SZ

Feuerwehrgerätehaus und Gewerbegebiet
Schritt für Schritt für Schritt...

Zur Sitzung des Fachausschusses lag als Tischvorlage erneut eine Stellungnahme der Naturschutzverbände vor, in der ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz moniert wird. Damit wird sich der Rat noch befassen.
  • Zur Sitzung des Fachausschusses lag als Tischvorlage erneut eine Stellungnahme der Naturschutzverbände vor, in der ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz moniert wird. Damit wird sich der Rat noch befassen.
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nja Krombach. Es sind viele Schritte nötig, um ein Projekt auf den Weg zu bringen, das nun schon seit mehreren Jahren auf seine Verwirklichung wartet: der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses Krombach – an der Hagener Straße, vor der Abbiegung Lange Wiese. Im Ausschuss für Infrastruktur, Umwelt und Wirtschaftsförderung ging es am Montag um das Abwägen von Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und anderer Träger öffentlicher Belange. Die Empfehlung an den Rat geschah ohne die Stimmen der Grünen.
Grüne...

nja Krombach. Es sind viele Schritte nötig, um ein Projekt auf den Weg zu bringen, das nun schon seit mehreren Jahren auf seine Verwirklichung wartet: der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses Krombach – an der Hagener Straße, vor der Abbiegung Lange Wiese. Im Ausschuss für Infrastruktur, Umwelt und Wirtschaftsförderung ging es am Montag um das Abwägen von Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und anderer Träger öffentlicher Belange. Die Empfehlung an den Rat geschah ohne die Stimmen der Grünen.

Grüne bleiben bei ihrer Kritik

Diese wiederholten ihre Kritik an dem Bebauungsplan: Sie seien nicht gegen das neue Feuerwehrgerätehaus, sondern dagegen, dass im gleichen Zug auf der Restfläche des Bebauungsplans ein 85 Meter langes Gewerbegebiet als Lückenschluss zur nächsten Bebauung geplant sei (die SZ berichtete ausführlich). Wiederholt wurde auch die Mutmaßung – Hubertus Brombach nannte es ein „Gerücht“ –, dass dort gar kein Gewerbe, sondern ein Parkplatz entstehen solle, für den Natur geopfert werde. Stadtplanerin Petra Kramer merkte hierzu an, von einem Parkplatz wisse sie nichts. Es handele sich um eine Angebotsplanung, die jede Form nicht störenden Gewerbes ermögliche. Die Feinsteuerung erfolge dann auf Projektebene. „Demnach besteht gar kein Bedarf an einem Gewerbegebiet, sonst könnte man doch benennen, was dort hin kommt“, interpretierte Grünen-Sprecher Dieter Gebauer: „Wir erwarten Infos darüber, was dort hin soll. Butter bei die Fische!“

"Feuerwehr die Leidtragende"

Ob Gewerbe- oder Neubaugebiet – zu diesem Zeitpunkt der Planung sei nie genau bekannt, was genau „da hin kommt“, meinte hingegen Arne Siebel (CDU). Bedarf an Gewerbefläche sei vorhanden – auch dort in Krombach – und sei auch von der Flächeneigentümerin geäußert worden. „Wir machen uns unglaubwürdig“, so Ausschuss-Vorsitzender Andreas Müller (SPD) hinsichtlich der zwei bis drei Jahre, die bislang für die Planung ins Land gezogen seien. Leidtragende sei die Feuererwehr. Am Wochenende sei wieder Crombacher Weihnachtsmarkt, rief er die ungünstige Lage des Gerätehauses in Erinnerung und hoffte sinngemäß, dass dann zu keinem Einsatz ausgerückt werden müsse. Die Planung von neuem Gerätehaus und Gewerbegebiet sei nun „in allen Facetten durchgeprüft“, befand Jochen Schreiber (SPD). Die Vorgehensweise der Grünen sei nicht zielführend.

Erneute Bedenken der Naturschutzverbände

Über den Satzungbeschluss konnte noch nicht abgestimmt werden, denn: Zur Montagssitzung gab es als Tischvorlage eine weitere Stellungnahme, über die dann erst im Dezember befunden werden kann. Bis dahin wird die Verwaltung eine Stellungnahme vorbereitet haben. Absender ist Wolfgang Weber-Barteit, Bevollmächtigter des Landesbüros der Naturschutzverbände NRW für Stellungnahmen und Einwendungen des BUND-Landesverbands NRW. Darin werden erneut Bedenken geäußert – „vor allem hinsichtlich der Gefährdung der laut FFH-Anhang II planungsrelevanten Population des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings“. Man sei überaus besorgt, da sich mit der bisher durchgeführten CEF-Maßnahme des Artenschutzes „der Erhaltungszustand der Art eher verschlechtert als verbessert haben wird“. Von einem Verstoß gegen das Naturschutzgesetz ist die Rede, von einem „leichtfertigen und vorschnellen Vorgehen beim Umsiedlungsversuch einer höchst gefährdeten Falterart“, die „die bisher bestehende Population sehr geschwächt“ habe und einen „Totalausfall der Population für dieses Gebiet in den nächsten Jahren“ zur Folge haben könne.

"Mit Naturschutzbehörde abgestimmt"

„Alles, was geschehen ist, wurde mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt“, betonte Stadtplanerin Kramer: „Ich gehe davon aus, sie kennt das Naturschutzgesetz.“ Und, zum Thema Gewerbegebiet: „Wenn uns eine Firma sagt, wir haben Flächenbedarf, muss man das glauben.“ Auf Regionalplanebene spreche man stadtweit ja von rund 40 Hektar Bedarf.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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