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Inklusives Restaurant
Neue Gastronomie im Kulturbahnhof geplant

2009 erfolgte die Grundsanierung des Kulturbahnhofs, ein Jahr später eröffnete das erste Restaurant. Rund zwei Jahre stand dieser Teil der Immobilie nun leer.
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nja Kreuztal. Nach dem süßen Leben (Dolce Vita) kam der „Kuhstall“ – und danach das Aus für die Gastronomie in einer der Vorzeige-Immobilien der Stadt – dem Kreuztaler Kulturbahnhof. Seit rund zwei Jahren wird dort kein Drink mehr kredenzt, keine Mahlzeit serviert. Das soll sich Anfang kommenden Jahres wieder ändern. Stadt Kreuztal als Eigentümerin des Gebäudes und AWo-Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe stellten am Donnerstagmorgen die Pläne für ein inklusives Gastronomiekonzept vor, das in der Region nicht neu is – für Kreuztal aber schont: Das Restaurant „Fünf10“ wird zum Jahresende das Geisweider Technologiezentrum (TZ) verlassen. Das Gebäude sei verkauft worden, so die AWo.

nja Kreuztal. Nach dem süßen Leben (Dolce Vita) kam der „Kuhstall“ – und danach das Aus für die Gastronomie in einer der Vorzeige-Immobilien der Stadt – dem Kreuztaler Kulturbahnhof. Seit rund zwei Jahren wird dort kein Drink mehr kredenzt, keine Mahlzeit serviert. Das soll sich Anfang kommenden Jahres wieder ändern. Stadt Kreuztal als Eigentümerin des Gebäudes und AWo-Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe stellten am Donnerstagmorgen die Pläne für ein inklusives Gastronomiekonzept vor, das in der Region nicht neu is – für Kreuztal aber schont: Das Restaurant „Fünf10“ wird zum Jahresende das Geisweider Technologiezentrum (TZ) verlassen. Das Gebäude sei verkauft worden, so die AWo. Die Neueröffnung des neuen Gewerbes „Restaurant und Bar Fünf10“ an der Kreuztaler Bahnhofstraße ist für die dritte Januarwoche terminiert.

"Das beste Konzept für Kreuztal"

„Wir freuen uns sehr, mit der Arbeiterwohlfahrt einen neuen Pächter gefunden zu haben“, betonte Bürgermeister Walter Kiß. Gemeinsam mit dem bisherigen Pächter, der Krombacher Brauerei, die wiederum unterverpachtet hatte, habe die Stadt nach einem geeigneten Betreiber gesucht und verschiedene Verhandlungen geführt: „Wir haben das beste Konzept für Kreuztal gefunden“, ist sich Kiß sicher. Es bestehe „mächtig Renovierungsbedarf“ in der Immobilie, deren ursprünglicher Umbau 2009 über die Bühne ging; ein Jahr später eröffnete das „Dolce Vita“. AWo und Stadt wollen sich nun gemeinsam einbringen, damit die Lokalität wieder „eine gute Stube Kreuztals wird“, so Kiß. Kreuztal investiere rund 120 000 Euro. Die AWo ist mit rund 50 000 Euro dabei. Das Konzept sei „rund“ und „hochprofessionell“, so Kiß, der sich zu den Gründen für das vorherige Gastro-Aus nicht äußern wollte. Dem Bahnhofsgebäude, in dem sich ja u. a. auch Künstlergalerien und ein vom Sozialwerk St. Georg ebenfalls inklusiv betriebener Kiosk befinden, werde ab 2020 endlich wieder gastronomisch weiteres Leben eingehaucht: „Wir wollen hier nicht den letzten Euro rausquetschen, sondern dass etwas Schönes entsteht.“

Frühstück, Mittagstisch und Wochenend-Bar

AWo-Geschäftsführer Dr. Andreas Neumann und Betriebsleiter Alexander Nikolay stellten das Konzept vor: Demnach werden Menschen mit und ohne Behinderung unter Anleitung von Nikolay montags bis samstags Frühstück und einen Mittagstisch kredenzen, wobei „vornehmlich auf regionale und nachhaltige Lebensmittel“ gesetzt werde: Frühstück à la carte, mittags in Form eines mobilen kalt-warmen Buffets. Freitags und samstags lockt abends zudem ein Barbetrieb – mit Getränken und Snacks wie z. B. Flammkuchen oder Pizza. Neben der Bar wird ein Loungebereich etabliert. Feiern für bis zu 140 Gäste können ausgerichtet werden; in der Außengastronomie sind rund 50 Sitzplätze in Planung. „Hier wird kein Anwohner gestört“, verwies Kiß auf die zwar zentrale, aber nicht von Wohnungen umgebene Lage.

Neun Vollzeitstellen für Menschen mit Behinderung

18 Arbeitsplätze (darunter auch Teilzeit) werden laut AWo geschaffen, darunter neun Vollzeitstellen für Menschen mit geistiger Behinderung. Letztere werden sich im Service, in der Küche und auch bei der Begleitung von Veranstaltungen einbringen. Die AWo wünscht sich, die Menschen auf diesem Wege auch für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Wenn 2020 das Inklusionshotel in Deuz öffne, kämen natürlich auch dort Menschen mit Behinderung zum Einsatz. Genauer gesagt: „Restaurant und Bar Fünf10“ wird auch das Hotelrestaurant betreiben; alles werde unter einer Dachmarke vereint. Teilkomponenten des Mittagsbuffets würden dann in Deuz produziert und nach Kreuztal geliefert. Da das neue Restaurant Bestandteil des Kulturbahnhofs wird, sind neben den schon in Geisweid etablierten Feiern auch kulturelle Events angedacht.

„Wir freuen uns sehr auf den Neustart und fühlen uns hier willkommen“, sagte Dr. Neumann. Der Vertrag mit der Stadt laufe zunächst über fünf Jahre – mit der klaren Option auf Verlängerung. Im TZ habe man sich sehr wohl gefühlt, ergänzte Alexander Nikolay. Er freue sich aber auf die neuen Herausforderungen in Kreuztal, die ja auch mit einer Expansion des Betriebs einhergingen. Axel Brinkmann, Vertreter der Krombacher Brauerei, verwies auf die gute öffentliche Verkehrsanbindung. „Das ist nicht nur für unsere Gäste gut, sondern auch für unsere Mitarbeiter wichtig, die selbstständig zur Arbeit anreisen“, ergänzte Dr. Neumann.   Die Erfahrung zeige, dass die Menschen mit geistiger Behinderung hoch motiviert seien, durch die Arbeit im Restaurant enorme Lernschritte vollzögen und selbstständiger würden. Nikolay und Neumann sind sich sicher, dass viele Stammgäste aus Geisweid auch den Weg nach Kreuztal finden werden; darüber hinaus würden natürlich auch neue Kunden gewonnen: „Es gibt eine hohe Bindung.“

"Kreuztaler Bahnhof wird aufgewertet"

„Der Kreuztaler Bahnhof wird weiter aufgewertet,“ sagte Walter Kiß. Die Betreiber des fast benachbarten Café Basico im alten Lokschuppen hatten kürzlich angekündigt, beim Angebot privater Feiern künftig kürzer treten zu wollen. Beides, so Kiß, seien keine klassischen Gastrobetriebe, die sich gut ergänzen würden. Er erinnerte daran, dass die Stadt derzeit prüfen lässt, ob und wie die direkte Anbindung des Lokschuppens über die Bahngleise gelingen kann.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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