Sound vom Feinsten

Blasorchester und Uni-Big-Band begeisterten in Kreuztal

sz Kreuztal. Auf seine Kosten kam Sonntag das Publikum der voll besetzten Stadthalle Kreuztal. Das Blasorchester der Stadt Kreuztal und die Big Band der Universität Siegen gaben ein Herbstkonzert, das keine Wünsche offen ließ. Es war bereits das 11. Herbstkonzert des Kreuztaler Blasorchesters, man präsentierte ein überaus facettenreiches Programm.

Mit einem schwungvollen Marsch, angelehnt an die Oper „Die Hugenotten”, eröffneten die Kreuztaler Musiker den Abend unter der souveränen Leitung von Martin Wehn. Romantisch wurde es bei „The day you sang this song”. Matthias Charton überzeugte dabei mit seiner gefühlvollen Bariton-Stimme. Die sich anschließende „Singapura Suite” zeichnete einen klanglichen Eindruck von Singapur und wirkte dabei durch motivische Klarheit, aber differenzierte Orchestrierung beinahe cineastisch. „Echte” Filmmusik von John Williams folgte mit „Hymn to the Fallen”. Bleierne Melancholie lastet auf den Klängen dieser Komposition mit ernstem Hintergrund ––passend zum Volkstrauertag. Die rhythmische Einleitung sowie der Schluss lassen den Zuhörer marschierende Truppen assoziieren. Strahlende Marschmusik folgte mit dem böhmischen Marsch „Gruß an Malonty”.

Nun übernahm Hartmut Sperl mit der Big Band der Universität Siegen den imaginären Taktstock und heizte mit der Swing Nummer „Hoe Down” von Oliver Nelson kräftig ein. Von Anfang an überzeugte der jazzige Schlagzeugbeat, die fetzige Bläsersektion und der überaus differenzierte und durchsichtige Gesamtklang. So auch bei dem eher ruhigen „Moten Swing” von Count Basie und dem minimalistisch komponiertem „That warm Feeling” von Sam Nestico, bei dem vor allem feine Pianoklänge und eine einfach gehaltene Basslinie den Höreindruck prägten. Aufgrund der guten Publikumresonanz fügte Bandleader Hartmut Sperl, der sich einmal mehr als hervorragender Entertainer zeigte, spontan Duke Ellingtons „Dancers of love” ein. Weiter ging es mit dem berühmten „rosaroten Panther” von Henri Mancini und Francy Bolands „Lullaby of the Leaves”. Immer wieder taten sich Solisten hervor, die dem Hochkarätigen der Musik Nachdruck verliehen. Vor allem gelang es dem Altsaxophonisten Hans Christian Dörrscheidt bei der Swingballade „Black, Brown and Beautiful” von Oliver Nelson, das Publikum mit subtilem Spiel in seinen Bann zu ziehen. Die Big Band schloss mit dem Rock’n’Roll „Jump, Jive an’ Wail” und legte nach begeistertem Applaus noch eine Zugabe („Emancipation Blues”) nach.

Dem Blasorchester gelang es dann geradezu spielerisch, mit Händels „Wassermusik” eine stilistische Kehrtwende zu meistern. Glanzvoll präsentierte man die mehrteilige Suite. Freunde der Marschmusik kamen bei des „Großen Kurfürsten Reitermarsch” voll auf ihre Kosten. Das heikle Trompetensolo des Stücks erklang souverän mit großer Strahlkraft.

Nicht weniger strahlend dann „Jurrassic Park” von John Williams, bei dem die Musiker das Großartige dieser Komposition ergreifend nachempfanden. Beschwingt und gefällig erklang dann Schostakowitschs „Walzer No. 2” aus der „Jazz-Suite No. 2”. Mit „The Typewriter”, an der Schreibmaschine Uwe Klimach mit „virtuosem” Spiel, brachte das Orchester humoristische Elemente in das Programm und begeisterte sein Publikum. Mit dem im 12/8-tel Takt gehaltenem, amerikanischen Marsch „Semper Fidelis” schloss man das unterhaltsame Programm. Das Publikum verlangte berechtigterweise nach Zugabe.rag

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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