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Gespräche über Gott und die Welt
Podcast mit Kreuztaler Pfarrer

Die beiden Pfarrer Bernd Becker (l.), gebürtiger Kreuztaler, und Thies Friederichs sind es gewohnt, vor Menschen zu sprechen. Dennoch betreten sie mit ihrem Podcast auch Neuland.
  • Die beiden Pfarrer Bernd Becker (l.), gebürtiger Kreuztaler, und Thies Friederichs sind es gewohnt, vor Menschen zu sprechen. Dennoch betreten sie mit ihrem Podcast auch Neuland.
  • Foto: bjö
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

nja Kreuztal.  Sie kennen und mögen sich. Sie teilen nicht nur den Beruf, sondern auch die Sicht auf wesentliche Dinge des Lebens – und tauschen sich darüber auch gerne aus. Was als freundschaftliches, privates Zwiegespräch begann, erreicht seit gut einem Jahr deutlich mehr Ohren: Die Pfarrer Thies Friederichs und Bernd Becker plaudern seit Dezember 2019 öffentlich im Internet. Im besten Sinne des Wortes über Gott und die Welt. Der Name ihres Podcasts: „Glück auf & Halleluja“. So lautet auch der Titel eines Songs zum Kirchentag in Dortmund 2019, dessen Text aus Beckers Feder stammt.
„Wir haben eine digitale Form gesucht, uns mitzuteilen, die zu uns passt – und sie im Podcast gefunden“, sagt Thies Friederichs. Er ist Pfarrer der ev.

nja Kreuztal.  Sie kennen und mögen sich. Sie teilen nicht nur den Beruf, sondern auch die Sicht auf wesentliche Dinge des Lebens – und tauschen sich darüber auch gerne aus. Was als freundschaftliches, privates Zwiegespräch begann, erreicht seit gut einem Jahr deutlich mehr Ohren: Die Pfarrer Thies Friederichs und Bernd Becker plaudern seit Dezember 2019 öffentlich im Internet. Im besten Sinne des Wortes über Gott und die Welt. Der Name ihres Podcasts: „Glück auf & Halleluja“. So lautet auch der Titel eines Songs zum Kirchentag in Dortmund 2019, dessen Text aus Beckers Feder stammt.
„Wir haben eine digitale Form gesucht, uns mitzuteilen, die zu uns passt – und sie im Podcast gefunden“, sagt Thies Friederichs. Er ist Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Kreuztal, sein Freund und Kollege Bernd Becker ist Direktor der evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“. Das Gespräch solle nicht zu „churchy“ („kirchlich“) sein, man wolle locker rüberkommen.

Rund 1000 „Klicks“ pro Folge

Wer ihre „Zielgruppe“ ist, wird eingangs jeder Episode, musikalisch untermalt, verraten: Es sei ein „Podcast für Gläubige, Halbgläubige und Nichtgläubige“. „Glück auf – das drückt ja schon aus, dass wir die ganz normalen Menschen mit populären Themen ansprechen wollen, um dabei dann aber auch niederschwellig das Halleluja erklingen zu lassen“, umschreibt Friederichs das Anliegen. Ja, das Podcast-Format spreche sicherlich vor allem jüngere Leute an – aber nicht nur. Rund 1000 „Klicks“, also Hörer, haben sie pro Folge. „Manche schnuppern auch nur kurz rein. Wir erhalten aber positive Rückmeldungen. Es macht uns beiden Spaß, ist ein Hobby – deshalb machen wir es!“ Und zwar mindestens einmal pro Monat.
Die Themen sind breit gefächert. Los ging es im Advent 2019 unter dem Motto „Schöne Bescherung“ rund um das Weihnachtsfest. Über „Hoffnung“ tauschten sich die beiden Siegerländer – einer zugereist, einer gebürtig – aus, über „Religiöses in Filmen und Serien“ u. a. am Beispiel von „E.T.“ und „Titanic“, aber auch über die Liebe, das Beten und (gutes) Essen („Eat.Pray.Love“). Im Frühjahrs-Lockdown näherten sich die Pfarrer dem Phänomen „Videokonferenz“ an – und schlugen dabei auch den Bogen zu den Worten Jesu: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“. Themen des Glaubens, so erkennen sie immer wieder, finden Anklang im alltäglichen Leben.
Eines wird beim Reinlauschen rasch klar: Die Pfarrer wecken Neugier auf die Bibel, indem sie beim Plaudern über Erlebnisse und Entwicklungen im Hier und Jetzt passende Gedanken im Buch der Bücher finden. Sie entdecken biblische Grundmotive in der populären Kriminalliteratur, gelangen im Gespräch darüber, was Mose und Superman gemein ist, zu der Frage: Was sind wahre Helden? „Belehrendes liegt mir nicht“, bekennt Thies Friederichs und fügt hinzu: „Ich vertraue darauf, dass die Bibel unfassbar viel Gehaltvolles bietet, das die Menschen anspricht.“

