Kornritter »bewachen« den Hauberg

In Fellinghausen kamen gestern wieder die Sicheln zum Einsatz / Ernte nicht allzu üppig

nja Fellinghausen. Sommerzeit ist Erntezeit – nicht nur in den heimischen Gärten und auf den Feldern, sondern auch im Historischen Hauberg Fellinghausen. Dort griffen die engagierten Damen und Herren gestern einmal mehr zu den Sicheln, schnitten die Halme und bündelten sie zu Garben. Kenner der Siegerländer Haubergstradition wissen: Das Benutzen von Sensen ist untersagt, damit die jungen Stockausschläge nicht beschädigt werden.

Sodann »bastelten« der Fellinghäuser Waldvorsteher Werner Herling und seine Kolleginnen und Kollegen gestern aus den Roggengarben die immer wieder hübsch anzusehenden »Kornritter« samt »Hut«. Auf diese Weise soll das Trocknen des Getreides schneller vonstatten gehen. »Eine Teilfläche haben wir nicht abgeerntet«, erklärte Herling und wies auf die in der kommenden Woche anstehende Ferienspielaktion im Historischen Hauberg hin: 22 Jungen und Mädchen haben sich angemeldet, um dem verbleibenden Roggen »auf den Halm« zu rücken, das Getreide sodann zu dreschen, in der Nenkersdorfer Mühle zu mahlen und im Mittelheeser Backes in knuspriges Brot zu verwandeln.

Die Ernte, so erzählten die agilen Waldgenossen, sei in diesem Jahr nicht ganz so üppig wie beim letzten Mal. Ob dies nun an der Witterung oder an den Bodenverhältnisse liege, sei schlecht zu klären. Die Mitglieder des Arbeitskreises Historischer Hauberg verzichten mittlerweile darauf, das Korn selbst zu dreschen: Die Kornritter werden vielmehr einigen Kirchengemeinden als Altarschmuck für das Erntedankfest zur Verfügung gestellt.

In den kommenden 14 Tagen stehen im Forst oberhalb Fellinghausens die Bodenvorbereitung für die neue Roggeneinsaat, das Abhacken der oberen Vegetationsschicht und deren Verbrennen (Stichwort: »Brasebrö«) im Terminkalender. Anfang September soll die neue Roggeneinsaat erfolgen.

Alleine sind die Hüter des Haubergbrauchtums nicht oft bei der Arbeit: Rund 1500 Besucher sehen sich Jahr für Jahr vor Ort um, erzählte Werner Herling. Zwei Gästebücher sind schon randvoll mit Eintragungen. Die bislang »exotischste« Gruppe war aus Vietnam angereist; ihr gehörte sogar der dortige Agrarminister an.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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