ÖPNV ehrenamtlich bereichert

Fünf Jahre nach Fahrt des ersten BürgerBusses fiel bei Feierstunde Resonanz positiv aus

sib Kreuztal. »Am Anfang waren viele der Meinung: Das wird nichts. Das hält sich nicht lange. Doch der BürgerBus Kreuztal hat sich bewährt. Er ist inzwischen ein Erfolgsprojekt in ganz Nordrhein-Westfalen.« Mit Stolz resümierte Achim Walder als Vorsitzender des BürgerBus Kreuztal die inzwischen fünfjährige Geschichte des Unterfangens. Daher hatte der Vorsitzende des gleichnamigen Betreiber-Vereins zu einer Feierstunde ins »Alte Feuerwehrhaus« eingeladen.

Seine Bilanz fiel zu ganz überwiegenden Teilen positiv aus. Am 2. März 1998 startete zum ersten Mal der BürgerBus mit den Fahrern Gerd Bäcker und Dieter Bernshausen und dem ersten Passagier Alma Oberländer den Linienverkehr in Kreuztal. Auch ein großes Fest auf dem Kreuztaler Marktplatz hatte es seinerzeit gegeben. Inzwischen werden werktäglich auf vier Linien in alle vier Himmelsrichtungen – Krombach, Kölsbachsiedlung, Oberhees und Kredenbach – vom Kreuztaler Marktplatz aus die 80 Haltestellen angesteuert. Konnte erst nach sechs Monaten der 555. Fahrgast begrüßt werden, so fällt die Nutzung inzwischen wesentlich intensiver aus: Durchschnittlich werden monatlich zwischen 800 und 900 Fahrgäste transportiert. In den fünf Jahren seit seiner ersten Fahrt hat der Bürgerbus rund 40000 Fahrgäste zu ihrem Ziel gebracht.

Dass hinter einer solchen Bilanz eine ganze Menge Arbeit steckt, wurde in Walders Ausführungen ebenfalls deutlich. Nach Vereinsgründung 1998 gewährte die Stadt Kreuztal eine Bürgschaft und es mussten Sponsoren gefunden werden. Diese Verträge laufen übrigens nach fünf Jahren aus. Und so gilt es, sie zu verlängern oder neue Sponsoren zu finden.

Kurz nach der Vereinsgründung wurde nach schwierigen Verhandlungen ein Kooperationsvertrag mit den VWS geschlossen und der BürgerBus, ein LT, angeschafft. Fahrerschulung, ärztliche Untersuchungen, Linienwegbestimmungen, Fahrplangestaltung, Haltestellenschildmontage, Fahrkartenbestellungen und Werbeaquisition gehörten zu den zahlreichen Aufgaben, vor die sich die Ehrenamtlichen gestellt sahen.

Das BürgerBus-Projekt in Kreuztal entsprang übrigens dem lokalen Agenda-Prozess. Hintergrund war der Wunsch, die Mobilitätsbedürfnisse der Kreuztaler besser erfüllen zu können. Ein Teil der Bevölkerung, der auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, wohnte abseits des ÖPNV-Linienverkehrs. Hier tat Abhilfe Not und inzwischen dürfte sich auch herumgesprochen haben, dass der BürgerBus keineswegs nur für Senioren fährt.

Dringend warb Walder auch für neue Fahrer. Momentan gibt es deren 25, darunter auch drei Frauen, die ehrenamtlich ihre Zeit für das Projekt einbringen. Doch der Verein ist auch hier auf weitere Tatkräftige angewiesen. In Bad Laasphe, wo seit eineinhalb Jahren Busse die Außenbezirke anfahren, sei der Takt inzwischen sogar dichter als in Kreuztal, berichtete Walder, zugleich Vorsitzender des dortigen BürgerBus-Vereins.

Für seine »Geburtshilfe« in Sachen BürgerBus dankte Georg Dücker, Schatzmeister des Bad Laaspher BürgerBus-Vereins, dem Vorsitzenden Achim Walder. Dass die anfänglichen Spötter inzwischen eines Besseren belehrt wurden, stellte in seinen Grußworten der stellv. Bürgermeister Bad Laasphes, Willi Dreisbach, dar. Und auch von Kreuztals stellv. Bürgermeister Helmut Nölling gab es ein Kompliment: »Wegzudenken ist der BürgerBus aus Kreuztal nicht mehr«, fand er und zeigte sich auch begeistert davon, dass inzwischen andere Städte in NRW, die BürgerBus-Projekte planen, in Kreuztal nach sachkundigem Rat suchen.

Wichtig ist auch der Zusammenhalt der Mitarbeiter untereinander und das Auftreten nach außen. So gibt es einmal im Monat einen Fahrertreff, und der Verein beteiligte sich an der Aktion »Toleranz gegenüber Ausländern«. Auch gemeinsame Unternehmungen wie Ausflüge sind für die Zukunft geplant.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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