Kreuztal braucht keine hauptamtliche Wache

Brandschutzbedarfsplan: dezentrale Löschgruppen-Struktur sinnvoll und effektiv / »Ehrenamtlichkeit und Freiwilligkeit«

nja Kreuztal. 241 »Blauröcke« sind am Fuße des Kindelsbergs einsatzbereit – 14 mehr als das Soll es vorschreibt. Die Freiwillige Feuerwehr Kreuztal biete in ihrer Struktur die Gewähr für einen umfassenden Schutz der Bürger für mögliche Schadenslagen, so resümiert die Kommune im aktuellen Brandschutzbedarfsplan, der gestern im Feuerwehrausschuss beraten und einstimmig dem Rat empfohlen wurde. Das Papier dient als Basis für die nächsten fünf Jahre.

Leistungsfähigkeit und Ausstattung der Wehr seien hervorragend, und dies solle auch so bleiben, befand Dezernent Reiner Tiepelmann. »Insbesondere die dezentrale Organisationsstruktur erweist sich für den Brandschutz in Kreuztal als vorteilhaft.« Eine hauptamtliche Wache »ist und wird keine Alternative sein«. Dies beweise der Bedarfsplan. Kreuztal setze weiterhin auf die Ehrenamtlichkeit und Freiwilligkeit der städtischen Feuerwehr. Die Zahl der Gerätehäuser sei ausreichend; auch seien sie gut platziert. Der mittelfristige Beschaffungsbedarf an zusätzlichen Fahrzeugen sei eher gering. Jedoch bestehe bei Ersatzbeschaffungen Umrüstungsbedarf in Richtung Löschgruppenfahrzeug LF 8/6. Kredenbach führt hierbei die Prioritätenliste an.

Bedarf gebe es auch bei den Funkgeräten im 2-Meter-Band-Bereich sowie mit Blick auf Funkmeldeempfänger, so der Dezernent. Gleiches gelte für Atemschutzgeräte samt Gerätewagen. Geringere, noch planerisch zu untersuchende Umbaumaßnahmen ergäben sich in Kredenbach und Osthelden sowie mit Blick auf eine Garage in Fellinghausen für ein neues LF 8/6. Dies steht aber wohl nicht vor 2006 an. Karl-Heinz Keuper (SPD) brach eine Lanze für letztgenannte Anschaffung. Fellinghausen, so Tiepelmann dazu, solle kein »Stiefkind« sein. Doch gebe es für das Umfeld des Gerätehauses (ein Stichwort: »Dorfplatz«) derzeit etliche Überlegungen, sollten alle Möglichkeiten zunächst in Erwägung gezogen werden.

Das umfangreiche Papier zum Brandschutz, so Bürgermeister Rudolf Biermann, vermittle dem Bürger das Gefühl, die Feuerwehr sei für alle Eventualitäten gerüstet. Das Schutzziel des Plans werde am »kritischen Wohnungsbrand« unter Berücksichtigung von Hilfsfristen, Funktionsstärke und am Erreichungsgrad festgemacht. In durchschnittlich acht von zehn Fällen, so Tiepelmann, sei die Wehr rechtzeitig am Einsatzort. Allein die Stadtteile Mittelhees (67 Einwohner) und Oberhees (89 Einwohner), so ist dem Plan zu entnehmen, werden nicht binnen der vorgeschriebenen Frist von neuneinhalb Minuten erreicht. Diese Defizite könnten nicht behoben werden, stellten den Bedarfsplan aber auch nicht in Frage, beantwortete Tiepelmann eine Frage der Ausschussvorsitzenden Elke Groos (CDU).

Die Stadt müsse sich am finanziell Machbaren orientieren, so Tiepelmann weiter. Ein Finanzierungsvorbehalt müsse deutlich formuliert werden; auch seien jeweils aktuelle Bedarfsprüfungen unerlässlich. So wird z.B. auch der HTS-Weiterbau Richtung Krombach mittelfristig bei den Planungen eine Rolle spielen. Ein bezahlbarer Brandschutz für Kreuztal könne nur durch eine Freiwillige Wehr gewährleistet werden, wurde Tiepelmann deutlich. Wie Wehrführer Friedrich Hahn sprach er sich für eine starke Nachwuchswerbung aus. In Kommunen des Kreises mit »mehr Dorfleben« , so Tiepelmann, sehe das Verhältnis von Einwohnerzahl zur Anzahl der »Blauröcke« besser aus. Kreuztal liege nicht einmal im Mittelfeld. Gut seien die Ansätze in der Brandschutzerziehung.

Der Bedarfsplan enthält etliche interessante Fakten – so auch diese: Die Zahl der wirklich erforderlichen Feuerwehreinsätze (60 bis 70 Brände und etwa 40 technische Hilfeleistungen) sei in den vergangenen zehn Jahren konstant geblieben, berichtete Tiepelmann. Verdreifacht habe sich hingegen die Zahl der ärgerlichen Fehlalarmierungen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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