TKS-Betriebsrat: Staatseinstieg hat oberste Priorität
Stahlsparte wird doch nicht verkauft

Die Stahlsparte von Thyssen-Krupp - hier ein Archivbild vom TKS-Standort in Eichen - wird nun doch nicht an den britischen Konkurrenten Liberty Steel verkauft.
  • Die Stahlsparte von Thyssen-Krupp - hier ein Archivbild vom TKS-Standort in Eichen - wird nun doch nicht an den britischen Konkurrenten Liberty Steel verkauft.
  • Foto: René Traut
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

nja Eichen/Ferndorf. Die Verhandlungen sind gescheitert – Thyssen-Krupp wird seine Stahlsparte nun doch nicht an den britischen Konkurrenten Liberty Steel verkaufen, der im Oktober ein Angebot unterbreitet hatte. Wie kurz berichtet, lagen die Vorstellungen über Unternehmenswert und die Struktur zu weit auseinander, teilte das Essener Unternehmen mit.
Wie kommt diese Nachricht im Siegerland an, wo rund 1000 Mitarbeiter von Thyssen-Krupp Steel (TKS) seit Jahren immer wieder um die Stahlstandorte Eichen und Ferndorf und somit um ihre Jobs bangen? Die Begeisterung für Liberty hielt sich ja in Grenzen, die IG Metall befürchtete, interessierte Käufer verfolgten das Ziel, möglichst viel aus der TK-Stahlsparte herauszusaugen anstatt sie zu stärken.

Renk: „Jetzt haben wir zumindest Klarheit“

„Jetzt haben wir zumindest Klarheit zu Liberty – und es gibt keinen weiteren Interessenten, der uns kaufen will“, sagt Betriebsratsvorsitzender Helmut Renk. „Ein Staatseinstieg von Bund oder Land hat für uns nach wie vor oberste Priorität. Ob TKS sich aus eigener Kraft retten kann, weiß ich nicht.“ Ein Börsengang sei wohl im Gespräch, von Ausgliederungen sei die Rede – in der Tiefe habe der Vorstand darüber aber noch nicht informiert. Das müsse nun erst einmal abgewartet werden. „Nach wie vor ist für uns wichtig: Die Strategie 20-30 muss weiterhin Bestand haben!“ Sie war von rund einem Jahr beschlossen worden und soll den beiden heimischen Standorten Investitionen und somit eine Zukunft bescheren.

Investitionen und Stellenstreichungen

Für die Modernisierung seiner Stahlsparte hatte Thyssen-Krupp zuletzt Investitionen von rund 700 Millionen Euro freigegeben. Damit einher gehen solle aber die Streichung von noch mehr Stellen als zunächst geplant. Diese Botschaft erreichte das Siegerland im vergangenen November. Konkrete Aussagen über die Gestaltung des Jobabbaus wurden fürs Frühjahr erwartet.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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