Leidenschaft und Feuer

Sergio Fabian Carbone präsentierte sich als charmanter Könner auf seinem Instrument, dem Bandoneon.  Foto: anne
  • Sergio Fabian Carbone präsentierte sich als charmanter Könner auf seinem Instrument, dem Bandoneon. Foto: anne
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anne Kreuztal. Eigentlich ist es mehr als ein Rhythmus, eine Melodie und Musik. Tango ist fast schon ein Lebensgefühl: Das vermittelte auch das Ensemble „Tango Fuego“ am Freitagabend im Großen Saal der Weißen Villa in Dreslers Park, Kreuztal. Detlef Strüwe (Piano), Sebastian Reimann (Violine), Fritz Roppel (Kontrabass) und Sergio Fabian Carbone (Bandoneon) hatten es einfach drauf, wie man so schön sagt. Auch wenn die Sängerin Laura D’Onofrio krankheitsbedingt leider nicht auftreten konnte, zauberten die vier Musiker mit ihren Instrumenten Tango vom Feinsten.

In ihrem Programm war Platz für klassische Tangos wie „Canaro En Paris“ – oder an diesem Abend vielmehr „Canaro in Kreuztal“, wie Sergio Carbone scherzhaft ergänzte – aber auch eigene Arrangements fehlten nicht. Vor allem Detlef Strüwes „Tango Ciudad“ zeigte die Ausdruckskraft des Tangos. Leidenschaftlich, sehnend, aber auch schon mal ein bisschen wilder ging es in der Musik zu. Pizzicato des Kontrabasses verlieh den Rhythmen Leichtigkeit, das Bandoneon schuf Intensität und sorgte für das Feurige, während die Violine oft durch schmelzende Klänge einen neuen Charakter in die Musik brachte. Der Pianist zeigte sich ebenfalls äußerst vielseitig mit überschäumenden, improvisationsartigen Passagen oder einprägsamen rhythmische Pattern.

Aber auch die Geschichte des Tangos wurde an diesem Abend ein bisschen erzählt: Als Menschen aus Europa nach Argentinien auswanderten, brachten sie ihre Musik mit und beeinflussten so den Tango. Deshalb gibt es auch den „Valse Tango“, eine Mischung aus Tango und Walzer. Und wieder steckte die Musik von „Tango Fuego“ auch in diesem Genre voll Lebendigkeit. „La Cumparsita“ und „El Choclo“ sind so etwas wie die „Schlager des Tangos“, und auch das Kreuztaler Publikum gab ein „Ah“ des Widererkennens bei diesen Titeln von sich.

Zu „El Choclo“ hatte der Bandoneonist auch noch eine kleine Anekdote: Der Titel „Maiskolben“ soll entstanden sein, weil ein Freund des Komponisten derart viele Pickel hatte, dass dieser Spitzname zustande kam und ihm wurde die Komposition gewidmet. Genauso berühmt wie diese „Klassiker“ sind wohl die Tango-Werke Piazzollas. Mit seinem „Oblivion“ und „Libertango“ endete auch das Kreuztaler Konzert. Nach fast zwei Stunden sehnsuchtsvoller, schwermütiger, aber auch leidenschaftlicher Musik, die voller Lebensfreude und Energie war, zeigte sich das Publikum begeistert.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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