Meiler qualmt wieder ordentlich

Kohleproduktion im Historischen Hauberg Fellinghausen wurde gestern in Gang gesetzt

js/sz Fellinghausen. Es qualmt wieder ordentlich im Historischen Hauberg Fellinghausen. Köhler Heinz-Hermann Katz hat gestern Vormittag in guter Tradition das am Mittwoch nach Pfingsten sorgfältig aufgeschichtete Eichen- und Birkenholz in Brand und den Meiler somit in Gang gesetzt.

Der etwa 12 Raummeter große Meiler soll nun bis Fronleichnam »arbeiten« und einen Holzkohleertag von rund 1,1 Tonnen liefern. »Das sind etwa 130 Tüten mit bester Qualität«, schätzt Köhler Katz. Sechs Personen waren und sind damit beschäftigt, den Meiler ans Laufen zu bringen und ihn zu betreuen. Zunächst haben sie in einem etwa zehnstündigen Arbeitseinsatz einen Schacht gebaut und das Holz um diesen herum gestapelt, bis die typische Kegelform fertig war. Abschließend trugen sie ein Dach aus Kohlenstaub und Walderde auf den Meiler. »Am Anfang muss der Schacht drei Mal geöffnet werden, um Holz nachzufüllen,« erläuterte Katz der SZ. Danach bleibe der Schacht verschlossen, bis der Verkohlungsprozess abgeschlossen sei.

Der Köhler muss nun in den kommenden Tagen die Farbe des austretenden Rauches im Auge behalten. »Die zeigt nämlich den Fortschritt der Verkohlung an.« Auf das anfängliche Weißgrau folgt ein Blau.–In diesem Bereich sei die Kohle fertig, sodass die Rauch- und Zuglöcher weiter nach unten verlagert werden müssten – bis schließlich die Kohle am Meilerfuß fertig sei. Doch nicht nur für diese Beobachtungen muss der Meiler rund um die Uhr bewacht werden. »Wir müssen auch aufpassen, dass nichts absackt.« Gegebenenfalls müsse neue Erde in entstandene Löcher gestopft werden.

Doch auch sonst ist einiges los im Historischen Hauberg: 300 Schanzen werden in diesem Jahr gebunden und an heimische Schanzen-Bäckereien, Heimat- und Backhausvereine verkauft, so Alfred Becker in einer Pressemitteilung. »Birken- und Eichenstangen sind heute ebenfalls begehrtes Brennholz für Kamine, Kachel–öfen und Festbrennstoff-Kessel. Sie wurden zur Blütezeit der Haubergswirtschaft im 18. und 19. Jahrhundert ausschließlich zur Erzeugung von Holzkohle in Meilern verwendet. Ohne den Rohstoff Holzkohle wäre die heimische Eisenverhüttung zum Erliegen gekommen.«

Mehr als bloßer »Holzlieferant«

Der Hauberg ist aber nicht nur als »Holzlieferant« zu gebrauchen: Er ist, besonders in seinen Randbereichen, ein begehrter Erholungsort für die örtliche Bevölkerung. Außerdem ist er Lebensraum vieler, vor allem Wärme liebender Tier- und Pflanzenarten. Da im Hauberg, abgesehen von den Alleebäumen der »Laubengänge«, nur wenig dicke Bäume wachsen, die als Niststätte für Höhlen brütende Vögel geeignet wären, ist das Aufhängen von Nistkästen als Ersatzbrutstätte sinnvoll, so Becker weiter. Der Hauberg ist also vor allem eines: ein »Multifunktions-Wald erster Güte«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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