Mensa schmackhafter machen

Stadt sucht Gespräch mit Schule, Förderkreis und Eltern

nja Kreuztal. Der Personalkostenzuschuss für die Mensa der Clara-Schumann-Gesamtschule Kreuztal wird in diesem Jahr in voller Höhe, das sind 17895 e, ausgezahlt. Das war einhellige Meinung im Schul- und Sportausschuss. Wie berichtet, essen immer weniger Kinder und Jugendliche in der Mensa; zudem war dem Initiativ- und Förderverein als Mensabetreiber durch die langfristige Erkrankung einer Mitarbeiterin ein enormer Kostendruck entstanden (siehe SZ vom Mittwoch). Gemeinsam mit dem Verein, der Schule und den Eltern soll die Thematik nun noch einmal diskutiert werden.

Die aktuelle Situation, so befand Ursel Pohl (CDU), sei sicherlich auf »höhere Gewalt« zurückzuführen. Doch solle grundsätzlich überlegt werden, wie der Mensabetrieb vielleicht »anders gestaltet« werden kann. Das gemeinsame Mittagessen sei doch auch Bestandteil des pädagogischen Programms der Gesamtschule. Sie schlug vor: Man solle prüfen, ob nicht alle Schüler bei der Anmeldung ein Mensa-Ticket erstehen könnten. So könnten sie entweder verpflichtet werden, an den Mahlzeiten teilzunehmen oder aber das Angebot sponsern.

»Das Essen ist ein freiwilliges Angebot und nicht verpflichtend durchsetzbar«, wusste Stadtrat Horst-Helmut Siebel. Ingrid Walder (SPD) erinnerte an die ehrenamtliche Arbeit, die vom Förderkreis geleistet werde, und daran, dass vom Land Nordrhein-Westfalen keinerlei Zuschüsse gezahlt würden. Der Schulträger, und das ist die Stadt Kreuztal, sei dazu verpflichtet, in der Gesamtschule ein Mittagessen vorzuhalten. Der Förderkreis habe diese Aufgabe übernommen, um das Angebot kostengünstig zu halten.

Anfangs sei das Interesse am Mensaessen enorm gewesen. Daran erinnerte Stadtrat Siebel. Die Verwaltung sei dankbar, dass der Verein die Arbeit übernommen habe. Bei der Kostenstruktur sei man »am unteren Ende angelangt«. Jeden Tag »Bratwurst mit Fritten« sei nicht machbar. Nun sei das Engagement von Eltern, Schülern und Lehrern gefragt. Bei mehr ausgegebenen Mahlzeiten sähe die Finanzlage ganz anders aus.

Wenn nur 20 Prozent, also 160 Schüler, in der Mensa essen würden, so Dieter Loske, käme der Förderverein mit dem städtischen Zuschuss gut über die Runden. Zuletzt aber seien weniger als 100 Schüler registriert worden. »In besseren Zeiten waren es über 200«, so der Leiter des Schulverwaltungsamts. Es sei die Aufgabe der Schule, »die Kinder an den Mittagstisch zu bekommen«. An den Lohnkosten (»6,40 e die Stunde) könne sicherlich nicht mehr gespart werden.

Wolfgang Braukmann (SPD) schlug vor, den Verein zu einem Gespräch zu bitten. Er wies aber auch auf die gesellschaftliche Entwicklung hin: So sei das früher übliche Mittagessen heutzutage kein Standard mehr. Jürgen Althaus meinte augenzwinkernd, man könne doch das Lehrerkollegium zum Essen verpflichten. Dies fand der Stadtrat gar nicht so abwegig. In Skandinavien, dies habe er jüngst in einem Filmbeitrag erfahren, sei dies der Fall. Von der Vorbildfunktion der Pädagogen erhoffte er sich positive Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder.

Wie die Qualität des Essens sei, wollte Friedhelm Menn (SPD) wissen. Sie sei gut, wusste Stadtrat Siebel; auch gebe es verschiedene Gerichte zur Auswahl. Ursache für das mangelnde Interesse sei wohl vielmehr die Entwicklung hin zur »Nasch- und Knabber-Gesellschaft«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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