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Nach Kita-Fusion
Littfelder Wachstumsphase beendet

Schlüsselübergabe: Walter Kiß, Dr. Andreas Neumann, Edelgard Blümel und Alexandra Tabak (v. l.) sprachen von einer Win-win-Situation.
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nja Littfeld.  Die Übergänge sind fließend. Wer das Gebäude des ehemals städtischen Kindergartens an der Littfelder Adolf-Wurmbach-Straße nicht kennt, der wird kaum merken, wo der rund 50-jährige Altbau endet und der Neubau beginnt: Gut anderthalb Jahre hatten hier die Handwerker das Sagen, investierte die Stadt Kreuztal als Eigentümerin rund 1,15 Millionen Euro in Modernisierung und Erweiterung – in eine moderne Drei-Gruppen-Kita, die den Raumempfehlungen des Landesjugendamts entspricht.
Eltern  protestiertenSo harmonisch wie der bauliche...

nja Littfeld.  Die Übergänge sind fließend. Wer das Gebäude des ehemals städtischen Kindergartens an der Littfelder Adolf-Wurmbach-Straße nicht kennt, der wird kaum merken, wo der rund 50-jährige Altbau endet und der Neubau beginnt: Gut anderthalb Jahre hatten hier die Handwerker das Sagen, investierte die Stadt Kreuztal als Eigentümerin rund 1,15 Millionen Euro in Modernisierung und Erweiterung – in eine moderne Drei-Gruppen-Kita, die den Raumempfehlungen des Landesjugendamts entspricht.

Eltern  protestierten

So harmonisch wie der bauliche Übergang zwischen Alt und Neu sich präsentiert, waren die Anfänge der mit diesem Projekt einhergehenden Umstrukturierungen nicht: Trennte sich die Stadt doch 2018 von ihrer Kita und besiegelte per Ratsentschluss die Fusion mit der gegenüberliegenden Kindertageseinrichtung des AWo-Kreisverbands. Gegen den Widerstand zahlreicher Eltern und der Gewerkschaft Verdi. „Die Kinder verlieren ihre Bezugspersonen“, war eine Befürchtung, oder auch: Es entstehe wegen der Größe eine anonymere Atmosphäre. Und: Man habe sich bewusst für die Stadt als Trägerin entschieden. Auch das Personal trauerte „seiner“ Kita hinterher – ein Zeichen hoher Identifikation mit dem Arbeitsumfeld. Die Erzieherinnen wechselten in der Folge in andere städtische Kitas.

Hochmoderne Kita entstanden

Als Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß gestern die Schlüssel der „neuen“ Kita an den Geschäftsführer des AWo-Kreisverbands, Dr. Andreas Neumann, übergab, erinnerte er an die „großen Diskussionen“ im Vorfeld angesichts des Trägerwechsels: Er sei sich aber sicher, dass das Ergebnis – eine hochmoderne, kindgerechte Kita – auch die letzten Kritiker überzeuge. Stadträtin Edelgard Blümel sprach von einem „Sturm im Wasserglas“; die Wogen hätten sich schon bald nach dem politischen Beschluss geglättet. Alexandra Tabak, Fachberatung Pädagogik-Elementarpädagogik bei der AWo, pflichtete ihr bei: „Die Sorgen und Ängste haben sich komplett aufgelöst. Worauf es ankommt, ist eine gute Kinderbetreuung!“

AWo zahlt Miete

Dunkle Zimmer sind Vergangenheit, es gibt viel Glas, die Raumakustik wurde verbessert, u. a. Heizung, Elektrik und Sanitäranlagen im Altbestand runderneuert, von jedem Raum führt ein barrierefreier Ausgang hinaus ins Freie. Mit dem Trägerwechsel geht für die Stadt eine finanzielle Haushaltsverbesserung von netto 50 000 Euro pro Jahr einher – die zuschussfreie Investition soll auf diesem Wege refinanziert werden. Dr. Neumann sprach von einer „Win-win-Situation“: Eine eingruppige Kita sei immer eine wirtschaftliche Herausforderung. Nun wachsen 63 Kinder in drei Gruppen nach den Ferien unter einem Dach zusammen: zweimal gibt es den Gruppentyp I mit je 20 Jungen und Mädchen im Alter von zwei bis sechs Jahre, einmal Typ III (drei bis sechs).

Um- und Anbau gingen, wie berichtet, während des laufenden Kita-Betriebs über die Bühne. Nun ist der Zeitpunkt der Vereinigung gekommen – die AWo räumt also ihren angestammten Sitz gegenüber. Die Grundschule, so Blümel, habe Interesse an den Räumen angemeldet. Das Freigelände soll bis zum Herbst fertig sein, die Außenfassade, so verriet Kreuztals Hochbauamtsleiter Frieder Bosch, werde auf Wunsch der AWo „dezent in hellen Farben“ gestaltet. Bis auf zwei Erzieherinnen, die schon in der Eingruppen-Kita der AWo engagiert waren, hat sich für den Neustart ein komplett neues, neunköpfiges Team unter Leitung von Bianka Clemens gefunden, sagt Tabak. Dass dieser „Relaunch“ in modernem Ambiente nun ausgerechnet in die Zeit der Corona-Pandemie fällt, sei sicherlich eine zusätzliche Herausforderung, so Dr. Neumann mit Blick auf die Hygieneschutzmaßnahmen, die u. a. eine strikte Trennung der Gruppen erfordere.

Kita-Einstieg unter Coronabedingungen

Herausfordernd wird – nicht nur in Littfeld – sicherlich auch der Start der neuen Kita-Kinder „unter Corona“: Eigene Knuddeltiere z. B. erleichtern da erfahrungsgemäß den Abschied von Mama und Papa. Sie dürfen auch in dieser Zeit voller Beschränkungen mitgebracht werden, betont Alexandra Tabak. „Dann können sie aber erst einmal nicht wieder mit nach Hause genommen werden.“ Bürgermeister Walter Kiß mutmaßte pragmatisch: „Der Trend geht zum Zweithasen...“

Rückblick:  Mitte Oktober 2017 erfuhr die SZ von den städtischen Plänen, die Littfelder Kita aufzugeben bzw. in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt zu geben, die direkt gegenüber eine Kindertagesstätte betreibt. Nach Bekanntwerden einer solchen Fusion machten Eltern der städtischen Kita gegen die Zusammenlegung mobil. Unter der Überschrift „Wir möchten den städtischen Kindergarten in Littfeld erhalten“ wurden bis Ende Januar 2018 400 Unterschriften gesammelt, Mitarbeiter der Kita, Eltern und Verdi-Vertreter hielten eine Mahnwache ab. Mehrheitlich sprach sich der Rat im Februar 2018 für den Trägerwechsel zum 1. August 2018 aus. Mit Beginn des neuen Kita-Jahres 2020/2021 werden nun alle drei Gruppen erstmals unter einem Dach betreut.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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