Neue Probenräume stolz präsentiert

Obwohl die Zukunft offen ist:

Jugendliche legten im Keller der Grundschule Krombach selbst Hand an

sib Krombach. Es mutet schon ein wenig wie Ironie des Schicksals an: Stolz präsentierten 40 Jugendliche aus dem Raum Kreuztal und Hilchenbach die renovierten Bandprobenräume im Kellergewölbe der Grundschule Krombach – dabei hatte die Stadt Kreuztal nur kurz zuvor beschlossen, das Schulgrundstück an die Krombacher Brauerei zu verkaufen (wir berichteten). Doch von gedrückter Stimmung war bei der offiziellen Einweihung der Räume nichts zu spüren. Zum einen sei noch gar nicht klar, ob der neue Grundstücksbesitzer das PCB-belastete Schulgebäude abreißen lassen wird und selbst wenn das kommen sollte, ist noch nicht heraus, wann die Jugendlichen ihre Probenräume wieder verlassen müssen. Außerdem vereinbarte die Stadt mit der Brauerei, dass diese den Jugendlichen bei der Suche nach neuen Räumen zur Seite steht, falls dies denn erforderlich sein sollte.

Deshalb überwog bei der Einweihung auch die Begeisterung über die zweckmäßige Erneuerung und vor allem Vergrößerung der insgesamt vier Probenräume, die sich inzwischen neun Bands teilen – jetzt als offizielle Untermieter der Stadt Kreuztal, die einen Kredit über 90000 Euro aufgenommen hatte und damit den Umbau vorfinanzierte.

Den größten Teil der Umbauarbeiten hatten die Jugendlichen selbst übernommen. Schon Ende 2001 mussten die Probenräume in der Krombacher Grundschule geschlossen werden, da es feuerschutzrechtliche Probleme gab, zum Beispiel fehlte ein Notausgang. Bereits im Januar 2002 fand der Agenda-21-Tag in der Kreuztaler Gesamtschule statt, an dem sich auch ein Workshop beteiligte, der sich mit der Probenraumproblematik befasste. Die an den Umbauarbeiten beteiligten Jugendlichen waren vom 1. Treffen über die Planungen bis hin zur Umsetzung eingebunden.

Dieses »Partizipationsprojekt« schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Kosten wurden so gering wie möglich gehalten und die Jugendlichen können sich mit ihrer Musik in ihren Räumen befassen, die auch tatsächlich nach ihren Vorstellungen ausstaffiert wurden.

Die jungen Menschen zwischen 16 und 25 Jahren haben den größten Teil der Renovierungsmaßnahmen selbst übernommen, haben neu tapeziert, Teppiche verlegt, zu Pinsel und Farbe gegriffen. Lediglich bei der Elektro-Installation, bei der Belüftung und bei der Schaffung eines Notausganges in der ehemaligen Bunkeranlage mit dem Betonschneider mussten Profis ran.

Lob für die Stadt und den Rat

Ein Kompliment hatte Anja Mertens, Leiterin des Jugendtreffs »Glonk« Littfeld für die Stadt parat, deren Rat sich in großer Einmütigkeit für die Bewilligung der Mittel ausgesprochen hatte und vor allem fix handelte. »Das ist wirklich toll gelaufen«, fand Mertens, die im jugendpflegerischen Bereich der Stadt auch für die Sparte Musik zuständig ist. Am Eröffnungstag schauten Kreuztals stellv. Bürgermeister Helmut Nölling, Stadtjugendpfleger Uwe Montanus-Bieker sowie Vertreter der Kreuztaler Ratsfraktionen vorbei.

Um der Öffentlichkeit auch einmal präsentieren zu können, was die Bands in ihren vier Probenräumen so produzieren, soll es im Mai oder Juni kommenden Jahres ein Konzert mit den beteiligten Bands geben, voraussichtlich in der Kreuztaler Otto-Flick-Halle.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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