Partnerschaft braucht neue Impulse

Nauener Rathausspitze zu Besuch in Kreuztal / Partnerstadt vor Neugliederung

sz Kreuztal. Zum »Antrittsbesuch« in Kreuztal weilte in diesen Tagen Besuch aus der Partnerstadt Nauen: Bürgermeister Detlef Fleischmann (42) und Beigeordnete Dr. Marion Grigoleit (43) – seit 1. Juli 2002 im Amt. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rudolf Biermann stand unter sachkundiger Erläuterung durch die Kreuztaler Dezernenten eine Stadtrundfahrt auf dem Programm, bei der sich die Gäste von der Kreuztaler Situation bzw. den Veränderungen seit dem letzten Aufenthalt ein Bild machen konnten. Auch der Nauener Ehrenbürger und frühere Kreuztaler Ordnungsamtsleiter Erfried Kass ließ es sich nicht nehmen, den Besuch zu begleiten.

Besonders beeindruckte die Gäste ein Besuch des Behinderten-Wohnheimes der AWo in Buschhütten, aber auch die enormen Fortschritte im Baugebiet »Liesewald«, in dem ja bekanntlich die »Nauener Straße« die Haupterschließungsstraße ist. Eine Stippvisite auf dem 18-Loch-Golfplatz »Mittelhees«, eine Besichtigung der Gewerbegebiete und des Schul- und Sportzentrums sowie des Dreslerschen Parks rundeten die Informationstour ab.

Im Mittelpunkt der Gespräche, an denen auch die stellv. Bürgermeister Jürgen Althaus und Helmut Nölling sowie die Kreuztaler Fraktionsvorsitzenden teilnahmen, standen Überlegungen, die Partnerschaft zu intensivieren. Es bestand laut Pressebericht Einvernehmen darüber, dass der gegenseitige Besuch von Vereinen und Verbänden, aber auch der Kirchengemeinden, einen wichtigen Baustein darstelle. Hier seien sicher in beiden Kommunen Aktionen vonnöten, um den Partnerschaftsgedanken zu pflegen.

Brandenburg steht im kommenden Jahr eine umfassende kommunale Neugliederung bevor. Dabei ist vorgesehen, der Stadt Nauen (zzt. 11500 Einwohner) aus dem derzeitigen Amt Nauen-Land nicht weniger als elf bislang selbständige Gemeinden mit zusammen gut 6000 Einwohnern anzuschließen. Bürgermeister Fleischmann bedauerte, dass keine dieser Kommunen zu einem freiwilligen Anschluss bereit gewesen sei, der seitens des Landes mit 200 DM/Einwohner »belohnt« worden wäre. Hierdurch seien der neuen, größeren Stadt etwa 600000 e entgangen, die für wichtige Infrastrukturprojekte hätten eingesetzt werden können.

Die kommunale Neugliederung werde allerdings landesweit durch etwa 70 Verfassungsklagen belastet, so dass noch offen sei, zu welchem Zeitpunkt die Neuordnung wirksam werde. Für Nauen ergeben sich Fleischmanns Angaben zufolge gewisse Probleme dadurch, dass sich das Stadtgebiet, das etwa die Hälfte des Landkreises Havelland ausmachen wird, über rund 50 km erstreckt. Gelöst werden mit der beabsichtigten Neugliederungsmaßnahme die Finanzierungsprobleme für die Nauener weiterführenden Schulen, an deren Kosten sich die Umlandkommunen bislang nicht beteiligten. Nauen wirtschaftet seit Jahren mit einem Haushaltssicherungskonzept. Mit dem Etat 2002 habe das Innenministerium der Stadt testiert, dass weitere Sparmaßnahmen wohl kaum durchführbar seien. Kernstück der Sparbemühungen stelle ein seit Mai 2002 in Kraft getretener Haustarifvertrag dar, mit dem weitere betriebsbedingte Kündigungen vermieden, die Bezüge der Mitarbeiter aber auf 90 Prozent der ohnehin geringeren Osttarifverträge reduziert worden seien. Der Vertrag ist bis April 2005 befristet. Die Kreuztaler Gesprächsteilnehmer zollten der Nauener Verwaltungsspitze Anerkennung, »zumal hier spätestens im übernächsten Jahr eine ähnliche Problemlage bestehen wird«, heißt es aus dem Kreuztaler Rathaus.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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