein Schlussakzent war gewissermaßen das Startsignal: „Als die Atlantis-Anlage verkauft wurde, bin ich direkt zum Autohändler und habe mir 1989 einen damals vier Jahre alten BMW E 30 gekauft.“ Dann dräute der Winter, und Roland Knebel erinnerte sich an einen Spruch seines Vaters: „Wenn du im Winter Auto fahren willst, kauf dir einen Käfer.“ Gesagt, getan. Ebenfalls seit dem Jahr der „Wende“ befindet sich sein Herzstück, ein fröhlich-roter 1200er-Käfer Baujahr 1967, in seinem Besitz. „Ich habe aber erst geprüft, ob er auch tatsächlich liegende Scheinwerfer hat. Sechs-Volt-Scheibenwischer, Diagonalreifen – als ich ihn im Raum Lüdenscheid abgeholt hatte und mit 60/70 Sachen nach Hause juckelte, wackelte es gewaltig“, erinnert sich der Littfelder an die Jungfernfahrt. Der Käfer rollt noch heute durch die Lande: Er läuft und läuft und läuft ...

Ersatzteile, Modelle, Nippes

Dritter im Bunde der heutigen „Oldies“ ist ein Käfer-Cabriolet 1303, Baujahr 1976, das Knebel – er selbst übrigens „Baujahr 1960 – Anfang der 1990er-Jahre in Krombach erstand. Einige Zeit später erblickte er zufällig einen 1974er-VW-Bulli T2B. Flugs klemmte er mit Erfolg eine Botschaft hinter die Scheibenwischer: „Wenn Du zu kaufen bist...bitte melden!“ Komplett war das heutige „Klassiker“-Quintett Ende des Jahrtausends mit dem Kauf eines VW-Karmann-Ghia anno 1971, „der allerdings das volle Restaurierungsprogramm brauchte“, nicht nur, weil er aus einem Hausbrand gerettet worden war. Nach rund zehn Jahren wurde mit der Lackierung der teure Schlussakzent gesetzt. Auch heute noch schraubt der 60-Jährige mit Begeisterung an all seinen Schätzchen herum.  In der Zwischenzeit wuchsen die Regale und Winkel seines „Museums“ mit Ersatzteilen, Originalverpackungen und Schnickschnack wie lustiger „Winterkunst“ zu: Wenn das Siegerländer Wetter nicht zu Spritztouren einlädt, bastelt Roland Knebel witzige „Männeschen“ aus überschüssigen Ersatzteilen.

Oldtimerfreunde Kreuztal

Vor rund 18 Jahren gründete er auch die Oldtimerfreunde Kreuztal. Dass ausgerechnet er seit rund 15 Jahren nicht mehr selbst hinter dem Steuer eines fahrenden Autos sitzen darf, ist natürlich tragisch: Ein Augenleiden verbannt ihn seither auf den Beifahrersitz. Mit seiner Frau Silvia aber hat er eine hervorragende Chauffeurin, freut sich Roland Knebel, der auch weiterhin Originalersatzteile insbesondere seiner Lieblingsmarke aus Wolfsburg sammelt: Um seine fahrbaren Untersätze im wahrsten Sinne des Wortes am Laufen und gleichzeitig auch ein Kapitel deutscher Motorgeschichte am Leben zu halten.  Warum hat es ihm ausgerechnet der VW angetan? Seine Oldies, schwärmt Roland Knebel mit Glanz in den Augen, sehen einfach wunderschön aus, bereiten haptisch („kein Plastik“) und zudem fahrerisch Spaß – und haben Weltruhm erlangt. Letzteres wird sein kleines Museum nicht erreichen. Egal! Entfernt sich das Urgestein doch selbst am liebsten höchstens eine Benzinfüllung weit von der Siegerländer Heimat.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen