"Klimaschutz muss in die Öffentlichkeit"

nja Kreuztal. Die Informationsveranstaltungen zur Erstellung des integrativen Klimaschutzkonzepts für Kreuztal trafen, wie berichtet, kaum auf Interesse in der Kreuztaler Bevölkerung. Im Infrastruktur- und Umweltausschuss wurde das Papier, das als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Anstrengungen im Klimaschutz gilt, nun bei zwei Gegenstimmen (UWG und FDP) zur Verabschiedung an den Rat empfohlen.

Zur Erinnerung: Das integrierte Klimaschutzkonzept zeigt u. a. auf, welche technischen und wirtschaftlichen CO2-Minderungspotenziale bestehen und welche Maßnahmen vor Ort zur Verfügung stehen, um kurz-, mittel- und langfristig entsprechende Emissionen und auch Energieverbräuche zu senken. Mit der Ausarbeitung war eine Ingenieurgesellschaft für Energiewirtschaft aus Hockenheim beauftragt worden.

Das Konzept benennt alle relevanten Bereiche - von den Liegenschaften über die Straßenbeleuchtung bis hin zu privaten Haushalten, Handel, Gewerbe und Verkehr. Da der städtische Einfluss bei nur 1 Prozent liege, betonte Stadtbaurat Eberhard Vogel in der Sitzung, müsse das Thema dringend in die Öffentlichkeit: "Wir müssen die Menschen überzeugen."

Felix Viehmann (FDP) lehnte das Konzept ab: Es werde Kreuztal pro Jahr bis zu 103 000 Euro kosten - und das bei einem städtischen CO2-Sparpotenzial von besagtem 1 Prozent. Er wünschte, die Bemühungen "kleiner aufzuhängen".

Dr. Bernhard Kraft (Grüne) vertrat zwar den Standpunkt, ein Klimaschutzkonzept sei wichtig - auch um in den Genuss von Fördermitteln zu gelangen. Allerdings war er nicht einverstanden mit den präsentierten Ergebnissen. Es liege keine breite Öffentlichkeitsbeteiligung zugrunde, die beiden Veranstaltungen seien Vorträge, keine Workshops gewesen, eine Bürgerbeteiligung habe nicht stattgefunden: "Das sollte nachgeholt werden." "Erschrocken" habe ihn der vorgestellte Maßnahmenkatalog, der "aus allgemeinen Textbausteinen" bestehe: "Konkretes müssen wir selbst erarbeiten". Dabei solle auf vorhandene Strukturen aufgebaut werden, so Dr. Kraft. Arne Siebel (CDU) rief in Erinnerung, dass Kreuztal auch ohne Klimaschutzkonzept, das er ausdrücklich begrüßte, schon aktiv gewesen sei. Stadtbaurat Vogel bestätigte: Klimaschutzrelevante Investitionen fänden Jahr für Jahr im Etat Niederschlag. Stimmt der Rat dem vorgeschlagenen Prozedere zu, wird die Stadt Fördermittel für die Stelle eines Klimaschutzmanagers beantragen. Vogel: "Das Klimaschutzkonzept ist Voraussetzung für eine Förderung."

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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