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Aufkleber treffen den Heimat-Nerv
Siegerländer "Firlefanz" fährt durch die USA

Eva Münker stammt aus Kreuztal, lebt aber schon seit 1995 mit ihrer Familie in Minnesota, USA. Als sie bei Facebook auf die Kreuztal-Aufkleber aufmerksam wurde, ging die Bestellung umgehend raus.
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  • Eva Münker stammt aus Kreuztal, lebt aber schon seit 1995 mit ihrer Familie in Minnesota, USA. Als sie bei Facebook auf die Kreuztal-Aufkleber aufmerksam wurde, ging die Bestellung umgehend raus.
  • Foto: privat
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nja Eichen. Das Siegerland startet international durch. In kleinem Rahmen, zugegeben. Aber: immerhin! Die Schriftzüge „Crossvalley“ und „Oaktown“ zum Beispiel zieren hier und da schon die Autos, lassen darauf schließen, dass die Fahrzeuginsassen in Kreuztal und Eichen leben. Oder gelebt haben. Denn auch in der großen weiten Welt sind die „klebrigen“ Zeichnungen von Danny Müller schon unterwegs.

Eva Münker, gebürtige Kreuztalerin, trägt die Liebe und Verbundenheit zu ihrer Heimat in Minnesota, USA, zur Schau. Bei Facebook war sie auf die kreativen Ideen der Eichenerin aufmerksam geworden, die unter „Firlefanz by Danny“ seit einigen Wochen nebenberuflich Dorfaufkleber unters Volk bringt.

nja Eichen. Das Siegerland startet international durch. In kleinem Rahmen, zugegeben. Aber: immerhin! Die Schriftzüge „Crossvalley“ und „Oaktown“ zum Beispiel zieren hier und da schon die Autos, lassen darauf schließen, dass die Fahrzeuginsassen in Kreuztal und Eichen leben. Oder gelebt haben. Denn auch in der großen weiten Welt sind die „klebrigen“ Zeichnungen von Danny Müller schon unterwegs.

Eva Münker, gebürtige Kreuztalerin, trägt die Liebe und Verbundenheit zu ihrer Heimat in Minnesota, USA, zur Schau. Bei Facebook war sie auf die kreativen Ideen der Eichenerin aufmerksam geworden, die unter „Firlefanz by Danny“ seit einigen Wochen nebenberuflich Dorfaufkleber unters Volk bringt. „Als ich das gesehen habe, musste der Kreuztal-Sticker sofort in den Warenkorb“, sagt Eva Münker, die 1995 den Kontinent wechselte. In den ersten Jahren habe sie selten zurückgeschaut. „Nun ist es aber so, dass ich mich in Minnesota, nach so vielen Jahren, immer mehr als Kreuztalerin sehe und mein Stadt doch eigentlich vermisse“, verrät sie. „Meine Kindheit und Jugend waren die intensivsten Jahre meines Lebens. Nirgendwo hab ich so gerne gelebt wie zu Hause.“ Mit Stolz kutschiere die 53-Jährige den Sticker daher durch die neue Heimat. „Fragt ein Fremder danach, dann erzähle ich gerne von der Stadt am Fuße des Kindelsbergs, die mir heute viel wichtiger erscheint als ich es mir 1987, als ich sie verlassen habe, jemals hätte denken können.“

Danny Müller freut sich sehr über solch positives Feedback. Erst im Dezember habe sie das Projekt „Dorfaufkleber“ angeleiert – für ihren Heimatort Eichen. Über dem Schriftzug schwebt ein Eichenblatt. „Ich bin hier angekommen, sesshaft geworden und fühle mich wohl. Ich habe den Entwurf in der Facebookgruppe „Du bist aus dem Littfetal“ gepostet und recht zügig Rückmeldungen erhalten.“

Littfelder und Krombacher wollen auch Aufkleber

„Wir wollen auch so einen Aufkleber“, wünschten sich etliche Littfelder und Krombacher. Immer mehr Anfragen kamen bei der 41-Jährigen an – nicht nur vom Fuße des Kindelsbergs. „Ich lese mich dann immer in die jeweilige Ortsgeschichte ein, frage aber auch direkt nach markanten Gebäuden oder anderen Alleinstellungsmerkmalen, die ich grafisch umsetzen kann.“ Und so ziert z. B. Fellinghausen das Haubergs–knipp, Siegen die Nikolaikirche samt Krönchen und Eiserfeld der Eingang des Reinhold-Forster-Erbstollns. Die Siegerland-Silhouette hebt u. a. Henner und Frieder, das Wisent (bekannt als Grenzgänger ...) und den Kindelsbergturm hervor. „Als es um Kreuztal ging, habe ich vorsichtshalber im Rathaus um Erlaubnis gefragt“, sagt die dreifache Mutter angesichts der städtischen Aufkleber unter dem Motto „Kreuztal – meine Stadt“. Bürgermeister Walter Kiß habe aber das „O.k.“ gegeben.

Danny Müller aus Eichen trifft mit ihren Autoaufklebern voller Lokalkolorit den Nerv vieler Menschen – und hat selbst große Freude an ihrem Handwerk. Eine beliebte Variante: „Internationale“ Namen wie Crossvalley oder auch Oaktown (Eichen).
  • Danny Müller aus Eichen trifft mit ihren Autoaufklebern voller Lokalkolorit den Nerv vieler Menschen – und hat selbst große Freude an ihrem Handwerk. Eine beliebte Variante: „Internationale“ Namen wie Crossvalley oder auch Oaktown (Eichen).
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Marc Thomas

Ihre Entwürfe zeichnet Danny Müller zunächst mit dem Apple-Pencil vor. Nachdem der Plotter dann die Schnittdatei „ausgedruckt“ hat, kommt ein filigraner Haken zum Einsatz: Mit ihm werden Buchstaben und Symbole „entgittert“, also sozusagen freigelegt. Voilà! Früher einmal hatte sie den Traum gehegt, Grafik-Design zu studieren. Sie entschied sich dann aber doch für eine „bodenständige“ kaufmännische Ausbildung und ist zudem medizinische Trainingstherapeutin. Ihre Leidenschaft zum kreativen Gestalten z. B. von Flyern lebte sie bisher aber auch schon ehrenamtlich aus.

Kindelsbergturm auch in Toronto und Tansania gesichtet

Nicht nur in Minnesota wirft der Kreuztal-Aufkleber derweil bei Einheimischen Fragen auf. Auch in Toronto und Tansania ist der Kindelsbergturm schon gesichtet worden. Ehepaar Sarah und Dirk Frykowski (ev. Gemeinschaft Osthelden) leben, wie berichtet, seit 2011 nahe Arusha und arbeiten für den Verein „Help for the Masai“, leisten dort Bildungsarbeit, medizinische Unterstützung, Evangelisation Frauenprojekte und Armenhilfe.

Sie musten länger warten, bis der Schriftzug ihrer alten in der neuen Heimat ankam – meldeten Danny Müller nun aber begeistert Vollzug. Und schickten sogleich Beweisfotos. Auf einem, man glaubt es kaum, lugt eine Giraffe Richtung Kindelsbergturm.

Aufkleber-Interessierte können gerne auf der Internetseite mal vorbeischauen.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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