Feuerwehrgerätehaus Krombach
„Quälen uns seit zwei Jahren mit Baurecht“

sz/nja Krombach. Wann wird das Feuerwehrgerätehaus Krombach gebaut? Diese Frage steht im Zentrum einer Anfrage der Grünen zur jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Wie es zu erklären sei, dass das „dringend benötigte“ Gerätehaus bisher in keiner Weise umgesetzt wurde, wollte Dieter Gebauer u. a. wissen. „Wir quälen uns seit zwei Jahren mit dem Baurecht herum“, sagte Bürgermeister Walter Kiß – und wunderte sich, dass „ausgerechnet die Grünen“ danach fragten.

Geschützter Landschaftsbereich

Der geplante Standort liege zu großen Teilen im Außenbereich gemäß Baugesetzbuch und außerhalb der im Flächennutzungsplan dargestellten Bauflächen, hieß es in der schriftlichen Antwort aus dem Rathaus. Es seien die Inanspruchnahme von kleinen Teilen eines geschützten Landschaftsbestandteils und die Verlegung eines schmalen Entwässerungsgrabens erforderlich. Die Anbindung der Hauptstraße bedürfe einer genaueren Betrachtung. Zudem müssten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ermittelt und entsprechende Flächen vorgesehen werden.

Komplexe Planung

„In Anbetracht der Komplexität der Planung, im Hinblick auf den anerkannten Mangel an Gewerbe- und Industrieflächen im Stadtgebiet und wegen der ohnehin gegebenen Vorbelastungen im Umfeld erschien es sinnvoll und geboten, zusätzlich zu den Flächen für das künftige Feuerwehrgerätehaus auch die angrenzenden Flächen entlang der B 517 bis zu dem vorhandenen Gewerbe- und Industriegebiet Auf dem Heidfelde im Sinne eines eingeschränkten Gewerbegebiets mit zu überplanen; die Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden im erforderlichen Umfang ebenfalls in den Geltungsbereich der Bauleitpläne aufgenommen.“ 2017 lief das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans an.

Ausgleich für den Ameisenbläuling 

Auch wurde ein wasserrechtliches Plangenehmigungsverfahren zur Verlegung des Grabens durchgeführt; im September 2018 lag die Genehmigung vor. „Bereits im Mai 2018 wurde eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahme) für den Ameisenbläuling umgesetzt; das Monitoring, das seither durchgeführt wird, ergab bereits drei Monate später einen positiven Befund, obwohl der ursprüngliche Lebensraum noch existent war“, heißt es weiter aus dem Rathaus.

„Die Knotenameise wurde auf den CEF-Flächen identifiziert, was für die Prognosesicherheit von Bedeutung ist. Ein Antrag auf Erteilung einer Ausnahme von den Verbotsbestimmungen des gesetzlichen Biotopschutzes wurde vor einiger Zeit gestellt, und ein positiver Bescheid wird in Kürze erwartet. Umweltbericht und Schallschutzgutachten werden derzeit ergänzt und aktualisiert. Nach zahlreichen Gesprächen mit Fachbehörden und Gutachtern scheinen alle relevanten Belange ermittelt und geklärt zu sein; eine sachgerechte Abwägung erscheint nach Lage der Dinge grundsätzlich möglich, so dass die Planung zum Erfolg geführt werden kann.“

Die geplante Gewerbeflächenerweiterung schaffe „qualitativ keine zusätzlichen Probleme und quantitativ wenig zusätzliche Probleme hinsichtlich der Errichtung des Feuerwehrgerätehauses“, wurde eine weitere Grünenanfrage beantwortet. Ein Flächentausch wäre schallschutztechnisch möglicherweise etwas günstiger, aber planungsrechtlich, brandschutztechnisch (Dezentralität) und optisch weniger wünschenswert: „Eine Flächenverlagerung unter Verzicht auf die Gewerbegebietserweiterung würde in der Konsequenz die Inanspruchnahme weniger stark vorbelasteter Außenbereichsflächen zur Folge haben, die aller Wahrscheinlichkeit nach ökologisch mindestens ebenso wertvoll sind und zusätzlich längere Verkehrswege zur Folge hätten.“

Keine Alternativfläche in Sicht

Etwaige Alternativflächen für ein Krombacher Gerätehaus müssten mindestens so groß sein, mindestens so verkehrsgünstig sein, sollten möglichst nicht im Außenbereich und nicht nahe an der Wohnbebauung liegen – und es müsse Baurecht geben: „Der Verwaltung sind solche Flächen nicht bekannt“, erfuhren nicht nur die Grünen.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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