Mit wahrer Torflut die Spitze erobert

Handball-Oberliga:

Ferndorf überrannte im Spitzenspiel Herdecke mit 35:27 und übernahm Tabellenführung

jb Kreuztal. Der TuS Ferndorf setzte in zweiten Spitzenspiel innerhalb von einer Woche, diesmal ging es gegen den bisherigen Tabellendritten TSG Herdecke, seinen Angriffswirbel der 2. Halbzeit des »Wunders von Gladbeck« genauso fort und feierte mit 35:27 (14:12) den ersten deutlichen Sieg in dieser Saison. Dank der gestrigen 23:34-Packung des bisherigen Spitzenreiters VfL Gladbeck in Nordhemmern übernahmen die Ferndorfer erstmals in dieser Saison die Tabellenführung.

Einerseits wurden die bis zur 45. Minute fast gleichwertigen Herdecker am Ende zu deutlich geschlagen. Andererseits gab es mal wieder einen Kritikpunkt: Ferndorf hätte trotz der Torflut von erneut 35 Toren angesichts noch weiterer Großchancen, die vergeben wurden, auch gut und gerne 50 Tore erzielen können. Aber letztendlich und glücklicherweise war dies nur ein Schönheitsfehler. Wie stark also ist diese Ferndorfer Mannschaft, wenn sie nur alle Spieler an Bord hat?

Beide Teams begannen wie die Feuerwehr. Schon die ersten fünf Minuten begeisterten die fast 1000 Fans. Die Ferndorfer wirbelten phasenweise sensationell und harmonierten bei einigen Spielzügen so toll, dass man von einem blinden Verständnis zwischen den technisch versierten Libor Hrabal, Michael Feldmann und Torsten Schierbaum reden konnte. Das Ganze verlief unter sehr hohem Tempo und so präzise, dass sich für einen von diesen drei Rückraumspielern immer wieder eine Wurfchance ergab. Hrabal fand mit knallharten Distanzwürfen durch die kleinsten Lücken der wahrlich nicht schlechten Herdecker Abwehr und überraschte dabei immer wieder seinen ehemaligen Teamkameraden aus Schalksmühler Zeiten, Torhüter Dirk Sackmann, dem die Bälle förmlich um die Ohren flogen. Und als es um die große handballerische Kunst ging, war der dritte ehemalige Schalksmühler, Ferndorfs bärenstarker Rechtsaußen Dirk Pfaffenbach, zur Stelle. Auch er kannte offenbar Schwachstellen seines ehemaligen Teamkameraden und »vernaschte« Sackmann mit fünf traumhaften Hebern von Rechtsaußen, teilweise aus ganz spitzem Winkel.

Aber auch die Gäste zeigten in der Anfangsphase guten Oberliga-Handball. Bei ebenfalls hohem Tempo dirigierte der 39 Jahre alte Alexander Maistrenko Spielzüge mit verwirrenden Laufwegen. Ferndorfs Abwehr war gut beraten, dass sie sich nicht zu weit heraus locken ließ. Und dann gab es hinter ihr noch einen zumindest in der 1. Halbzeit sehr starken Torhüter David Wellen. Nur ihm hatten die Ferndorfer zwischen dem 3:1 (3.) und 14:10 (29.) den stabilen Vorsprung von zwei bis vier Toren zu verdanken. Dieser schmolz nach einem Fehler Schierbaums allerdings auf 14:12 vor dem Pausentee.

Nach dem Wiederanpfiff setzte sich Ferndorfs kleine Schwächephase fort, während bei den Gästen der an Nr. 3 der Liga-Torjägerliste stehende Thomas Richter (7/2 Tore) allmählich in Schwung kam. Nachdem die Gäste zum 15:15 ausgeglichen hatten, lagen sie sogar beim 16:15 erstmals vorne. Herdecke fehlte danach aber die Abgeklärtheit. Maistrenko leistete sich seine erste überflüssige Zeitstrafe. Ferndorf schlug mit Kontern zu und eroberte sich zum 18:16 die Führung zurück. Die Mannen von der Ruhr glichen nochmals zum 20:20 aus. Die Entscheidung fiel nach der 44. Minute, als sich Herdecke durch drei unnötige Zeitstrafen innerhalb kürzester Zeit selbst in Bedrängnis brachte. Ferndorf nutzte gnadenlos die für gut drei Minuten bestehende Überzahl von zwei Spielern aus und warf ingesamt fünf Tore bei Überzahl. In neun Minuten zog der TuS von 23:22 auf 30:22 entscheidend weg. Hatten bis dahin sechs Ferndorfer durchgespielt und alles gegeben, so durften sich jetzt auch noch Jens Münker, Christian Thöne und Thomas Krawitz erfolgreich bewähren.

TuS Ferndorf: Wellen, Becker (nicht eingesetzt); Krawitz, Stadel, Thöne (1 Tor), Münker (2), Pfaffenbach (7), Feldmann (8/2), Hrabal (9), Schierbaum (4/1), Schäfer (4/1).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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