Mini-Helikopter surrten am Littfelder Himmel

Modellflug mit Turbinen-Antrieb begeisterte am Wochenende

hmw Littfeld. Zum Fahren eines Autos muss man bekanntlich Gas geben. Anders beim Hubschrauber oder dem Modell eines solchen. Denn beim Modellflug muss der Pilot »Pitch« geben, was alles andere als einfach ist. Am Wochenende wurde auf dem Fluggelände des Modellsportclubs (MSC) Littfetal genau das gezeigt, wovon viele (überwiegend Männer-)Herzen träumen: ferngelenkte, per Gasturbine angetriebene Hubschrauber in nahezu allen Gattungen und Ausführungen.

Doch was so leicht nach Spiel aussieht, erfordert neben einer enormen finanziellen Investition auch ein gehöriges Maß an Übung. Und das kann man nicht »mal eben« an einem Nachmittag lernen. Das Fernlenken eines Hubschraubers erfordert eine jahrelange Schulung, will man nicht Geldbeträge bis zu 12000 Euro – soviel können diese Flugmodelle kosten – leichtfertig in den Sand setzen.

Im MSC Littfetal (Vorsitzender: Günter Staubach) mit seinen 70 Mitgliedern wird eine starke Jugendarbeit betrieben. Technik fasziniert. Bernd Pöting, Mitglied im MSC, betreibt in Freudenberg hauptberuflich seit 13 Jahren seine eigene Flugschule für das Fliegen dieser noblen Modelle. Echte Leidenschaft und hartes Training sind hier gefragt. Rund 1200 Modell-Piloten hat Pöting ausgebildet.

Waren im vergangenen Jahr noch acht Modell-Hubschrauber am Start, so waren es in diesmal schon 22. Zum Teil von weit auswärts waren die Modellpiloten samt Kind und Kegel gekommen, darunter auch Holländer und Österreicher.

Wie die meisten großen Vorbilder werden auch die Modell-Hubschrauber mit Kerosin angetrieben. Eine Gaskartusche startet zum Vorwärmen die mit bis zu 94000 Umdrehungen pro Minuten laufenden Turbinen – elektronisch geregelt per Mikroprozessor. Die Turbine selbst treibt über ein Übersetzungsgetriebe den zwei- bis sechsblättrigen Hauptrotor sowie den Stabilisierungsrotor am Heck an. Der Hauptrotor läuft mit einer konstanten Drehzahl von etwa 1350 Umdrehungen pro Minute – die Fluggeschwindigkeit selbst ist von den Stellungen der Rotorblätter abhängig.

Die Steuerung der Rotorblätter ist das A und O des Hubschrauberfluges. Diese erfolgt über ein kompliziertes Gestänge, das von den Servern (Rudermaschinen) über die empfangenen Funksignale betätigt wird. »Herzstück« dieser Mechanik ist eine so genannte Taumelscheibe, die eine Veränderung von Ausstellwinkel und Neigung des Rotorblattes ermöglicht. Ein »Pitch-Kompensator« sowie diverse Mischhebel und Schlaggelenke bewirken das Übrige, um den Hubschrauber erst manövrierfähig zu machen. Höchste Präzision ist hier gefragt. Alles was das technisch interessierte Herz begehrt, war an diesem Wochenende zu bestaunen.

Geduldig beantworten die Modell-Piloten alle Fragen, und was die Könner unter ihnen in Sachen Flugtechnik demonstrierten, ließ manchem den Atem stocken: Enge Schleifen und Loopings bis in 100 Meter Höhe, rasanter Steig- und Sinkflug, verbunden mit sauberen Start- und Landemanövern überzeugten und wurden mit reichlich Beifall bedacht.

Auch Polizei- und Militärhubschrauber-Modelle kamen zum Einsatz. Das Steuern eines Modell-Hubschraubers ist, so erklärte Bernd Pöting der SZ, weitaus schwieriger als das des Piloten im großen Vorbild. Wie dem auch sei: Nächstes Jahr heißt es wieder »Gut Pitch!«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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