»Mit Schule nicht viel zu tun«

CDU diskutierte über »offene Ganztagsschule«

sz Kreuztal. Die Kreuztaler CDU wirft Bundes- und Landesregierung im Zusammenhang mit der Einführung der »offenen Ganztagsgrundschulen« Etikettenschwindel vor. Dieser Eindruck habe sich, so heißt es in einer Pressemitteilung, bei der jüngsten Mitgliederversammlung im Foyer der Stadthalle verschärft. Stellvertretender CDU-Stadtverbandsvorsitzender Markus Spies begrüßte vor rund 40 Anwesenden die Referenten Astrid Collenberg, Vorstand der Landeselternschaft NRW, und Horst-Helmut Siebel, Stadtrat und Schuldezernent in Kreuztal.

Dass unter der »offenen Ganztagsschule« mehr Betreuung als Unterricht zu verstehen ist, betonten beide Referenten. »Das Wort Schule können sie getrost streichen und durch Betreuung ersetzen«, formulierte Stadtrat Siebel: »Mit Schule hat das nicht viel zu tun.« Astrid Collenberg warf ein, es gebe aber auch gute offene Ganztagsschulen und verwies auf ihre Erfahrungen aus dem Ruhrgebiet. »Es kommt ganz entscheidend auf die Qualität an.« Da stimmte Horst-Helmut Siebel laut CDU-Pressebericht zu. Der Schuldezernent berichtete von der jüngsten Besprechung unter den Kreuztaler Grundschulleitern. Dort sei man sich einig gewesen, »dass es in Kreuztal keine Billig-Lösung geben soll.« Astrid Collenberg gab zu bedenken, dass noch viel Aufklärungsbedarf in der Elternschaft bestehe. Niemand wisse so genau, was auf Schüler und Eltern zukomme.

Ein Kind in der offenen Ganztagsschule koste pro Jahr 1230 e, führte Stadtrat Siebel aus. Davon müssten Schulträger und Eltern ein Drittel tragen. Die Elternbeiträge betrügen maximal 100 e, eine soziale Staffelung sei vorgesehen. Auf die Stadt komme pro 25-köpfiger Gruppe ein jährlicher Zuschuss von 1250 e zu. Insbesondere die Folgekosten sehe er mit kritischem Auge. Ob das Land in der Lage sei, eine verlässliche Mittelzuweisung zu gewährleisten, stellte Siebel mit Blick auf die desolate Finanzsituation in Frage: »Ich weiß nicht, was in fünf Jahren ist.«

Zuvor hatte Dennis Becher, Leiter des entsprechenden CDU-Arbeitskreises, der Bundes- und Landesregierung »Etikettenschwindel« vorgeworfen. Es handele sich vor allem um eine Antwort auf die Probleme jener Eltern, die eine Ganztagsbetreuung für ihr Kind aus sozialen Gründen nötig hätten.

In der anschließenden Diskussion schilderte Arne Siebel, CDU-Ratsmitglied und geschäftsführender Vorsitzender des TV Eichen, die Probleme der Sportvereine. Bei Ganztagsbeschulung bleibe weniger Platz für Sportangebote. Er befürchte, dass viele Talente unentdeckt bleiben. »Wir dürfen die Sportvereine in der ganzen Diskussion nicht vergessen.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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