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Haubergsgenossen wollen helfen
Kreuztaler spenden Holz an Hochwasseropfer

Wie ein Uhrwerkfunktionierte am Samstag das Zersägen, Spalten und Aufladen einer stattlichen Menge an Brennholz für die Flutopfer in der Eifel.
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  • Wie ein Uhrwerkfunktionierte am Samstag das Zersägen, Spalten und Aufladen einer stattlichen Menge an Brennholz für die Flutopfer in der Eifel.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bjö Ferndorf/Antweiler. „Wir hatten gerade abgeladen, da stand bereits der erste Pkw da und hat Holz geholt“, schildert der Ferndorfer Dirk Werthenbach einen emotionalen Moment seines „Ausflugs“ ins Oberahrtal. Gemeinsam mit acht weiteren Kreuztalern und rund 100 Kubikmetern Holz hatte er sich am frühen Sonntagmorgen auf den Weg gemacht, um eine großzügige Spende in Form von Siegerländer Brennholz in Antweiler abzuladen, einem 600-Seelen-Ort, der von der Hochwasser-Katastrophe im Sommer heimgesucht worden ist.
Kreuztaler...

bjö Ferndorf/Antweiler. „Wir hatten gerade abgeladen, da stand bereits der erste Pkw da und hat Holz geholt“, schildert der Ferndorfer Dirk Werthenbach einen emotionalen Moment seines „Ausflugs“ ins Oberahrtal. Gemeinsam mit acht weiteren Kreuztalern und rund 100 Kubikmetern Holz hatte er sich am frühen Sonntagmorgen auf den Weg gemacht, um eine großzügige Spende in Form von Siegerländer Brennholz in Antweiler abzuladen, einem 600-Seelen-Ort, der von der Hochwasser-Katastrophe im Sommer heimgesucht worden ist.

Kreuztaler Haubergsgenossenschaften spenden

Am Tag zuvor hatte er mit gut zwei Dutzend Kameraden der Kreuztaler Stadtfeuerwehr und weiteren Helfern auf dem ehemaligen Fabrikgelände am Ferndorfer Mühlenweg den Hilfstransport vorbereitet: Wie ein Uhrwerk funktionierte am Samstag das Zersägen, Spalten und Aufladen einer stattlichen Menge an Brennholz für die Flutopfer in der Eifel. Es stammt von Haubergsgenossenschaften aus Kredenbach, Krombach, Littfeld und Volnsberg – auch ein Eichener Privatmann hatte Brennmaterial gespendet.

Fahrzeuge und Technik zur Verfügung gestellt

Um es für einen kompakten Transport sowie die Nutzung als Brennholz „in Form“ zu bringen, hatte Dirk Werthenbach, selbst Löschgruppenführer in Ferndorf und stellv. Haubergsvorsteher in Kredenbach, eine reibungslos funktionierende Truppe von Helfern aus den Reihen der Stadtfeuerwehr Kreuztal zusammengetrommelt. Forstbetreiber und einheimische Spediteure stiegen unentgeltlich mit ein, stellten Fahrzeuge und Technik zur Verfügung und packten selbst mit an, um die ehrenamtliche Hilfsaktion „rund“ zu bekommen.

Viele Menschen in Antweiler heizen mit Holzöfen

Mit zwei Großcontainern und einem 40-Tonnen-Lkw lieferten die Kreuztaler das Holz im Laufe des Sonntags an einem Ort ab, in dem die Spuren des Hochwassers noch längst nicht beseitigt sind: 128 Häuser allein in diesem Dorf seien beschädigt, erklärte die Antweiler Feuerwehr-Chefin Melanie Ullrich gegenüber der SZ. Eine Fußgängerbrücke wurde dort von den Fluten weggerissen, viele Geschäfte wie Wohnungen traf es hart. An der Ahrtalstraße ist die Versorgungssituation besonders prekär: „Viele warten darauf, dass sie wieder eine Heizung haben und behelfen sich in der Zeit mit Holzöfen“, so Melanie Ullrich. Ihr selbst seien 30 Meter Festmeter Holz in den Fluten buchstäblich weggeschwommen.
Auf die Idee gekommen, mit Brennholz praktisch und direkt zu helfen, war Dirk Werthenbach, als er in einem Gespräch mitbekam, dass Schornsteinfeger im Flutgebiet zurzeit mit der Reaktivierung vieler Schornsteine beschäftigt seien. „Da kam mir die Idee: Wenn die dort viele Kamine haben, brauchen die auch was zum Heizen.“

Feuerwehr hilft über Stadtgrenzen hinaus

Über seine langjährigen Rettungsdienst-Einsätze für den Notarzt im Rennbetrieb auf dem Nürburgring hatte Dirk Werthenbach ohne Weiteres einen Kontakt ins betroffene Ahrtal hergestellt. So fand er schnell eine Anlaufstelle für seine Brennholzidee. Am Material selbst, dem größtenteils bereits geschlagenen Holz aus den genannten Waldgebieten, mangelte es ebenso wenig wie an der direkten Vorgehensweise des Initiators: „Dann bin ich eben betteln gegangen“, schildert Dirk Werthenbach seine Suche nach Unterstützern.
Die vollendete sich am Sonntag mit dem Abladen in der Verbandsgemeinde Adenau, zu der Antweiler gehört. Kreuztals Feuerwehrchef Jan Kleine über die Hilfsaktion seiner Wehr, die am Wochenende obendrein vier Einsätze abzuarbeiten hatte: „Das zeigt einfach, wie Feuerwehr ist – Solidarität über die Stadtgrenzen hinaus.“

Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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