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7. Türchen im SZ-Adventskalender
So sieht es in den Hochsitzen von Dr. Sebastian Klein aus

Zimmer mit Aussicht: Oberhalb von Bockenbach hat der Eichener Jäger von hier aus alle Himmelsrichtungen im Blick.
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nja Eichen. Rund sechs Meter klettern wir über eine vom Schneeregen nasse, aber sehr solide Holzstiege hinauf, bis wir das Fichtenholzportal öffnen können: Das 7. Türchen des SZ-Adventskalenders führt in das ebenso überschaubare wie beliebte Zweit-„Domizil“ von Dr. Sebastian Klein.
Die Büchse immer Griffbereit
Er ist Jäger, hat seine Passion mittlerweile auch zum Beruf gemacht – und lädt in einen seiner rund 100 Hochsitze in seinem Eichener Revier ein. Zwei bis drei Quadratmeter „Wohnraum“ sind es in dieser „Immobilie“ in exklusiver Lage oberhalb von Bockenbach, vis-à-vis vom Eichener Schützengelände. „Das reicht völlig“, sagt der 31-Jährige und öffnet nun auch die Sichtluken in alle Himmelsrichtungen.

nja Eichen. Rund sechs Meter klettern wir über eine vom Schneeregen nasse, aber sehr solide Holzstiege hinauf, bis wir das Fichtenholzportal öffnen können: Das 7. Türchen des SZ-Adventskalenders führt in das ebenso überschaubare wie beliebte Zweit-„Domizil“ von Dr. Sebastian Klein.

Die Büchse immer Griffbereit

Er ist Jäger, hat seine Passion mittlerweile auch zum Beruf gemacht – und lädt in einen seiner rund 100 Hochsitze in seinem Eichener Revier ein. Zwei bis drei Quadratmeter „Wohnraum“ sind es in dieser „Immobilie“ in exklusiver Lage oberhalb von Bockenbach, vis-à-vis vom Eichener Schützengelände. „Das reicht völlig“, sagt der 31-Jährige und öffnet nun auch die Sichtluken in alle Himmelsrichtungen. Dann nimmt er Platz auf einer hölzernen Pritsche, die als Sitzgelegenheit dient, bei Bedarf aber auch mit Hilfe eines Bretts zur semi-gemütlichen Liege wird: Hier harrt der promovierte Agrarwissenschaftler des Wilds, das des Weges kommt. Manchmal stunden- bzw. nächtelang. Die Büchse – meist eine österreichische Steyr Mannlicher – im Bedarfsfall immer griffbereit.

Hund Gustl ist der treue Begleiter: Nur der Ansitz bleibt ihm verwehrt.
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Kaffee aus der Thermoskanne, zwei Paar Stricksocken, gefütterte Stiefel und Lodenmantel: Das reicht mir.
Dr. Sebastian Klein
Jäger aus Leidenschaft

Ein nicht alltägliches Geburtstagsgeschenk

Von hier oben hat er nicht nur einen Rundum-Blick auf Grünland und Waldesrand, sondern auch den richtigen Schusswinkel – Richtung Boden. Sicherheit ist oberstes Gebot. Eigentlich wollte der Eichener seinen Lieblingshochsitz präsentieren; der Weg dorthin aber blieb aufgrund von Holzrückearbeiten verwehrt. Was macht jenen Ansitz so besonders? „Mein Vater hatte ihn gebaut und mir zum Geburtstag vors Haus gestellt“, erinnert sich der 31-Jährige gerne. Nachdem das Unikat dann seinen Platz im Revier gefunden hatte, wurde es zum Ort einer Premiere: „Von dort aus habe ich mein erstes Eichener Wildschwein geschossen.“

In luftiger Höhe gewährt Dr. Sebastian Klein Einlass und Einblick in einen seiner rund 100 Hochsitze.
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Viele Besucher während der Pandemie

Am Fuße der Leiter des Bockenbacher Hochsitzes untersagt ein gut sichtbares Schild Dritten den Zutritt. Das gibt es in der Tat nicht an jedem Hochsitz, bestätigt Dr. Klein. Und zeigt sich entspannt: „Ich halte nichts von Schlössern. Das verleitet nur zu Vandalismus. Wer einen Hochsitz betritt, tut dies aber selbstverständlich in Eigenverantwortung.“ Es sei interessant bzw. bisweilen irritierend, dass viele Leute davon ausgingen, ein Betretungsrecht zu haben: „Es handelt sich um Privatbesitz – auch wenn kein Zaun drum ist.“ Während der Pandemie habe die Zahl der Besucher zugenommen. Regelmäßig habe er dann Müll entsorgen müssen: ein Ärgernis. „Wird nachts das Wild gestört, reagiere ich allerdings allergisch.“ Einmal im Jahr kontrolliert er alle Ansitze auf ihre Standfestigkeit.

Die hölzerne Pritsche kann zur Liege werden, warme Decken und Kleidung sind derzeit unverzichtbar. Sebastian Klein mag es puristisch.
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Nie legt Dr. Sebastian Klein auf Muttertiere an

Kleins Hochsitze sind puristisch, bestehen aus Holz und Blechdach: „Ich möchte das Gefühl von Natur haben.“ Es gebe aber Kollegen, die z. B. Teppiche auslegten: als Wind- und Trittschutz. Wildschweine jagt er – bevorzugt nachts – ganzjährig, Rehwild von September bis Ende Januar: „Dann sind die Jungtiere groß genug.“ Nie aber lege er auf „führende Stücke“ an – also an Muttertiere, auf die der Nachwuchs noch angewiesen ist. Die Dämmerung ist – aus Jägersicht – Rehwildzeit. 50 bis 55 Tiere erlegt der Eichener im Schnitt pro Jahr. Die Zahl der Wildschweine variiert stark: „Mal ist es eins, mal sind es 30.“

Rund 100 Hochsitze stehen in Dr. Sebastian Kleins Eichener Revier.
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„Vier bis fünf Stunden pro Woche verbringe ich im Hochsitz“, sagt Sebastian Klein. Wie macht er sich das Warten gemütlich? Mit beheizbaren Socken und Schnaps? Er schüttelt lachend den Kopf. Mit Kaffee wärmt er sich von innen. „Zwei Paar Stricksocken übereinander, gefütterte Stiefel und ein Lodenmantel – das reicht mir. Und Wolldecken – die müssen natürlich sein.“

Dann gerät er ins Schwärmen. Erzählt von klaren Nächten im Schnee, bei Mondschein. Ja, er sei auch schon ungewollt eingeschlafen, hoch droben im Ansitz, während er auf Wildschweine gewartet habe: „Aber es gibt wahrlich Schlimmeres, als hier morgens vom Zwitschern der Vögel geweckt zu werden.“
Seine Liebe zu E-Books hat der Leiter der Jagdschule im Heestal ebenfalls in einem seiner Hochsitze entdeckt: „Man hat das Licht automatisch dabei, es raschelt nichts beim Umblättern: Ich habe erstaun

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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