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Zwischen Kruckel und Dauersberg
So sehen die Amprion-Pläne aus

Hof Wurmbach bei Mittelhees liegt heute schon nah an der Hochspannungstrasse - Amprion möchte das kaum ändern.
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  • Hof Wurmbach bei Mittelhees liegt heute schon nah an der Hochspannungstrasse - Amprion möchte das kaum ändern.
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js Junkernhees/Meiswinkel. Amprion hat nachgeschärft, die geplante Leitungstrasse zwischen Kruckel und Dauersberg soll mit neuen Masten daherkommen. Etwas schlanker in der Ausführung sollen sie sein und damit weniger Grundfläche in Anspruch nehmen als die bislang geplanten Typen. Hier und da sollen ihre Standorte minimal verschoben werden, im Höchstfall um 20 Meter. Grundsätzlich aber möchte der Netzbaubetreiber, der bei seinem Projekt neben der eigenen 380-kV-Leitung auch die 110-kV- Nachbarstrippen von DB Energie und Westnetz auf den Mast nehmen möchte, an seiner Linienführung festhalten. Das geht aus den Planunterlagen hervor, die seit Dienstag und noch bis zum 14. März in den Rathäusern Kreuztal, Geisweid und Freudenberg sowie im Internet eingesehen werden können.

js Junkernhees/Meiswinkel. Amprion hat nachgeschärft, die geplante Leitungstrasse zwischen Kruckel und Dauersberg soll mit neuen Masten daherkommen. Etwas schlanker in der Ausführung sollen sie sein und damit weniger Grundfläche in Anspruch nehmen als die bislang geplanten Typen. Hier und da sollen ihre Standorte minimal verschoben werden, im Höchstfall um 20 Meter. Grundsätzlich aber möchte der Netzbaubetreiber, der bei seinem Projekt neben der eigenen 380-kV-Leitung auch die 110-kV- Nachbarstrippen von DB Energie und Westnetz auf den Mast nehmen möchte, an seiner Linienführung festhalten. Das geht aus den Planunterlagen hervor, die seit Dienstag und noch bis zum 14. März in den Rathäusern Kreuztal, Geisweid und Freudenberg sowie im Internet eingesehen werden können. Bei den Bürgerinitiativen Junkernhees und Meiswinkel kommt das erwartungsgemäß schlecht an.

Geplant ist eine Verschlankung der Masten - doch Amprion hält an Trasse fest

Amprion hatte mit der Veränderung der Masttypen in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein nicht auf die wesentlichen Kritikpunkte des dreitägigen Erörterungstermins reagiert, der Ende 2018 in Attendorn stattfand und obligatorischer Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens war. Vielmehr zieht die Firma die für den nördlich anschließenden Trassenabschnitt vorgesehene Mastform durch die gesamte Planung durch. Von den im Siegerland am meisten kritisierten Punkten der Planung aber rückt Amprion in seinem aktuellen Antrag, über den die Bezirksregierung Arnsberg befinden muss, keineswegs ab: Das Umspannwerk Junkernhees soll nach wie vor kommen, und auch die Trasse durchs Heestal bleibt grundsätzlich auf Spur. 

Amprion erteilt Alternativen eine Abfuhr

„Wir sehen unsere Belange überhaupt nicht berücksichtigt“, moniert Ansgar Klein von der BI Junkernhees. Die nun vorgelegten Änderungen brächten in keiner Weise Verbesserungen. Nach wie vor seien 38 beim Erörterungstermin eingereichte Anträge nicht abgearbeitet worden. Das Unternehmen Amprion erwecke mit den nun vorgelegten Unterlagen den „völlig falschen Eindruck“, dass es auf die kritischen Einwendungen reagiert habe. Auch die Stellungnahme des LWL, die sich für den Erhalt von Kulturlandschaft und Denkmälern stark macht, sei bislang im Verfahren noch nicht richtig gewertet worden.

Vorgeschlagene Trassenvariante sei „nicht vorzugswürdig“

Die Trassenvariante, die von den BIs vorgeschlagen wurde und die den politischen Rückhalt der Räte von Kreuztal und Siegen hat, kommt für Amprion weiterhin nicht in Frage – sie sei „nicht vorzugswürdig“, heißt es in der Bewertung. Der Kompromissvorschlag der örtlich Betroffenen zielte darauf ab, die Hochspannungsleitungen weiter weg von den Siedlungsbereichen und den Baudenkmälern im Heestal zu bekommen. Die Alternativtrasse sollte zwischen Fellinghausen und Meiswinkel mehr auf den Berg und in das Waldgebiet rücken. Die von Amprion vorgelegten Berichte sehen hierbei aber keinen Vorteil gegenüber der eigenen Planung. Zwar seien Siedlungsbereiche („Schutzgut Mensch“) weniger betroffen, dafür aber würden mehr Waldbereiche (auch wertvolle) in Mitleidenschaft gezogen („Schutzgut Pflanze“). Zudem würde die Topografie dafür sorgen, dass die höher gelegene Alternativtrasse das Landschaftsbild aus der Ferne mehr beeinträchtigen würde als die Tal-Lösung, die sich an den bestehenden Leitungen orientiert. 

Eine Verschlankung der geplanten Masten (links alt, rechts neu) ist wesentliche Planänderung der Firma Amprion. An der Trasse hält sie fest.
  • Eine Verschlankung der geplanten Masten (links alt, rechts neu) ist wesentliche Planänderung der Firma Amprion. An der Trasse hält sie fest.
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Auch weitere, bislang nicht diskutierte Alternativen für den Bereich Heestal lehnt Amprion in seinen Unterlagen ab – sowohl ein südliches Abknicken der Trasse zwischen Junkernhees und Hof Wurmbach als auch die Überlegung, zumindest die 110-kV-Kabel unterirdisch zu verlegen und damit kleinere Masten zu ermöglichen. Keinen Vorteil sieht sie darin, doch weiterhin auf zwei parallel geführte Leitungen zu bauen. Auch eine lokale, noch stärkere Verschwenkung im Bereich Hof Wurmbach wird als unverhältnismäßig angesehen, da der dort benötigte Mast dann aufgrund der Hanglage 15 Meter höher aufragen würde als der bislang geplante. „Die Vorteile der Antragsplanung überwiegen“, heißt es auch zu diesem Punkt in den Planunterlagen. 

Zahl der benötigten Ökopunkte fällt größer aus

Der Eingriff in die Fläche wird durch die neue Mastform insgesamt kleiner, für Provisorien und benötigte Arbeitsplätze werden aber zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen nötig sein. Die Zahl der benötigten Ökopunkte fällt größer aus. Es kommen rund 80.000 Punkte hinzu, sodass die Gesamtzahl auf über 495.180 steigt. An diesen Punkten lässt sich Kompensationsausgleich für das Projekt ablesen. Für die Fundamente wird mehr Fläche benötigt als bislang geplant – plus 385 Quadratmeter im Kreis Siegen-Wittgenstein, insgesamt also 3187 Quadratmeter. 

Die Planunterlagen sind online einsehbar unter dem Link www.bra-nrw.de/-2205; Amprion bietet telefonische Bürgersprechstunden an am 1., 8. und 10. März an. Anmeldungen dafür sind unter Tel. (0 231) 3 176 907 möglich. Die Einwendungsfrist endet am 28. März.

Hof Wurmbach bei Mittelhees liegt heute schon nah an der Hochspannungstrasse - Amprion möchte das kaum ändern.
Eine Verschlankung der geplanten Masten (links alt, rechts neu) ist wesentliche Planänderung der Firma Amprion. An der Trasse hält sie fest.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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