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Zwei Personal Trainer im Gespräch
So wird man den Corona-Speck los

Personaltrainerin Steffi Kerst bringt ihre Kunden nach dem Lockdown wieder in Form.
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sabe Kreuztal/Netphen. Die Corona-Pandemie ist ein Schweinehund! Sie lässt die Menschen zurück in alte, ungesunde Gewohnheitsmuster fallen, beobachtet Steffi Kerst, Personal Trainerin, Fitnesscoach und Inhaberin des „Sport Loft“ in Kreuztal. „Für einige ist es super schwer, wieder in die Gänge zu kommen.“ Erst, sagt sie, habe sich der Lockdown den festen Sporttermin im Kalender gekrallt, um die Menschen dann ins Motivationsnirvana zu schicken. Und aus diesem Lethargieloch erstmal wieder rauszukraxeln, das, so sieht es auch Personal Trainer Björn Müller von der „Box57“, ist die Crux der Corona-Pandemie. „Im Lockdown hat die Bereitschaft für Sport und Fitness immer weiter abgenommen.

sabe Kreuztal/Netphen. Die Corona-Pandemie ist ein Schweinehund! Sie lässt die Menschen zurück in alte, ungesunde Gewohnheitsmuster fallen, beobachtet Steffi Kerst, Personal Trainerin, Fitnesscoach und Inhaberin des „Sport Loft“ in Kreuztal. „Für einige ist es super schwer, wieder in die Gänge zu kommen.“ Erst, sagt sie, habe sich der Lockdown den festen Sporttermin im Kalender gekrallt, um die Menschen dann ins Motivationsnirvana zu schicken. Und aus diesem Lethargieloch erstmal wieder rauszukraxeln, das, so sieht es auch Personal Trainer Björn Müller von der „Box57“, ist die Crux der Corona-Pandemie. „Im Lockdown hat die Bereitschaft für Sport und Fitness immer weiter abgenommen.“

Sportlicher Hänger nach dem Corona-Lockdown menschlich

Aber, aufatmen: alles irgendwie menschlich, findet er. Zu Hause regelmäßig und häufig zu trainieren, dafür brauche man schon einen sehr starken Willen. „Homeoffice, Homeworkout… – irgendwann kann man die eigenen vier Wände auch nicht mehr sehen. Da verfällt Mensch schnell in einen Trott.“ Allerdings findet er auch wieder zurück: Im Mai, sagt Müller, als das erste Mal wieder draußen trainiert werden durfte, „da war den Menschen sogar das schlechte Wetter egal.“

Björn Müller.

Die „Regenkurse“, wie der Personal Trainer das feuchtfröhliche Fitnessprogramm in der Erinnerung scherzhaft nennt, waren ausgebucht. „Ich selbst habe pudelnass trainiert.“ Die ersten Reaktionen nach dem Re-Start, sagt Müller, seien richtig emotional ausgefallen. „Endlich wieder Eisen“, an diesen erleichterten Seufzer eines jungen Mannes erinnert sich der Coach nur zu gut. Und er weiß um die Psychologie, die dahintersteht: „Viele brauchen den Gruppenaspekt, Menschen die mit einem zusammen schwitzen, die Verpflichtung des Termins, einen Trainer, der einem auch mal in den Arsch tritt.“

Ansprüche an das Training haben sich gedreht

Und den gibt es seit einiger Zeit wieder, genauso wie Kunden, die jetzt eine Sportstunde nach der anderen buchen. Aber die Ansprüche an das Training, so beobachten es Kerst und Müller gleichermaßen, haben sich durch die Pandemie gedreht. Der Personal Trainer sei jetzt zusätzlich noch mehr persönlicher Therapeut, als er es vielleicht auch vorher schon gewesen ist. Wie gehe ich mit Stress um? Wie fange ich mit dem Sport an? Wie komme ich aus meinem Corona-Trott heraus? Wie ernähre ich mich richtig? Wie finde ich meine Motivation? Das, sagt Kerst, seien alles Aspekte, die jetzt mehr in den Vordergrund rückten. Es ginge vielen („auch wenn das sicherlich ein netter Nebeneffekt ist“) nicht einfach nur um den „Best-Body-Ever“, sondern ums Gesamtpaket. „Training alleine ist nicht der Knackpunkt.“ Der Post-Corona-Dreiklang geht deshalb so: Coaching. Ernährung. Training.

Eine stumpfe Diät hilft wenig

Um mögliche Pandemie-Pfunde zu verlieren, sagt Kerst, würde sie also niemals eine stumpfe Diät verordnen. Auch nicht das Nutella-Glas wegnehmen. „Verbote gibt’s nicht.“ Aber Sensibilisierung, Aufklärung, gesunde Rezeptinspirationen. Lieber sei es ihr, die Kunden würden durch ihre Arbeit ihr eigenes Maß finden um sich dann – ganz freiwillig – statt dem ganzen Glas mit einer Brötchenhälfte Nutella beim Wochenendfrühstück zufrieden zu geben. „Irgendeinen Plan aufzustülpen, macht überhaupt keinen Sinn.“

Auch Müller sieht das so. Asketische Verbote, hungern usw. – so wird’s nichts mit der Fitness. Und überhaupt: „Dünn heißt nicht immer unbedingt fit. Dünn sein allein, das ist noch keine Leistung.“ Wichtiger als die Zahl auf der Waage sei demnach jetzt erstmal den Schritt zum Sport zurückzufinden, wieder in Bewegung zu kommen, Routine wiederzufinden. Daran hat er im Übrigen auch das Training (vorerst) angepasst. „Wir haben das Rantasten für unsere Kunden übernommen. Und sind sehr weich gestartet.“ Wenn die Kniebeuge nicht bis ganz nach unten durchgeführt worden sei, sagt er, dann gebe es momentan noch den zarten Pandemie-Bonus: „Dann habe ich erstmal nur darauf hingewiesen und die Kniebeuge nicht gleich als ungültig gewertet.“

Personaltrainerin Steffi Kerst bringt ihre Kunden nach dem Lockdown wieder in Form.
Björn Müller.
Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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