Mehrweg schafft Beschäftigung

Flexible Arbeitszeitmodelle:

Eine heimische Sonderlösung: Krombacher Brauerei setzt zeitweilig auf Fünf-Schicht-Lösung

ch Krombach. Abfüllanlage Littfetal 2. Die Halle in Krombach ist von einem gleichmäßigen Surren und Klirren erfüllt. Bier im Sekundentakt. Unter Gegendruck werden die Flaschen befüllt, um Schaumbildung und Kohlensäureverlust zu vermeiden. Anschließend presst der Verschließautomat die Kronkorken auf, nur einen Augenblick später klebt die Ettikettiermaschine den Glasflaschen das bekannte Label auf. Markenbildung, ebenso im Sekundentakt. Flasche für Flasche sichert sich die Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH Co. KG ihren Marktanteil (Pils: 9,1 Prozent).

Mit einem Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 5,44 Millionen Hektoliter Gesamtausstoß verbuchte die heimische Brauerei in 2003 ein Rekordjahr, »wegen der positiven Mehrweg-Entwicklung und wegen unseres Konzeptes nachhaltigen Wirtschaftens werden wir auch in diesem Jahr gute Zahlen liefern« – davon ist Dr. Rolf Dörendahl überzeugt. Die Halbjahresbilanz gibt dem kaufmännischen Geschäftsführer des 1803 gegründeten Familienunternehmens Recht. Entgegen der allgemeinen Entwicklung auf dem deutschen Biermarkt konnte die Brauerei ihren Ausstoß in den ersten sechs Monaten noch einmal um 3,1 Prozent steigern (die SZ berichtete). Die Nachfrage nach dem heimischen Pils und Biermixgetränken ist enorm. Trotz eines verhaltenen Sommers. Trotz Konsumzurückhaltung.

»Wir haben schlicht und einfach von der gesetzlichen Dosenpfandregelung überproportional profitiert«, erklärt Dörendahl. Mehrweg schaffe im Allgemeinen Wachstum. Und Mehrweg schuf konkret in Krombach neue Arbeitsplätze. Denn mit dem Ausstoßrekord stieß die Brauerei im vergangenen Sommer aufgrund der guten Auftragslage an die Grenzen ihrer Produktions- und Abfüllanlagen. Um den Ausstoß und damit den wirtschaftlichen Erfolg langfristig abzusichern, so Dörendahl, werde das Unternehmen mittelfristig kräftig investieren und kurzfristig mit einem flexiblen Arbeitsmodell agieren. Die Brauerei expandiert in den kommenden beiden Jahren: Bis zu 90 Mill. e steckt das Unternehmen in die Erweiterung der bestehenden Anlagen bzw. in einen kompletten Neubau. Und die Brauerei lastet in diesem Jahr die Produktions- und Abfüllkapazitäten bereits besser aus: Ende März – zu Beginn der Hochsaison im Biergeschäft – lief ein neues Fünf-Schicht-Modell an. Gearbeitet wird in einem rollierenden System. 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Der Betriebsrat und das Regierungspräsidium in Arnsberg ziehen in Sachen genehmigungspflichtiger Sonn- und Feiertagsarbeit mit. Allerdings, nur ein Teil der insgesamt 761 Mitarbeiter und 22 Auszubildenden ist in dies Übergangssystem eingebunden: Es sind zumeist die gewerblichen Facharbeiter – Maschinenführer, Stapelfahrer in der Logistik, Betriebskontrolleure in der Qualitätssicherung. Um die vierte und fünfte Schicht personell aufzustocken, wurden bislang 33 neue Mitarbeiter eingestellt.

Übrigens: Die ausgewählten Krombacher-Mitarbeiter arbeiten nicht mehr wie bisher 37 Stunden pro Woche, sondern »nur« noch 34 Stunden, dies bei nach wie vor vollem Tarifentgelt. Eine Sondersituation? »Sicher«, betont Dörendahl mit Blick auf die aktuelle Diskussion um generelle Verlängerung der Arbeitszeiten, »die Lage verlangte nach einer Sonderlösung«. Doch nach der getätigten Investition, sprich: Kapazitätsanpassung, werde auch das Krombacher Unternehmen wieder zu normalen Schichten zurückkehren. »Und in ein paar Jahren werden wir alle wieder länger arbeiten, um unsere Unternehmen im Einzelnen und den Standort D im Ganzen zu sichern!«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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