Verbindung zwischen Lokschuppen und Bahnhof gewünscht
Kreuztal sucht den Anschluss

Unüberwindbares Hindernis: Das Lokschuppenareal (r.) liegt nur einen Steinwurf vom Kreuztaler Bahnhof (l.) entfernt, einen direkten Anschluss gibt es aber nicht. Ob sich daran etwas ändern lässt? Eine Machbarkeitsstudie soll Hinweise geben.
3Bilder
  • Unüberwindbares Hindernis: Das Lokschuppenareal (r.) liegt nur einen Steinwurf vom Kreuztaler Bahnhof (l.) entfernt, einen direkten Anschluss gibt es aber nicht. Ob sich daran etwas ändern lässt? Eine Machbarkeitsstudie soll Hinweise geben.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Kreuztal. Wie stehen die Chancen, das weitgehend brach liegende Lokschuppengelände am Kreuztaler Bahnhof ins Leben zurückzuholen? Mit dieser Frage soll sich eine Machbarkeitsstudie befassen, die der Rat in der kommenden Woche in Auftrag geben soll. Der zuständige Infrastrukturausschuss empfahl diesen Schritt am Montag bereits mit einstimmigem Votum.

Ikek-Projekt voranbringen

Die Studie soll dabei helfen, ein im 2016 beschlossenen Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (Ikek) der Stadt festgeschriebenes Projekt voranzubringen. Darin ist die Rede von einer Brachflächenreaktivierung der Areale südlich und nördlich des Lokschuppens, der selbst inzwischen als „Café Basico“ nicht nur durch die heimische Tangoszene voller Leben ist.

Bei der Flächenreaktivierung solle es laut Stadtplanerin Petra Kramer nicht um oberflächliche Verschönerungsmaßnahmen gehen. Vielmehr soll die Nutzbarkeit des zentralen und zugleich extrem abgelegenen Areals durch eine Neustrukturierung verbessert werden. Eine Bestandsanalyse soll Einschätzungen zu möglichen Altlasten auf dem ehemaligen Bahngelände geben, auch Flora und Fauna sollen unter die Lupe genommen werden, der verborgene Einmündungsbereich Ferndorf/Littfe soll erlebbar gemacht werden.

Verbindung über die Gleise schaffen

Zwei wesentliche Punkte stellt sich die Stadt vor: Es könnte jenseits der Gleise ein weiterer Park-and-Ride-Parkplatz entstehen, der den vorhandenen, zumeist ausgelasteten ergänzen könnte. Dieser müsste natürlich sinnvoll angeschlossen werden an den Bahnhof – entweder als Unterführung oder als Brücke. Die jetzige 2 Kilometer lange fußläufige Zuwegung über die Hüttenstraße und somit durch ein Gewerbegebiet ist schließlich ungeeignet.

Ausschussvorsitzender Andreas Müller (SPD) befürchtete, die Stadt stelle sich eine „Ewigkeitsaufgabe“, da die Deutsche Bahn involviert werden müsse. Dieter Gebauer (Grüne) fand es „gut, das endlich in Angriff nehmen zu wollen“. Auch die Anbindung der Mühlbergsiedlung an die Innenstadt werde damit verbessert.

CDU: Gewerbeflächen nicht vergessen

Harald Görnig (CDU) fragte, ob es nicht sinnvoller sei, das Areal als Gewerbefläche auszuweisen, anstatt es als P+R-Parkplatz zu nutzen. „Die Fläche ist groß, beides ist möglich“, erklärte Bürgermeister Walter Kiß. Der jetzige Parkplatz habe seine Kapazitätsgrenze erreicht – aber nicht nur deshalb hat die Stadt ihn ins Kalkül gezogen: „Ohne eine solche Verwendung ist es nicht so leicht, Fördermittel zu erhalten.“ Kiß erinnerte daran, dass die Verwaltung nun lediglich ein mit dem Ikek längst beschlossenes Projekt umsetzen wolle.

„Wir wollen die Planung nicht über Bord werfen“, sagte CDU-Fraktionschef Arne Siebel. Man müsse jedoch wertvolle Gewerbeflächen auch im Auge behalten. Jochen Schreiber (SPD) hoffte, dass die mit einem Übergang notwendigen Aufzüge besser funktionierten als die der Bahn; damit spielte er auf die regelmäßigen Pannen in den bestehenden Bahnhofsaufzügen an. Harald Görnig plädierte dafür, auch Alternativflächen für einen P+R-Parkplatz zu suchen, etwa im Bereich des Heugrabens. Die Anfahrt jenseits der Gleise sei schon ein „ziemliches Gejuckel“.

Synergien erhofft

Für Gewerbeflächen erhoffe sie sich von dem Projekt große Synergien, erklärte Petra Kramer. Daher helfe ein solcher Parkplatz im Bereich des Lokschuppens mehr als einer am Heugraben. Felix Viehmann (FDP) regte an, (zusätzlich) zu prüfen, ob der bestehende Parkplatz mit einem oder zwei Parkdecks erweitert werden könnte. Bürgermeister Kiß brachte indes „städtebauliche Grenzen“ ins Spiel. Denkbar sei eine solche Erweiterung, aber auch nicht unbedingt günstiger. Zudem komme es damit nicht zu einem ein gewünschten Zusatzeffekt – dass der P+R-Parkplatz als Fördervehikel dienen könnte. „Auch für eine solche Entscheidung ist die Machbarkeitsstudie unerlässlich“, meinte Petra Kramer. Diese soll rund 75 000 Euro Kosten und selbst bezuschusst werden.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.