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Baustellen-Fahrplan für Busse
„Nur ein Intermezzo“

Die Krise des ÖPNV in Siegen-Wittgenstein führt womöglich in eine Übernahme des Betriebs durch eine kommunale Gesellschaft. Derzeit aber ist die Situation vollkommen unübersichtlich.
  • Die Krise des ÖPNV in Siegen-Wittgenstein führt womöglich in eine Übernahme des Betriebs durch eine kommunale Gesellschaft. Derzeit aber ist die Situation vollkommen unübersichtlich.
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ihm Krombach. Eins muss man Günter Padt, dem Geschäftsführer des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS), lassen: Er bleibt auch in brenzligen Situationen ruhig. Das stellte er am Donnerstag mehrfach unter Beweis, als der Kreisverkehrsausschuss, der diesmal in der Braustube der Krombacher Brauerei tagte, ihn gehörig in die Zange nahm.

Dieter Born (CDU) sprach aus, was offenbar viele Ausschussmitglieder dachten. Der Kreistag habe doch 2016 den Nahverkehrsplan beschlossen. Nun hätten ZWS, VWS und der Landrat mit dem „Baustellenfahrplan“, der im Ergebnis eine Verschlechterung des Angebots darstellt, in diesen Nahverkehrsplan eingegriffen. Born: „Das ist aber das Mandat des Kreistags.“

Günter Padts Antwort: „Das stimmt, das ist Sache des Kreistags.

ihm Krombach. Eins muss man Günter Padt, dem Geschäftsführer des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS), lassen: Er bleibt auch in brenzligen Situationen ruhig. Das stellte er am Donnerstag mehrfach unter Beweis, als der Kreisverkehrsausschuss, der diesmal in der Braustube der Krombacher Brauerei tagte, ihn gehörig in die Zange nahm.

Dieter Born (CDU) sprach aus, was offenbar viele Ausschussmitglieder dachten. Der Kreistag habe doch 2016 den Nahverkehrsplan beschlossen. Nun hätten ZWS, VWS und der Landrat mit dem „Baustellenfahrplan“, der im Ergebnis eine Verschlechterung des Angebots darstellt, in diesen Nahverkehrsplan eingegriffen. Born: „Das ist aber das Mandat des Kreistags.“

Günter Padts Antwort: „Das stimmt, das ist Sache des Kreistags. Aber wir haben ja gar nicht in den Nahverkehrsplan eingegriffen. Es ist nur ein Intermezzo. Ab dem 15. Januar gilt der Nahverkehrsplan wieder in vollem Umfang.“ Die vorübergehende Abweichung sei von der Bezirksregierung genehmigt worden.

Gar keine Baustelle da

Dieter Born insistierte: Der Baustellenfahrplan sehe vor, dass man statt einer durchgehenden Verbindung zwischen Kreuztal und Eiserfeld nun in Geisweid umsteigen müsse. „Auf dieser Strecke ist aber gar keine Baustelle.“ Padt stoisch: „In Ferndorf und Eichen gibt es Straßenbaustellen, das muss man alles im Verbund sehen. Die Verspätungen ziehen sich durch das ganze Netz.“

Während Bernd-Dieter Ferger (CDU) ein „Familienticket“ erwähnte, mit dem man dem ÖPNV-Betreiber möglicherweise in Anlehnung an Schüler- und Azubi-Ticket finanziell unter die Arme greifen könne, sah Michael Sittler (SPD) gewaltige Risiken auf den Kreis zukommen. Die rechtlich noch völlig offene Situation beim Linienbündel Mitte (die SZ berichtete) betreffe auch die anderen vier Linienbündel, von denen zwei im Kreis Olpe liegen. Sittler: „Wenn das Linienbündel Mitte fällt, dann fallen alle.“ Am Ende sei die Eigenwirtschaftlichkeit des ÖPNV nicht zu halten. „Das kostet uns Geld.“

Städte und Gemeinden müssen zahlen

Wen eine Neuordnung, die sich verstärkt auf öffentliche Kassen stützt, Geld kostet, beleuchtete Bernd-Dieter Ferger: „Das zahlen die Städte und Gemeinden. Wir sind doch nicht die, die das Geld haben.“ Mit den Bürgermeistern aber habe noch niemand gesprochen.

Guido Müller (FDP) wies darauf hin, dass die Wurzel des Übels, der eklatante Busfahrermangel, offenbar ein spezielles Siegen-Wittgensteiner Problem sei: „Olpe hat das Problem nicht, und der Märkische Kreis hat es auch nicht.“

"Runder Tisch" geplant

Ob und wie der Kreis handelt, wird sich möglicherweise aus einem Gutachten, das derzeit erarbeitet wird, ableiten lassen. Ein „Runder Tisch“ am 28. Oktober, bei dem Akteure des ÖPNV und die Politik sich zusammensetzen werden, könnte weitere Erkenntnisse bringen.

Bis zur Verabschiedung des Haushaltsplans 2020 im Dezember aber werde man keine beschlussreifen Vorlagen auf den Tisch legen können, erklärte Dezernent Arno Wied. Selbst der Zeithorizont der laufenden Wahlperiode ist möglicherweise zu knapp für Zukunftsentscheidungen, denn bereits am 13. September 2020 werden Kreistag und Landrat neu gewählt.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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