„Ratsbeschluss sollte akzeptiert werden“

sz Kreuztal. Zu der jüngsten Stellungnahme der sieben Grundschulleitungen im Nachgang zum Ratsentscheid über die Zukunft der Kreuztaler Primarstufen äußerte sich nun die Leiterin der kath. Grundschule. Eigentlich, so Marianne Pletz, habe sie „erwartet, dass nach der Ratsentscheidung über die Zügigkeit der Grundschulen meine Schulleiterkolleginnen und Kollegen zumindest die öffentliche Diskussion beenden würden, um so zu zeigen, dass sie die demokratisch getroffene Entscheidung des höchsten legislativen Gremiums der Stadt wenn nicht billigen, so doch akzeptieren würden“. Der am 2. Juli in der SZ veröffentlichte Bericht zeige jedoch, „dass die politische Diskussion noch einmal“ aufgegriffen werde.

„Da aus diesem Bericht der Vorwurf herausgelesen werden kann, dass die Leitung der St.-Martin-Schule zumindest Aussagen über die Qualität der anderen Schulen zugelassen habe, ist es an der Zeit, dass ich einige zentrale Ereignisse nenne, die zu der teilweise heftigen Reaktion von Eltern der St.-Martin-Schule und auch zu meinen bisherigen öffentlichen Kommentaren geführt haben.“

Nach einigen Treffen aller Schulleitungen mit der Schulaufsicht und Verwaltung im Frühjahr 2009 „haben sich vier der sieben Schulleitungen nach dem letzten Treffen zusammengesetzt, um einen möglichen (politisch in den Gremien zu diskutierenden) Gestaltungsvorschlag der Grundschullandschaft (Festlegung von Zügigkeiten) zu erarbeiten – ohne uns aber darüber zu informieren oder uns mit ins Boot zu nehmen. Zufall? Die Begründung war später, in einem kleineren Kreis sei die Arbeit einfacher gewesen, wobei unsere Netzwerktreffen bisher immer in einem größeren Kreis stattfanden und eine konstruktive Arbeit gegeben war.“

Den erarbeiteten Vorschlag habe ein Kollege allen Leitungen zukommen lassen, ein gemeinsames Treffen, um diesen Vorschlag zu diskutieren, habe stattgefunden. Dieser Vorschlag „beinhaltete u. a., dass die sieben Schulleitungen die St.-Martin-Schule auf Einzügigkeit festgelegt haben wollten (...). Diesem Vorschlag konnten wir nicht zustimmen (...), da auch unsere Schüler, auch die zukünftigen, dasselbe Recht haben, an einer Schule pädagogisch sinnvoller Organisationsgröße unterrichtet zu werden“.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Wir waren seit diesem Zeitpunkt in der Diskussion außen vor. So war es verständlich, dass sich viele, die sich der St.-Martin-Schule verbunden fühlen, für die Zweizügigkeit einsetzten – auch öffentlichkeitswirksam. Welche der anderen Schulen (auch Eltern) hätte dies nicht gemacht, wenn sie als Einzige von vornherein so in die Defensive gedrängt worden wäre?“ Marianne Pletz ist deshalb den Mitgliedern des Rates dankbar, „die vor dem Hintergrund des starken Zuspruchs der Eltern für das kommende Schuljahr für die Zweizügigkeit der St.-Martin-Schule gestimmt haben“. Und: „Überall wird in der Erziehung wieder der Bezug auf allgemeingültige Werte gefordert. Diese Werte kann man ohne Bezug auf einen Gott aus ethischen Normen ableiten, wie sie letztlich in philosophischen Gedankengebäuden und Deklarationen von Menschenrechten entwickelt wurden, oder aber in besonderer Weise aus dem Glauben an einen Gott. Selbst wenn man einer kath. Bekenntnisschule nicht in besonderer Weise z. B. durch das eigene religiöse Bekenntnis verbunden ist, so kann man doch durch seine politische Entscheidung diesen besonderen Bezug einer Bekenntnisschule je nach eigener Grundüberzeugung tolerieren oder sogar ausdrücklich wünschen.“ Das gelte auch für eine ev. Bekenntnisschule. „Es gibt sehr viele Städte, die wegen der Angebotsvielfalt gerade Bekenntnisschulen erhalten wollen.“Die Schulleiterin stimmt zu, „dass Äußerungen Einiger emotional aus der Situation heraus gefallen sind, die ungerechtfertigterweise die Arbeit der anderen Schulen schlecht machen, was den Tatsachen nicht entspricht. Mir ist sehr daran gelegen, dass die Debatte nicht mehr unter uns Schulleitern, sondern im politischen Raum geführt wird, da ich der Aussage über das bisherige gute kollegiale Klima unter uns Schulleitern nur zustimmen kann.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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