Entgleister "Geisterzug"
Menschliches Versagen

Die Ursache für den entgleisten „Geisterzug“ scheint festzustehen. Foto: bjö
  • Die Ursache für den entgleisten „Geisterzug“ scheint festzustehen. Foto: bjö
  • hochgeladen von Björn Hadem

bjö/sz Kreuztal. Menschliches Versagen dürfte der Grund dafür sein, warum am Dienstagnachmittag auf einem Rangiergleis zwischen dem Kreuztaler Bahnhof und der Langenauer Brücke ein leerer Güterwaggon aus den Gleisen sprang. Er war der erste von sechs leeren, aneinanderhängenden Waggons, die durch eine fehlende Bremsung vom Anschlussgleis eines Unternehmens in Eichen unkontrolliert ohne Lok die leichte Gefällstrecke von Eichen nach Kreuztal hinabrollten. Sie legten damit eine Strecke von anderthalb Kilometern zurück.

Laut Bundespolizei ergaben die Ermittlungen, dass die Güterwaggons auf dem Gelände der Firma entladen und anschließend auf einem anderen Gleis abgestellt worden waren. Nachdem die Arbeiter einen weiteren Zug rangiert hatten, stellten sie fest, dass die zuvor abgestellten Waggons selbstständig weggerollt waren. Offenbar wurde vergessen, so die Polizeimeldung, einen sogenannten „Hemmschuh“ unter die Räder zu legen, um ein Wegrollen zu verhindern.

Kurz hinter dem Personenbahnhof Kreuztal kam den sechs führerlosen Waggons eine mit zwei Personen besetzte Lok der Kreisbahn entgegen. Die beiden Insassen erkannten die drohende Kollision rechtzeitig, sprangen im letzten Moment vom Führerstand ab und blieben dadurch unverletzt.

Dass der „Geisterzug“ die anfänglich mit 25 Stundenkilometern entgegenkommende Diesellok mit 80 Tonnen Eigengewicht noch 20 Meter weiter schob, lässt erahnen, wie gewaltig die Kräfte im Moment des Zusammenstoßes gewirkt haben müssen. Die Erstmeldung von einer Person unter dem Zug, die den Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst nach sich zog, bestätigte sich zum Glück nicht.

Während die Vollsperrung aller anderen Gleise im Bereich der Unfallstelle wieder aufgehoben werden konnte, blieb das Unfallgleis in Höhe des Containerterminals aufgrund der aufgetretenen Schäden gesperrt. Ein Hubschrauber der Bundespolizei kreiste am Dienstagnachmittag über dem Schienenabschnitt, um Aufnahmen zu fertigen. Ein Hilfszug aus Dortmund traf am Abend ein, um den havarierten Waggon wieder aufzugleisen. Bis 1 Uhr in der Nacht waren die Spezialisten der Bahn damit beschäftigt.

Vorsichtige Schätzungen eines Fachmanns beziffern den Gesamtschaden an Fahrzeugen und Gleisanlagen auf eine Viertelmillion Euro. Die Kölner Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein.

Waggon eines Rangierzugs entgleist
Autor:

Björn Hadem aus Kreuztal

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