SZ

Grunflächen besser schützen
Landwirte beklagen "totalen Irrsinn"

Kreuztaler Landwirte sprachen im Grünen mit Grünen über den Schutz von Grünland (v. l.): Landwirtin Melanie Heuel, Kreistagsmitglied Lena Schmidt, Landtagsabgeordneter Johannes Remmel, die Landwirte Matthias Beerwerth, Andrea Zimmermann und Thorsten Junge sowie Dieter Gebauer (Kreuztaler Ratsmitglied).
2Bilder
  • Kreuztaler Landwirte sprachen im Grünen mit Grünen über den Schutz von Grünland (v. l.): Landwirtin Melanie Heuel, Kreistagsmitglied Lena Schmidt, Landtagsabgeordneter Johannes Remmel, die Landwirte Matthias Beerwerth, Andrea Zimmermann und Thorsten Junge sowie Dieter Gebauer (Kreuztaler Ratsmitglied).
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

nja Eichen/Krombach. Trampfelpfade, Fahrspuren von Motorrädern und Autos, Müll, Hundekot und -spielzeug …: Was heimische Landwirte nach wie vor regelmäßig auf ihrem Grünland entdecken, hinterlässt Ratlosigkeit. Ist es tatsächlich Unwissenheit oder einfach egoistische Ignoranz der Menschen? Fest steht: „Wir müssen etwas unternehmen, um unser Grünland vor dem Freizeitdruck zu schützen!“ Das sagt Thorsten Junge vom Eichener Eichenhof, der mit seiner Ehefrau und Landwirtin Andrea Zimmermann sowie seinen Kollegen Matthias Beerwerth (Krombach) und Melanie Heuel (Berghof Eichen) das Gespräch mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Johannes Remmel suchte.

Das Berghof-Team hat jüngst eigene Schilder entworfen und an neuralgischen Stellen platziert.

nja Eichen/Krombach. Trampfelpfade, Fahrspuren von Motorrädern und Autos, Müll, Hundekot und -spielzeug …: Was heimische Landwirte nach wie vor regelmäßig auf ihrem Grünland entdecken, hinterlässt Ratlosigkeit. Ist es tatsächlich Unwissenheit oder einfach egoistische Ignoranz der Menschen? Fest steht: „Wir müssen etwas unternehmen, um unser Grünland vor dem Freizeitdruck zu schützen!“ Das sagt Thorsten Junge vom Eichener Eichenhof, der mit seiner Ehefrau und Landwirtin Andrea Zimmermann sowie seinen Kollegen Matthias Beerwerth (Krombach) und Melanie Heuel (Berghof Eichen) das Gespräch mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Johannes Remmel suchte.

Das Berghof-Team hat jüngst eigene Schilder entworfen und an neuralgischen Stellen platziert. „Es geht ja nicht nur darum, dass Hundekot eine Gefahr für die Tiere darstellt, Krankheiten übertragen kann“, sagt sie: „Grünland, auf dem hochwertiges Futtermittel wächst, ist auch kein Hundespielplatz oder Parkplatz.“

"Fühlen uns allein gelassen"

Am Eichener Hanker z. B. führen Zeitgenossen mit dem Auto auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche, um den Sonnenuntergang zu genießen. Haufenweise Bälle, die Herrchen geworfen, sein treuster Freund aber offenbar nicht gefunden hat, hat sie schon aus den bewirtschafteten Wiesen gefischt.

„Wir fühlen uns allein gelassen“, betonen Junge und Beerwerth: „Niemand scheint zuständig zu sein. Aber irgendjemand muss die Einhaltung der Gesetze doch prüfen!“ Spreche man selbst z. B. Camper, Spaziergänger oder Hundebesitzer an, könne dies „körperlich gefährlich werden, berichtet Junge: „Es wird uns auch schon mal Prügel angedroht. Es ist der totale Irrsinn!“

"Kein Kavaliersdelikt"

Remmel verweist auf das NRW-Landesnaturschutzgesetz, das eindeutig regele: Das Betreten freier Flächen sei nur auf landwirtschaftlich nicht genutzten Flächen gestattet. Sein Kreuztaler Parteifreund Dieter Gebauer fordert „klipp und klar ein Betretungsverbot – mit Strafandrohung bei Zuwiderhandeln. Das ist ja kein Kavaliersdelikt.“

Das Team des Eichener Berghofs hat Infoschilder konzipiert und aufgestellt, um auf das Dilemma hinzuweisen – wie hier an der Stendenbacher „Milchstraße“. „Grünland, auf dem hochwertiges Futtermittel wächst, ist kein Hundespielplatz oder Parkplatz“, betonen die Landwirte.
  • Das Team des Eichener Berghofs hat Infoschilder konzipiert und aufgestellt, um auf das Dilemma hinzuweisen – wie hier an der Stendenbacher „Milchstraße“. „Grünland, auf dem hochwertiges Futtermittel wächst, ist kein Hundespielplatz oder Parkplatz“, betonen die Landwirte.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

Die Stadt Kreuztal hatte jüngst mitgeteilt, nicht zuständig zu sein. Remmel sagt grundsätzlich seine Unterstützung zu, spricht sich dafür aus, in der Öffentlichkeit ein deutlicheres Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Grünland geschützt werden muss. Es gehe um Lebensmittel und auch um Arbeitsplätze. Landwirtschaftlicher Fläche müsse ein vergleichbarer Status zugesprochen werden wie Bau- und Industriefläche. Gibt es in NRW andere Regionen, die ebenfalls mit diesen Problemen kämpfen? Reicht die jetzige Rechtsprechung aus? Das wolle er gerne klären. Zunächst aber wartet der frühere NRW-Umweltminister ab, wie der Kreis Siegen-Wittgenstein eine Anfrage der Grünen beantwortet.

Unwissen weit verbreitet

Diese wollen wissen, ob die Untere Landschaftsbehörde z. B. mit Schildern helfen kann, ein öffentliches Bewusstsein für das Problem zu schaffen. Und auch dies: Finden regelmäßig Kontrollen statt, gibt es ausreichend Personal dafür und gibt es Kommunen, die schon spezielle Betretungsverbote für bestimmte Flächen aussprechen? Wie kann das Betretungsverbot für landwirtschaftlich genutzte Flächen konsequent durchgesetzt werden?

„Wenn man Leute auf das Betretungsverbot anspricht, sagen viele: ,Oh, das wusste ich nicht.’ Und nächste Woche sind sie wieder da“, zeigt sich Melanie Heuel desillusioniert. Ein Bußgeld könnte helfen: „Das spricht sich rum.“

Kreuztaler Landwirte sprachen im Grünen mit Grünen über den Schutz von Grünland (v. l.): Landwirtin Melanie Heuel, Kreistagsmitglied Lena Schmidt, Landtagsabgeordneter Johannes Remmel, die Landwirte Matthias Beerwerth, Andrea Zimmermann und Thorsten Junge sowie Dieter Gebauer (Kreuztaler Ratsmitglied).
Das Team des Eichener Berghofs hat Infoschilder konzipiert und aufgestellt, um auf das Dilemma hinzuweisen – wie hier an der Stendenbacher „Milchstraße“. „Grünland, auf dem hochwertiges Futtermittel wächst, ist kein Hundespielplatz oder Parkplatz“, betonen die Landwirte.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen