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Amprion lehnt Alternativtrasse nach Meiswinkel ab
Kreuztal kämpft fürs Heestal

Kreuztal bereitet sich – vorsorglich – auf einen juristischen Kampf für den Erhalt des
Kulturlandschaftsraums und Naherholungsgebiets Heestal vor. Streitpunkt: Die von
Amprion geplante Höchstspannungsfreileitung und auch der Bau eines Umspannwerks in Junkernhees.
  • Kreuztal bereitet sich – vorsorglich – auf einen juristischen Kampf für den Erhalt des
    Kulturlandschaftsraums und Naherholungsgebiets Heestal vor. Streitpunkt: Die von
    Amprion geplante Höchstspannungsfreileitung und auch der Bau eines Umspannwerks in Junkernhees.
  • Foto: Jan Schäfer (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nja Junkernhees. Die Stadt Kreuztal rüstet sich für ein mögliches Gerichtsverfahren, um das Heestal vor den Amprionplänen zu bewahren, die dort nicht nur eine Höchstspannungsfreileitung vorsehen, sondern auch den Bau eines Umspannwerks (die SZ berichtete). Der Grund: Der Netzbetreiber Amprion hat nun mitgeteilt, es werde nur noch seine ursprüngliche Antragstrasse geplant: „Eine rechtssichere Beantragung der Variante durch den Wald ist unserer Auffassung nach nicht möglich“, zitiert die Verwaltung aus dem Schreiben. Man stütze sich dabei offenbar auf eine Stellungnahme des Landesbetriebs Wald und Holz, ignoriere aber eine Stellungnahme der Denkmalbehörde zugunsten der Alternativtrasse, der Variante Meiswinkel.

nja Junkernhees. Die Stadt Kreuztal rüstet sich für ein mögliches Gerichtsverfahren, um das Heestal vor den Amprionplänen zu bewahren, die dort nicht nur eine Höchstspannungsfreileitung vorsehen, sondern auch den Bau eines Umspannwerks (die SZ berichtete). Der Grund: Der Netzbetreiber Amprion hat nun mitgeteilt, es werde nur noch seine ursprüngliche Antragstrasse geplant: „Eine rechtssichere Beantragung der Variante durch den Wald ist unserer Auffassung nach nicht möglich“, zitiert die Verwaltung aus dem Schreiben. Man stütze sich dabei offenbar auf eine Stellungnahme des Landesbetriebs Wald und Holz, ignoriere aber eine Stellungnahme der Denkmalbehörde zugunsten der Alternativtrasse, der Variante Meiswinkel.

Baustopp im Eilverfahren

Der Fachausschuss soll daher kommenden Montag grünes Licht geben, die rechtlichen Möglichkeiten „für den bestmöglichen Erhalt des Heestals“ auszuschöpfen – „in letzter Konsequenz gegebenenfalls auch vor Gericht“. Denkbar sei dies auch im Verbund mit anderen Betroffenen, z. B. der Bürgerinitiative Junkernhees.
Bei Bedarf soll per Eilverfahren auch ein Baustopp erwirkt werden. „Eine echte Alternativenprüfung hat aus Sicht der Verwaltung noch gar nicht stattgefunden, denn dazu müssten die verschiedenen relevanten Belange für beide Trassen geprüft werden. Bezüglich der Umspannanlage liegt ebenfalls noch keine aussagekräftige Alternativenprüfung vor“, kritisiert die Stadtplanung. „In sämtlichen bisher vorliegenden Untersuchungen wird die Bedeutung des Heestals für die Stadt Kreuztal und im regionalen Kontext in der planerischen Abwägung nicht ansatzweise berücksichtigt.“ Darüber hinaus würden die Auswirkungen der Höchstspannungsfreileitung und der Umspannanlage „allenfalls fragmentarisch und theoretisch untersucht“.

"Erhebliche Bedenken" seitens des Landesbetriebes

Zur Erinnerung: Die alternative Route, die von Stadt und BI gefordert wird, weicht zwischen Fellinghausen und Meiswinkel gegenüber den Amprionplänen deutlich ab; sie führt durch Waldgebiet. Anstelle des Baus eines Umspannwerks auf „Säubelzes Wiese“ wird zudem die Ertüchtigung der Umspannanlage Altenkleusheim vorgeschlagen.
Was aber schreibt der Landesbetrieb Wald und Holz und somit das Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein in seiner Stellungnahme? „Gegen die geplante Führung der Alternativtrasse Meiswinkel/Junkernhees bestehen erhebliche Bedenken“, ist zu lesen: Sie verlaufe zu weiten Teilen durch bislang von Leitungsbau verschonte Waldbereiche. Von teilweise hochwertigen Waldflächen auf einer Länge von 1580 Metern ist die Rede. Rund 19 Hektar Waldfläche würden in Anspruch genommen. Das in Frage kommende Waldgebiet genieße einen besonderen Schutz. Die von Amprion vorgeschlagene Trasse durch das Heestal sei eine „zumutbare Alternative“, bei der erheblich weniger Wald beansprucht werde. Die Forstbehörde bezieht sich in ihrem Plädoyer u. a. auf den Landesentwicklungsplan.
Die BI Junkernhees setzt einige Fragezeichen hinter das insgesamt zwölfseitige Papier der Landesbehörde und moniert: Wald und Holz habe ihr gegenüber erklärt, die Stellungnahme basiere auf den Amprion-Daten. BI-Sprecher Ansgar Klein: „Das geht doch nicht!“ Man habe der Forstbehörde nun Unterstützung bei der Recherche angeboten. Auch um einen Ortstermin mit allen Betroffenen habe man sich bemüht – vergebens, so Klein: Die Bezirksregierung halte dies für nicht notwendig.

Geht die Sache bis zum Bundesverwaltungsgericht?

Ansgar Klein und seine Mitstreiter sind verärgert: „Wo befinden sich die hochwertigen Waldflächen? Die soll man uns zeigen. Der Fichtenwald entlang der Alternativtrasse ist vom Borkenkäfer befallen, der Rest Kyrillfläche. Wie kommen die 19 Hektar zustande? Die Zerschneidung eines 500 Jahre alten geschützten Kulturlandschaftsraums, die Beeinträchtigung von Denkmälern und der Wegfall der Naherholungsfunktion des Heestals, das Verhältnis von Freiland (15 Prozent) zu Wald (60 Prozent), die Auswirkungen der Ampriontrasse auf Anwohner: Dies alles spricht dafür, dass dies keine zumutbare Alternative darstellt – auch nicht unter Gesichtspunkten des Landesentwicklungsplans!“
Die Kindelsbergkommune hält es für denkbar, dass das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bemüht werden muss. „Die BI ist jedenfalls gewillt, so weit zu gehen. Nach allem muss die Stadt Kreuztal ein großes Interesse daran haben, dies ebenfalls zu tun. Durch ein gemeinsames Vorgehen wäre eine deutliche Kostenersparnis auf beiden Seiten zu erwarten.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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