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Schutzzaun in Junkernhees gestohlen
Krötentod provoziert

Täglich werden vielerorts zur Wanderzeit Kröten vor dem Tod im Straßenverkehr gerettet: auch in Junkernhees.
  • Täglich werden vielerorts zur Wanderzeit Kröten vor dem Tod im Straßenverkehr gerettet: auch in Junkernhees.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Junkernhees. Dr. Bernhard Kraft traute seinen Ohren nicht, als er am Dienstagabend wie gewohnt in der Abenddämmerung im Bereich des Junkernheeser Angelweihers Kröten vor dem Zaun einsammelte, der die Amphibien dort seit rund fünf Wochen wieder vom gefährlichen Überqueren der Kreisstraße Richtung Buchen abhält. „Es hörte sich an, als würden Kröten überfahren – das konnte aber doch angesichts unserer Schutzmaßnahme gar nicht sein“, so der Fellinghausener am Mittwoch am SZ-Telefon. Und doch war genau dies der Fall. Einige Erdkröten hatten ihren abendlichen Ausflug nicht überlebt. Krafts sofortige Recherche ergab: Rund 50 Meter des von der ehrenamtlichen Initiative angebrachten Zauns fehlten – waren ganz offensichtlich gestohlen worden.
"Wer tut so etwas?

nja Junkernhees. Dr. Bernhard Kraft traute seinen Ohren nicht, als er am Dienstagabend wie gewohnt in der Abenddämmerung im Bereich des Junkernheeser Angelweihers Kröten vor dem Zaun einsammelte, der die Amphibien dort seit rund fünf Wochen wieder vom gefährlichen Überqueren der Kreisstraße Richtung Buchen abhält. „Es hörte sich an, als würden Kröten überfahren – das konnte aber doch angesichts unserer Schutzmaßnahme gar nicht sein“, so der Fellinghausener am Mittwoch am SZ-Telefon. Und doch war genau dies der Fall. Einige Erdkröten hatten ihren abendlichen Ausflug nicht überlebt. Krafts sofortige Recherche ergab: Rund 50 Meter des von der ehrenamtlichen Initiative angebrachten Zauns fehlten – waren ganz offensichtlich gestohlen worden.

"Wer tut so etwas?"

„Da ist man doch fassungslos: Wer tut so etwas?“ Auf diese Frage werden Kraft und seine Mitstreiter wohl keine Antwort bekommen. Die nun fehlenden Meter betreffen jenen Bereich, wo der Feldweg auf die K 26 trifft. Ersatz werde es in dieser Saison nicht geben: „Wir haben kein Material mehr.“ Der Zaun beidseitig der Trasse sei mehrere hundert Meter lang (gewesen). Seit 15 Jahren kümmert sich eine Privatinitiative darum, das Leben der Amphibien an dieser Stelle zu schützen. Die Tiere wandern aus dem Waldgebiet Richtung Weiher – und wieder zurück. Morgens und abends werden sie entlang des Zauns eingesammelt und über die Trasse getragen. Nun klafft also ein Loch in diesem Sicherheitssystem.

Population schrumpft

Die Population, so Kraft, sei in den vergangenen Jahren ohnehin schon kontinuierlich geschrumpft. Vor rund zehn Jahren seien es noch rund 6000 Kröten gewesen, im Vorjahr etwa 1600 und in dieser Wanderungsphase bislang nur 800. Eine denkbare Erklärung: „Unter den Amphibien gibt es eine Pilzerkrankung. Um so wichtiger ist es, dass die gesunden Tiere vernünftig über gefährliche Straßen gebracht werden können.“ Wie lange die jetzige Wanderungsphase noch andauert, richtet sich u. a. nach der Witterung „So lange wir Tiere am Zaun antreffen, machen wir weiter.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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