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Innovatives für Bender-Brache geplant
"Smart Living": Vom Minihaus bis zum Mehrfamiliengebäude

Neuer „Zug“ könnte in die Planung zur Reaktivierung der Bender-Industriebrache kommen. Die Politik berät am Montag   ab 17 Uhr  über eine Idee, dort ein mustergültiges „Smart Living“-Projekt mit alternativen Formen des Lebens und Arbeitens zu ermöglichen.
  • Neuer „Zug“ könnte in die Planung zur Reaktivierung der Bender-Industriebrache kommen. Die Politik berät am Montag ab 17 Uhr über eine Idee, dort ein mustergültiges „Smart Living“-Projekt mit alternativen Formen des Lebens und Arbeitens zu ermöglichen.
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sz/nja Ferndorf. Neue Pläne für die Brache der früheren Firma Bender-Ferndorf rechts vom Mühlenweg, die sich mittlerweile ja im Besitz der Stadt Kreuztal befindet, werden am kommenden Montag im Kreuztaler Infrastrukturausschuss ein Thema sein: Ein nicht alltägliches Wohngebiet – „authentisch, nachhaltig, naturnah, sicher, nachbarschaftlich, innovativ und vernetzt“ unter dem Stichwort „Smart Living“ – könnte dort entstehen.
"Projekt mit beispielhafter Bedeutung"„Anhand der auf dem Grundstück und jenseits des Mühlenwegs vorhandenen Bebauung, die in Teilen erhalten bleiben soll, lässt sich die historische Entwicklung der Firma, quasi stellvertretend für große Teile der traditionellen Eisen- und Stahlindustrie Südwestfalens, eindrucksvoll nachvollziehen.

sz/nja Ferndorf. Neue Pläne für die Brache der früheren Firma Bender-Ferndorf rechts vom Mühlenweg, die sich mittlerweile ja im Besitz der Stadt Kreuztal befindet, werden am kommenden Montag im Kreuztaler Infrastrukturausschuss ein Thema sein: Ein nicht alltägliches Wohngebiet – „authentisch, nachhaltig, naturnah, sicher, nachbarschaftlich, innovativ und vernetzt“ unter dem Stichwort „Smart Living“ – könnte dort entstehen.

"Projekt mit beispielhafter Bedeutung"

„Anhand der auf dem Grundstück und jenseits des Mühlenwegs vorhandenen Bebauung, die in Teilen erhalten bleiben soll, lässt sich die historische Entwicklung der Firma, quasi stellvertretend für große Teile der traditionellen Eisen- und Stahlindustrie Südwestfalens, eindrucksvoll nachvollziehen. Aufgrund dieser sehr besonderen und seltenen Rahmenbedingungen wird seitens der Verwaltung eine Möglichkeit dafür gesehen, anstelle des bisher geplanten Wohn- und Mischgebiets üblicher Prägung ein besonderes Projekt mit beispielhafter Bedeutung für die Region, zu verwirklichen“, heißt es in der Vorlage. „Die Chance dazu – und zugleich die Chance, Fördermittel zu akquirieren – ist durch das Strukturförderprogramm des Landes NRW Regionale 2025 gegeben.“

Bezug zu Geschichte  und Tradition

Nach den bisherigen Vorüberlegungen der Verwaltung könnte auf dem Gelände der ehemaligen Firma Bender beispielsweise der Regionale-Projektbereich „Smart Living“ umgesetzt werden. Dabei gehe es nicht nur um technische Lösungen und Mobilität, „sondern auch um gesellschaftliche Aspekte wie alternative Wohnformen und baukulturelle Identität“. Was das konkret bedeutet? Es könne durch den Erhalt des ehemaligen Bürogebäudes und der Tonnendachhalle im Norden, durch den räumlichen und den funktionalen Bezug der verschiedenen Bereiche miteinander und untereinander sowie durch die Verwendung entsprechender Baumaterialien der Bezug zu Geschichte und Tradition dieses Geländes beibehalten und eine Verknüpfung zwischen Tradition und Moderne hergestellt werden. „Die Regionale-Forderung der Authentizität würde damit bereits weitreichend erfüllt.“ Naturnähe sei räumlich gegeben, heißt es mit Blick auf die Ferndorf und die umgebende Landschaft; sie könne durch passende Materialien widergespiegelt werden. Hier wird an Holz gedacht.

"Fahrzeug- und Raum-Sharing"

Sicherheit, Innovation und Vernetzung könne – entsprechend dem Hauptthema der Regionale 2025, der „Digitalisierung“ – beispielsweise in Form von intelligenten Beleuchtungssystemen, App-basierten Fahrzeug- oder Raum-Sharingsystemen oder intelligenten Abfallbehältern gewährleistet werden. 
„Durch unterschiedliche Bauformen von (bezahlbaren) Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern über Einfamilienhäuser bis hin zu Minihäusern (Tiny Houses, Flyingspaces) können Vertreter verschiedener gesellschaftlicher, beruflicher oder ethnischer Herkunft sowie Vertreter verschiedenen Alters, familiärer, beruflicher oder gesundheitlicher Situation nachbarschaftlich verbunden werden. In diesem Kontext sind auch die Modelle Co-Living, Co-Working, Ko-Dorf (nach Frederik Fischer) und multilokales Wohnen und Arbeiten zu nennen, die sich im Plangebiet sehr gut umsetzen lassen.“ Ein adäquates, zeitgemäßes Baumaterial für die Vorhaben – weil nachwachsend, nachhaltig und energieeffizient – sei Holz. Es biete vielfältige bauliche und energetische Möglichkeiten und dränge sich in einer Region mit extrem hohem Waldanteil und in der Heimat des Haubergs förmlich auf. Auch lasse es sich gut mit anderen regionaltypischen Materialien wie Eisen und Stahl verbinden: So entstünde auch „eine Reminiszenz an die für die Entstehung der Stadt Kreuztal (Kernstadt) und für die Expansion der traditionellen Industriebetriebe existenziell bedeutsamen Eisenbahnstrecken, die zugleich weite Teile des Stadtgebiets prägen“, so die Stadt.

Förderung über Regionale 2015 beantragen

„Mit der Regionale 2025 soll es gelingen, unsere Region für die Zukunft aufzustellen. Das Land Nordrhein-Westfalen traut uns zu, die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen, um beispielhaft zu zeigen, wie sich eine ländlich geprägte Region gerade für junge Menschen attraktiv und nachhaltig weiterentwickeln kann“, teilt die Südwestfalen-Agentur auf ihrer Internetseite mit. Der strategische Rahmen mit den Schlagworten digital, nachhaltig und authentisch spanne sich um die Handlungsfelder Raum, Gesellschaft sowie Wirtschaft und Arbeit. „Unser Grundsatz lautet: Digitalisierung ist nicht Selbstzweck, sondern ein gestaltbares Instrument. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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