Thema steht fest

Wie gehen die beiden Freunde ihr locker-flockiges Gespräch an? Schreiben sie sich „Spickzettel“? Oder vertrauen sie auf ihre Bibelfestigkeit und Spontaneität? Das Thema steht fest, „und ich nehme es im Vorhinein mit in meinen Alltag, mache mir zwischendurch auch mal Notizen“, verrät Thies Friederichs. „Dann kann es aber auch sein, dass während der Aufzeichnung das Gespräch einen ganz anderen Verlauf nimmt als gedacht.“ Bis zum März befanden sich Becker und Friederichs während ihres „Talks“ von Angesicht zu Angesicht, mit dem Lockdown und dem Fortschreiten der Corona-Pandemie griffen die Freunde dann zu Mitteln der Videokommunikation. „Wir haben telefoniert, die Tonspuren aufgenommen und diese dann zusammengeschnitten.“
In diesem Dezember wollten sie eigentlich vor Publikum plauschen, als es rund um das Thema „Engel“ ging. Das Virus sendete aber Störsignale. Noch eine Folge soll in diesem Jahr gesendet werden – ein Jahresrückblick nach Weihnachten. Im Januar rücken „Roadstories“ in den Blickpunkt bzw. ins Hörfeld. Dann geht es ums Unterwegssein – um eigene Erlebnisse und Moses Auszug aus Ägypten.
Pfarrer Friederichs produziert nicht nur selber Podcasts, er hört sie auch gerne. Welche findet er besonders toll? Der Kreuztaler muss nicht lange überlegen. „Fest und flauschig“ von Olli Schulz und Jan Böhmermann fällt ihm sofort ein. Und „Betreutes Fühlen“ von Comedian Atze Schröder und Philosoph Leon Windscheid: „Die sind erstaunlich feinfühlig.“
Zu hören sind die Podcasts „Glück auf & Halleluja“ u. a. über Spotify und Apple und Podcaster.de.  

Film über den Pfarr-Alltag im Siegerland

Der Ev. Kirchenkreis Siegen hat sich mit einem Filmprojekt das Ziel gesetzt, die Attraktivität des Pfarrdienstes im südlichen Teil der westfälischen Landeskirche zu dokumentieren. „Pfarrer*in im Siegerland“ heißt das rund achtminütige Video, das bei Youtube zu sehen ist. Es ist ein Abbild der vielfältigen Wirklichkeit des Siegerländer Pfarr-Alltags, teilt der Kirchenkreis mit. Den Anstoß dazu hatte Superintendent Peter-Thomas Stuberg gegeben. Der Siegener Filmemacher Roman Knerr setzte diese Aufgabe mit dem Öffentlichkeitsreferat des Kirchenkreises um und hat Ausschnitte aus dem Arbeitsalltag von Pfarrer Thies Friedrichs aus Kreuztal ins Bild gefasst. Der Film kann auch über der Internetseite des Kirchenkreises abgerufen werden. Es soll nicht bei diesem ersten Dokument bleiben. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Dreharbeiten aber pausieren.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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