Musikalisch himmelwärts

Musik zum Händeljahr 2009 spielten Karla Schröter (Barockoboe) und Harald Hoeren (Cembalo) am Donnerstag in der Friedenskirche Fellinghausen. Foto: ciu
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ciu Fellinghausen. Er bleibt in der Schwebe, dieser klare, offene Ton, der am Ende des ersten Satzes der B-Dur-Sonate für Oboe und Basso continuo von Georg Friedrich Händel (1685–1759) steht. Und am Ende eines Konzerts, das dem Meister des Barocks auf besondere Weise huldigte. Karla Schröter (Barockoboe) und Harald Hoeren (Cembalo) stellten der Musik Händels (zum 250. Todestag!) solche seiner Zeitgenossen gegenüber, spielten auch Werke von Johann Sigismund Weiss (um 1690–1737) und Johann Sebastian Bach (1685–1750). Schröter, Gründerin des Kölner Ensembles Concert Royal, und Hoeren, Mitglied des Ensembles und seit 1999 Professor an der Musikhochschule Frankfurt (Main), konzertierten am Donnerstagabend in der Friedenskirche Fellinghausen – und machten das zweite der diesjährigen Kreuztaler Sommerkonzerte zu einem stillen, schönen Ereignis.

Drei der vorgestellten Werke, Händels Sonata F-Dur und die Weiss-Sonaten B-Dur und g-Moll, stammen aus der Brüsseler Handschrift der Bibliothèque du Conservatoire, die sich zeitweise auch im Besitz Friedrichs des Großen befunden hat und die einen Schatz an Flöten- und Oboensonaten des 18. Jahrhunderts enthält. Schröter/Hoeren musizierten diese Werke mit ausgesprochenem Gespür für eine differenzierte Interpretation. Die beiden reagierten aufeinander, spielten miteinander. Virtuos, doch wohltuend frei von virtuosem Gehabe. Sie gaben der Musik Raum, dem Klang ihrer Instrumente. Damit vermittelten sie ein gutes Stück vom Lebensgefühl des Barock – zwischen glänzender Pracht und der Himmelwärts-Haltung des „Soli Deo Gloria“. Besonders spannungsreich gestalteten die Oboistin und der Cembalist die Sarabande der Weiss’schen g-Moll-Sonate, die wie ein kluges Gespräch aus Reden und Hören und Schweigen einem ganz eigenen, dynamischen Rhythmus folgte.

Zwischen die drei Sonaten setzten die Klang-Künstler zwei Werke für Cembalo solo. Harald Hoeren stellte – auf einem Cembalo-Nachbau nach italienischem Vorbild aus der Mitte des 18. Jahrhunderts – die Toccata D-Dur BWV 912 von Johann Sebastian Bach vor (und damit ein Werk, das von der Musizierfreude des Komponisten strotzend spricht) und Händels Suite in d-Moll HWV 437 (hier ging vor allem der vierte Satz, „Saraband“, mit seinem hitverdächtigen Thema ins Ohr und zu Herzen).

Gut, dass die Verantwortlichen der Sommerkonzerte an der Tradition des Abendgebets festhalten, das im Rahmen auch geistlich geprägter Musik das spirituelle Erleben vertieft. – Fortgesetzt wird die Reihe am Sonntag, 9. August, 15 Uhr, mit einem „Sommersingen“ in Dreslers Park.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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