»Pfanne« haute TuS in die Pfanne

Aufstiegsträume wahrscheinlich geplatzt

Sensationelles 28:33-Heimdebakel des TuS Ferndorf gegen HSG Nordhemmern/M.

jb Kreuztal. Die Rückrunde in der Handball-Oberliga Westfalen begann mit einem sensationellen Paukenschlag: Der TuS Ferndorf kassierte völlig verdient seine erste Heimniederlage überdeutlich mit 28:33 (14:13) gegen die HSG Nordhemmern/Mindenerwald, die schon in der letzten Saison einen Punkt aus Kreuztal entführt hatte. Mit nun fünf Minuspunkten Rückstand auf ASV Hamm sind sämtliche Titelträume der auf Platz 3 zurück gefallenen Ferndorfer geplatzt.

Während 900 restlos enttäuschte Fans lautlos aus der Halle schlichen, legten die in blau gekleideten Ostwestfalen Freudentänze auf dem Spielfeld hin. Kurz darauf starteten die Gäste-Spieler eine Handyphonie noch von der Spielfläche, um ihren Freunden daheim von ihrer Glanzleistung zu berichten. Und es war immer wieder zu hören: »Ja ich bin nüchtern und bei klarem Verstand. Wir haben gewonnen.«

Und was war mit den Ferndorfern? Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: Nichts. Sie trugen rein gar nichts zur Geschichte dieses bedeutungsvollen 13. Saisonspiels bei. Viel gab es über die lediglich brav mitspielenden Hausherren nicht zu berichten. Außer, dass die Mannschaft ohne Ausnahme kollektiv schlecht agierte. Sie reagierte sogar nicht einmal, als sie immer mehr in Bedrängnis geriet. Ein Spitzenteam, das sich auch bei einer schlechten Leistung nicht aufbäumt, in dem nicht einer für den anderen kämpft, das hat auch das große Ziel Meisterschaft und Aufstieg nicht verdient. Offenbar hatte den Spielern vor vier Wochen nach der Niederlage im Spitzenspiel in Hamm niemand eingetrichtert, dass von nun an nur noch Endspiele anstehen. Und vor allem, was das in puncto Verantwortung für jeden bedeutet. Statt dessen zog sich eine »Lulli-Einstellung« konsequent vom Anpfiff bis zum bitteren Ende durch.

Es fing zumindest hoffnungsfroh an. Locker wie immer führten die Ferndorfer trotz einiger vergebener Chancen mit 6:3 nach zehn Minuten. Für die restlichen 50 Minuten war die Herrlichkeit aber zu Ende. Die Gäste glichen erstmals zum 7:7 aus, auch weil sich die Ferndorfer in der Abwehr kaum wehrten. Da wurde nicht für den Nebenmann ausgeholfen. Da stimmten Absprachen nicht. Spielertrainer Amund Toft beteuerte zwar, dass er unter der Woche immer wieder energisch gerade dies besprochen und trainiert habe. Im Angriff wurde ähnlich pomadig agiert. Von Angriffskonzeptionen, in die alle sechs Spieler noch in der ersten Saisonhälfte einbezogen waren und mit denen die gegnerischen Abwehrreihen schwindelig gespielt wurden, war nichts mehr geblieben. Ab und zu eine Kombination über drei Stationen. Ansonsten viel ungefährliches Querspielen vor der Gäste-Deckung, Einzelaktionen, viele unvorbereitete und schlechte Torschüsse sowie leichtfertig verursachte Ballverluste durch ungenaue Pässe.

Eigentlich mussten die Gäste gar nicht viel tun. Vor allem der Halblinke Markus Südmeier (8 Tore), der hervorragende Kreisläufer Leif Anton (9 Tore plus drei erzwungene Siebenmeter) und insbesondere Nils Pfannenschmidt im rechten Rückraum setzten die Ferndorfer matt. Gerade Pfannenschmidt, den alle kurz »Pfanne« riefen, schrieb die Geschichte des Spiels. Er hat eine ganz schlimme Verletzungsserie von drei Kreuzbandrissen hinter sich, dadurch eineinhalb Jahre nicht gespielt, und wurde erst zum dritten Mal wieder von seinem verletzten Spielertrainer Frank Schoppe im Angriff eingesetzt. Er besorgte mit 9/3 Toren den Ferndorfern den Garaus und hatte großen Anteil, dass die Gäste auf 30:24 wegzogen. Da waren zwar noch acht Minuten zu spielen, aber die Ferndorfer waren wie gelähmt. Schließlich sei noch erwähnt, dass die Gäste auch noch auf ihren verletzten Torjäger Gunnar Bredemeyer verzichteten und somit ihr Sensationserfolg nochmals aufgewertet wurde.

TuS Ferndorf: Becker, Wellen; Stadel, Orlov (5), Hambloch (3), Pfaffenbach (2), Feldmann (7), Toft (1), Kotschmar (5/5), Schäfer, Stenske (5), Krawitz (nicht eingesetzt).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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