Stadt: Sperrmüllabfuhr hat sich bewährt

UWG wünschte Bürgerbefragung – Verwaltung zieht positive Zwischenbilanz des neuen Systems

Kreuztal. Am System der individuellen Sperrmüllabfuhr, das Anfang des Jahres eingeführt wurde, wird festgehalten. Die UWG-Fraktion hatte um einen Erfahrungsbericht gebeten. Gegebenenfalls, so Fraktionschef Jürgen E. Arndt, solle zur alten Regelung mit zwei fixen Terminen zurückgekehrt werden – und den Bürgern darüber hinaus die Chance geboten werden, bei dringendem Bedarf, z.B. bei Haushaltsauflösungen, einen individuellen Termin zu erhalten. Etliche Bürger hätten den Wunsch geäußert, das alte System mit zwei feststehenden Terminen im Frühjahr und Herbst wieder einzuführen.

UWG: Verfahren dauert zu lange

„Einige Bürger haben drei Tage lang auf die Abholung des Mülls gewartet”, berichtete Heinz Bub (UWG) im Umwelt- und Verkehrsausschuss. Das Verfahren dauere zu lange; hier und da habe sich der abgestellte Sperrmüll über Nacht „auf wundersame Weise vermehrt” mit dem Ergebnis, dass die nicht gemeldeten Güter nicht mitgenommen worden seien. Viele Bürger nähmen das Angebot mangels Masse nicht wahr; Müll werde wild entsorgt. Er regte an, mit dem Steuerbescheid eine Bürgerbefragung durchzuführen. Und: Das variable Verfahren könne um einen fixen Termin ergänzt werden. Ein Antrag wurde jedoch nicht gestellt. „Jedes System hat Vor- und Nachteile”, sah Kämmerer Reiner Tiepelmann ein. „Was Sie vorgetragen haben, ist das kleinere Übel.” Wilde Müllablagerungen habe es schon immer gegeben; dies werde ordnungsbehördlich verfolgt. Tiepelmann zweifelte auch am Sinn einer Umfrage. Die bisherige Resonanz sowie das Funktionelle sprächen für Beibehaltung der individuellen Anfuhr. Ein zusätzlicher fixer Termin ziehe mehr Kosten nach sich. In ihrem Erfahrungsbericht hatte die Verwaltung die Probleme in Erinnerungen gerufen, die es bei der früheren Regelung gegeben hatte: Es sei zu Verunreinigungen und Behinderungen gekommen, da das Sperrgut zwischen Bereitstellen und Einsammeln durchwühlt und zum Teil großflächig verteilt worden sei. Feuerwehrzufahrten seien so blockiert worden.

Das Abrufsystem sei aber auch eingeführt worden, da es dem individuellen Bedarf Rechnung trage und eine zeitnahe Entsorgung ermögliche. Bislang fanden den Angaben zufolge sechs Abfuhrtermine statt, „an denen etwa 500 Haushalte bzw. Grundstückseigentümer sperrige Güter zur Abfuhr bereitgestellt haben. Insgesamt sind rund 200 Tonnen angefallen.” Im Vergleich zu den Vorjahren sei dies eine spürbare Reduzierung. Bürger hätten sich ratsuchend im Rathaus und beim Abfuhrunternehmen gemeldet. Beschwerden seien dabei nicht geäußert worden. Insgesamt sei das Echo sogar überwiegend positiv gewesen. Bei einer gut funktionierenden Nachbarschaft könnten die Vorteile des Systems weiter verbessert werden. Gegen den Alternativvorschlag der UWG bestehen im Rathaus rechtliche Bedenken. So gehöre die Entsorgung von sperrigen Gütern bei Wohnungsauflösungen und dergleichen nicht zu den kommunalen Aufgaben. SPD und CDU stimmten der Verwaltung zu; Roland Abel (SPD) schlug vor, die Bürger mit Versenden des Steuerzettels erneut zu informieren. Andreas Lohscheidt (Grüne) sympathisierte mit dem UWG-Wunsch nach einem fixen Abfuhrtermin: Schlechter gestellte Mitbürger hätten so die Möglichkeit, Mobiliar etc. weiter zu verwenden. Auch mit Blick auf die Müllvermeidung sei dies sinnvoll: „Dass es dann schon mal chaotisch aussieht, wissen wir”. nja

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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