„Kultur des Helfens“ überzeugte die Jury

Für ihre vorbildliche Arbeit mit der Jugend wurde die Kreuztaler Feuerwehr gestern mit dem AWo-Bürgerpreis ausgezeichnet.  Foto: js
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js Kreuztal. Es dürfte eher selten vorkommen, dass eine Zehnjährige eine Dreißigjährige auszeichnet und ihr mit einer kräftigen Finanzspritze unter die Arme greift. Was sich gestern Abend in der Weißen Villa in Kreuztal abspielte, war jedoch weniger kurios, sondern vielmehr feierlich. Die Bürgerstiftung des AWo-Stadtverbandes Kreuztal beging ihr Zehnjähriges und überreichte der zwei Jahrzehnte älteren und dennoch stets jung gebliebenen Jugendfeuerwehr Kreuztal den mit 3000 Euro dotierten Bürgerpreis 2009.

Stiftungsrat und Vorstand hätten die Feuerwehr als Preisträgerin vor allem wegen „ihrer Betreuung und Förderung Jugendlicher“ ausgesucht, erklärte AWo-Stadtverbandsvorsitzende Ruth Meier. Sie sei ein Vorbild für mutiges und selbstloses Handeln. „Die Feuerwehr ist stets da, wo Not am Mann ist“, lobte auch stellv. Bürgermeisterin Rosemarie Seibt anstelle des eigentlich angekündigten Stadtoberhauptes. „Wir brauchen das ehrenamtliche Engagement und Institutionen, in denen die Kultur des Helfens weitergegeben wird.“ Dies geschehe bei der Feuerwehr, die somit ein „würdiger und verdienter Preisträger“ sei.

In welch große Fußstapfen die jungen Nachwuchskräfte der Kreuztaler Wehr treten, stellte Festrednerin Dr. Marlies Obier dar, als sie die Geschichte des Ehrenamtes – von den Anfängen im Mittelalter über die Tage der AWo-Gründerin Marie Juchacz (1879-1956) bis in die heutige Zeit – nachzeichnete. „Das Ehrenamt ist ein hoher Wert, ein Ideal“, so die Sprachkünstlerin. „Ein solches Amt ist eine Ehre und zugleich ein Recht.“ Es bedeute Mitbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Ganzen und stehe somit für die Demokratie.

Eines Mannes, der das Ehrenamt besonders hoch gehängt habe, gedachte Bodo Champignon, Vorsitzender des AWo-Bezirksverbandes Westliches Westfalen: Hilmar Selle (1933-2007). Der SPD-Politiker, Bundesverdienstkreuzträger und jahrzehntelange AWo-Stadtverbandsvorsitzende in der Kindelsbergkommune hatte Ende der 90er Jahre die Bürgerstiftung der Arbeiterwohlfahrt ins Leben gerufen. „Selle war einer der großen Siegerländer, und er verkörperte die AWo wie kein Zweiter.“ Bodo Champignon – Selles Weggefährte in der Arbeiterwohlfahrt und in der sozialdemokratischen Landespolitik – wünschte sich, „dass solche Menschen immer wieder nachwachsen“, damit auch die Arbeit der Bürgerstiftung und die des Stadtverbandes „in seinem Sinne weitergehen“.

Gründungstag der Stiftung war der 23. Juni 1999. Seither wurden – die Jugendfeuerwehr inklusive – sieben verdiente Persönlichkeiten und Institutionen in Kreuztal ausgezeichnet. Das Stiftungsvermögen liegt derzeit bei rund 183 000 Euro, wie Champignon vortrug. „Das beudeutet eine langfristige Perspektive für die Verleihung des Bürgerpreises.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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