»Kollision« und »Großbrand«

Kreuztaler zogen bei Herbstübung sämtliche Register

bjö Fellinghausen. Staus sind nichts Ungewöhnliches auf der Fellinghausener Heesstraße Doch was die freiwilligen Helfer von Feuerwehr und Rotem Kreuz dort am Samstagmorgen inszenierten, ließ auf den ersten Blick Schlimmeres vermuten. Nicht jeder Autofahrer schien beim einspurigen Passieren der Großübung auf Anhieb zu realisieren, dass die ineinander verkeilten Fahrzeuge keineswegs im Straßenverkehr zusammengestoßen, sondern von den Übungsverantwortlichen sorgsam zusammengeschoben worden waren. Doch die souveräne Ruhe, mit der die Retter zu Werke gingen, entlarvte die Situation als Übungsgeschehen, in dem Schritt für Schritt der Prototyp einer technischen Rettung ablief.

160 Einsatzkräfte der Stadtfeuerwehr Kreuztal und der Thyssen-Krupp-Werkfeuerwehr sowie 40 Helfer des DRK waren in die Herbstübung auf dem Gelände des Autohauses Hoppmann. Entsprechend der üblichen Größenordnungen Kreuztaler Herbstübungen war es nicht bei der Kollision von zwei Pkw und einem VWS-Bus geblieben; ein dabei entstandenes Feuer hatte fiktiv die gesamte Firma in Brand gesetzt.

Die anstrengendste Feinarbeit leisteten jene Helfer, die mit der technischen Rettung beschäftigt waren. Die Löschgruppen aus Fellinghausen, Buschhütten und Osthelden unterstützten den Löschzug Kreuztal, der von der Glassäge über den Rettungszylinder bis zum Spreizer alles an Gerätschaften aufbot, was im Rüstwagen als brauchbares Werkzeug bereitlag. Im Ernstfall wäre Feuerwehrarzt Dr. Eberhard Schmitt wohl hoffnungslos überfordert gewesen: Als einziger Mediziner koordinierte er die Rettung von über einem Dutzend »Verletzten«. Das ausgedachte Brandszenario forderte die restlichen Helfer: Menschenrettung unter Atemschutz sowie der Aufbau von Wasserentnahmestellen und -förderstrecken standen hier im Vordergrund.

Auch Bürgermeister Rudolf Biermann wagte sich an die Unfallwracks. »Kreuztal kann sich auf seine Freiwillige Feuerwehr verlassen«, lautete sein Fazit. Mit kritischem Fachblick streifte außerdem Kreisbrandmeister Gerhard Müller über das Gelände: »Im Ernstfall hätte man sicher die Straße für die Rettung sperren können«, berücksichtigte er die Erschwernis, bei halb fließendem Verkehr eine sichere Rettung am Straßenrand darzustellen.

Den abendlichen Feuerwehrball in der Stadthalle nutzte Wehrführer Berthold Braun, über die Belastung ehrenamtlicher Helfer im Einsatz nachzudenken: »Ich stelle mir die Frage: Wieviel kann man den Leuten noch zumuten?« Er erwähnte, dass bereits über 120 Einsätze im laufenden Jahr abgeleistet worden seien.

Im Vorfeld eines Sketch- und Tanzprogramms erhielten Bernd Dreute aus Kreuztal und Hans Schmidt aus Littfeld (abwesend) das Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 35-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Rolf Klappert und Hans-Martin Pilz (beide Eichen), die Krombacher Detlev Schneider und Stefan Loos sowie (in Abwesenheit) der Kreuztaler Peter Völkel erhielten das Ehrenzeichen in Silber für 25-jährigen Feuerwehrdienst.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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