Video mit über 20 Millionen Klicks
Oscars Porträt erobert die Welt

Damit hätten Cecile Stephan und Daniel Stender aus Ferndorf nicht gerechnet: Ein ganz persöonliches Erinnerungsbild an ihren verstorbenen Hund Oscar ging binnen weniger Tage um die Welt.
  • Damit hätten Cecile Stephan und Daniel Stender aus Ferndorf nicht gerechnet: Ein ganz persöonliches Erinnerungsbild an ihren verstorbenen Hund Oscar ging binnen weniger Tage um die Welt.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Ferndorf. Angesichts solcher Zugriffsszahlen dürfte selbst YouTube-Star Rezo vor Neid grüne Haare bekommen: Mit einem spontan gedrehten, gerade einmal 39 Sekunden langen Videoclip hat der Ferndorfer Daniel Stender einen echten Welthit gelandet. Binnen weniger als zwei Wochen wurde sein ungeschnittenes Filmchen mehr als 20 Millionen mal geklickt – und erreichte die Herzen von Hundeliebhabern auf der ganzen Welt.

Trauriger Anlass, witzige Geschichte

So witzig sich die Geschichte auch entwickelt haben mag; ihren Anfang nahm sie in einem traurigen Ereignis. Im Februar starb Oscar, der geliebte Hund von Cecile Stephan  und Daniel Stender. Der lebensfrohe Rüde hatte zwar mit zehneinhalb Jahren zwar ein stattliches Alter erreicht für eine Bordeaux-Dogge mit schwerer Krankheitsgeschichte. Die Trauer bei den Stenders indes war groß. „Er war ein Familienmitglied“, spricht Frauchen Cecile das aus, was jeder Hundehalter nur zu gut nachvollziehen kann.

Fotomosaik als Erinnerung

Auch ihr Mann Daniel trauert den schönen Zeiten mit dem geliebten Oscar hinterher. Er hat sich daher genau überlegt, mit welchem Geschenk an seine Frau er die Erinnerungen an den Hund am Leben halten kann. Fotos gab es tausende, auch Fotobücher machen sich wunderbar im Regal; dauerhaft präsent sind sie jedoch nicht. Ganz anders sieht es mit einem Fotomosaik aus, im Großformat, bestehend aus einem Hauptmotiv und einem Füllhorn kleiner Bilder, aus denen es sich zusammensetzt – etwa wie beim Filmplakat der „Truman Show“, von dem schon vor mehr als zwei Jahrzehnten Jim Carrey den Kinobesuchern entgegen strahlte.

Kurzes Video für Freunde und Familie

Im Internet fand sich der richtige Anbieter, das Bild wurde mit viel Detailfreude erstellt, in Auftrag gegeben, geliefert und an prominenter Stelle im Hausflur platziert. Vom Ergebnis waren die beiden so angetan, dass Daniel spontan zum Smartphone griff, ein Filmchen drehte und es zur Info für Freunde und Familie in seinem Facebook-Account postete. Viel Handlung hat das Video nicht: Die Kamera nährt sich dem Mosaik, nach und nach erkennt der Zuschauer, dass das Bild aus vielen kleinen Motiven besteht. Fertig.

Hier und da verlinkte Daniel Stender seinen Tipp in Hundehalterforen – und freute sich über die positive Resonanz. Viel Lob sei gekommen für die Idee, darüber habe er sich gefreut. Mit mehr gerechnet habe er zu diesem Zeitpunkt nicht.

Zugriffszahlen gingen durch die Decke

Dann aber sei es losgegangen, die Zugriffszahlen seien rasant angestiegen, immer mehr Menschen hätten sein Video geteilt. In Hunderterschritten, dann in Tausendern, Zehntausendern – am Ende ging es im Stundentakt um mehr als hunderttausend nach oben. Das Video ging viral, erreichte Menschen auf der ganzen Welt, traf sie offenbar mitten ins Herz.

Anfragen aus der ganzen Welt

Mit den Klicks potenzierten sich die Anfragen, unzählige Facebooknutzer wollten sich mit Daniel Stender anfreunden, stellten Freundschaftsanfragen und erkundigten sich bei ihm, wie er dieses Mosaik gemacht habe. „Dabei bin ich ja kein Künstler“, lacht der Wahl-Ferndorfer. Aus der ganzen Welt sei er angeschrieben worden, in mehreren Sprachen. Nach rund 100 Antworten zog er die Reißleine, verschärfte seine Privatsphäre-Einstellungen, postete auf Englisch und Spanisch, wie an ein solches Bild zu kommen ist. Der Anbieter des Mosaiks, mit dem Stender nun auch in engem Kontakt steht, kann sich vor Aufträgen kaum noch retten. Portale wie „Lad Bible“ wurden aufmerksam, teilten das Video und sorgten für weitere Massenzugriffe.

Ein Rezept für den Erfolg?

Wie ihm der Coup gelungen sei, werde er immer wieder gefragt, so Daniel Stender. Beruflich habe er zwar mit Suchmaschinenoptimierung zu tun, das Eigenleben der sozialen Netzwerke kam aber auch für ihn überraschend. Ein Bekannter, der sich mit YouTube auskenne, habe eine Vermutung: „Das Video ist emotional, privat und nicht werblich, es ist kurz und auf allen Sprachen selbsterklärend.“

Jetzt wird es langsam etwas ruhiger um den Videohit, der Klick-Sturm scheint abzuflauen. Cecile Stephan und Daniel Stender freuen sich darüber, dass sie mit ihrer ganz persönlichen Erinnerungsgeschichte so viele Menschen rund um den Globus erreicht haben. Auch wenn die Trauer über Oscars Tod immer wieder aufkommt, so freuen sie sich über das Erbe ihres langjährigen Begleiters: „Er war ein charaktervoller Hund, hatte Witz und Lebenslust“, schmunzelt Cecile Stephan. Oscars Besonderheit wirke nun auch über seinen Tod hinaus weiter.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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