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Gesamtpaket mit nachhaltiger Wirkung
Stundenplan voll mit Jägerlatein

Seine Passion wird zur Profession: Hier wird Dr. Sebastian Klein mit seinem Hund Gustl künftig Jungjäger ausbilden – das umgebaute Wohnhaus zwischen Fellinghausen und Junkernhees nimmt Gestalt an.
  • Seine Passion wird zur Profession: Hier wird Dr. Sebastian Klein mit seinem Hund Gustl künftig Jungjäger ausbilden – das umgebaute Wohnhaus zwischen Fellinghausen und Junkernhees nimmt Gestalt an.
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js Fellinghausen. Wenn Sebastian Klein vor die Kamera tritt, merkt man es ihm sofort an: Jagd ist viel mehr als ein Hobby für den promovierten Agraringenieur – in seinem Youtube-Kanal möchte er nicht nur begeistern für das Waidwerk, er möchte für einen nachhaltigen Lebenswandel werben und aufzeigen, wie gut das eine mit dem anderen einhergeht. Jetzt geht der 31-Jährige noch einen Schritt weiter – im Spätsommer setzt er an zum Sprung in die Selbstständigkeit und eröffnet seine eigene Jagdschule.

Die Leidenschaft für die Jagd packte den Eichener bereits in der Jugend, seit mehr als einem Jahrzehnt ist er auch in der Ausbildung tätig.

js Fellinghausen. Wenn Sebastian Klein vor die Kamera tritt, merkt man es ihm sofort an: Jagd ist viel mehr als ein Hobby für den promovierten Agraringenieur – in seinem Youtube-Kanal möchte er nicht nur begeistern für das Waidwerk, er möchte für einen nachhaltigen Lebenswandel werben und aufzeigen, wie gut das eine mit dem anderen einhergeht. Jetzt geht der 31-Jährige noch einen Schritt weiter – im Spätsommer setzt er an zum Sprung in die Selbstständigkeit und eröffnet seine eigene Jagdschule.

Die Leidenschaft für die Jagd packte den Eichener bereits in der Jugend, seit mehr als einem Jahrzehnt ist er auch in der Ausbildung tätig. In den vergangenen Jahren – seit der Übernahme eines eigenen Reviers – verfestigte sich immer mehr sein Traum, die bisherigen beruflichen Pfade zu verlassen und die Jagdausbildung zum Hauptberuf zu machen.

"Die Jagd wird anspruchsvoller
und schwieriger, wir brauchen mehr Jäger."
Dr. Sebastian Klein
Jagdschulleiter

Da passte es nur zu gut, dass im entfernten Familienkreis ein früheres Wochenend- und Jagdhaus zwischen Fellinghausen und Junkernhees zum Verkauf stand – genau hier entsteht derzeit mit An- und Umbauten die „Jagdschule Heestal“, in der Dr. Sebastian Klein, Familie und Team ab dem Spätsommer ein Gesamtpaket für angehende Jäger anbieten. In Drei-Wochen-Intensivblöcken und Sommer-Wochenendkursen sollen die Schüler hier auf die Jägerprüfung vorbereitet werden, die notwendige Ausrüstung wird gestellt.

Nachfrage übersteigt Möglichkeiten

Der Bedarf für diese Art der Kurse sei vorhanden, ist sich Klein sicher. Denn: Die von der Kreisjägerschaft und nebenberuflich angebotenen Alternativen seien meist auf anderthalb bis zwei Jahre ausgebucht. Das liege nicht zuletzt daran, dass in Nordrhein-Westfalen wie auch in Hessen und Rheinland-Pfalz nur einmal pro Jahr geprüft werde. „Die Nachfrage übersteigt die zumeist ehrenamtlichen Möglichkeiten.“

Dass zugleich in den kommenden Jahren ein hoher Bedarf an gut qualifizierten und engagierten Jägern bestehen werde, zeichnet sich für den Jagdschulleiter deutlich ab. Das Klima ist im Wandel – und mit ihm der Wald. Die Käferkalamität werde zur Folge haben, dass sich demnächst große Flächen in ein Paradies für die Rehwild-Population verwandeln. „Die Jagd wird anspruchsvoller und schwieriger, wir brauchen mehr aktive Jäger.“

Alternative statt Konkurrenz

Sebastian Klein sieht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Anbietern in der Region, sondern als Ergänzung. Um mehrere Kurse über das gesamte Jahr stattfinden lassen zu können, legen seine Schüler am Ende die Prüfung in Niedersachsen ab. Dort ist das einmal im Monat möglich, der Jagdschein selbst ist hinterher im ganzen Bundesgebiet gültig.

Nicht nur Schulbankdrücken und Schießübungen sind möglich, im Heestal können die Teilnehmer auch das Rundumpaket mit Übernachtung und Verpflegung buchen; acht Gästezimmer werden im Obergeschoss hergerichtet. Das erweitert das Einzugsgebiet; Sebastian Klein hofft, die Hälfte seiner Schüler von außerhalb ins Siegerland zu holen und setzt dafür auf die günstige Lage in relativer Nähe zu den Ballungsgebieten an Rhein, Ruhr und Main. 60 bis 80 Schüler pro Jahr, so lautet sein mittelfristiges Ausbildungsziel.

Unterstützung aus Freundes- und Bekanntenkreis

„Das funktioniert nur, weil wir ein Familienbetrieb sind“, erklärt der 31-Jährige. Seine Eltern sind mit an Bord, die Mutter wird für die Verpflegung der Gäste sorgen, weitere Experten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis sind nebenberuflich mit von der Partie. Bei seinen Kursen steht bei ihm weniger Jägerlatein auf dem Stundenplan als Waidmannssprache und die Vermittlung einer bestimmten Haltung. „Man kann durch seinen Lebensstil Positives bewirken“, betont Dr. Klein. Gerne möchte er seinen Schülern zeigen, wie es ist, in einem jagdlichen Haushalt zu leben. „Ich möchte auch zeigen, wie sich das eigene Leben ändern kann, wenn man sich auf Nachhaltigkeit einstimmt.“ Jeder von uns habe es in der Hand, nicht nur darauf zu achten, dass er so wenig Schaden wie möglich anrichtet durch die eigene Lebensweise. „Wir können auch dafür sorgen, dass sich etwas verbessert.“

Im Kellergeschoss wird sein Studienfreund Dr. Moritz Spies ein Jagd-Fachgeschäft einrichten – Heesstraße Nummer 155 soll sich zu einem jagdlichen Treffpunkt mausern. Dazu gehört auch, dass der Außenbereich mit einbezogen wird. Klein möchte das 2,5-Hektar-Areal zu einem kleinen Naturschutzgebiet machen, mit renaturiertem Bachlauf und Streuobstwiesen. Schafe und Hühner machen es vor: Sie haben sich bereits eingelebt.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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